NewsMedizinEbola: Infektiosität der Spermien und andere Langzeitfolgen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ebola: Infektiosität der Spermien und andere Langzeitfolgen

Dienstag, 12. März 2019

Ebolavirus /dpa

Minneapolis – Die mehr als 5.000 Menschen, die in den Jahren 2014 bis 2016 in Westafrika eine Ebolaerkrankung überlebten, haben sich bis heute nicht vollständig erholt. Eine Fall-Kontroll-Studie im New England Journal of Medicine (2019; 380: 924-934) beschreibt eine erhöhte postinfektiöse Morbidität, zu der Augenleiden und eine bis zu 40 Monate dauernde Ausscheidung der Viren mit den Spermien gehört.

Die PREVAIL-Studie („Partnership for Research on Ebola Virus in Liberia“) begleitet 966 Überlebende der Ebolainfektion, untersucht aber auch regelmäßig eine Kontrollgruppe von 2.350 Personen aus dem Haushalt und der Umgebung der Patienten, die nicht an Ebola erkrankt waren.

Anzeige

Bereits in früheren Untersuchungen war aufgefallen, dass einige Überlebende Ebolaviren im Ejakulat hatten. Nach den jetzt von einem Team um Cavan Reilly, Universität von Minnesota in Minneapolis, mitgeteilten Ergebnissen ist dies keine Seltenheit. Bei insgesamt 30 % der Männer, die Samenproben abgaben, wurde RNA des Virus im Ejakulat gefunden. Bei einigen Teilnehmern fiel der Virusnachweis zwischenzeitig negativ aus, sodass die Forscher nicht ganz sicher sein können, dass der letzte positive Nachweis, der bei einem Mann 40 Monate nach dem Ende der Erkrankung gelang, tatsächlich der letzte ist.

Warum einige Patienten zum Ausscheider werden, andere jedoch nicht, ist nicht bekannt. Es bestand aber eine Korrelation zu einer weiteren gesundheitlichen Störung. Bei der ersten Augenuntersuchung (etwa ein Jahr nach dem Ende der Erkrankung) wurde bei 26,4 % der Ebolaüberlebenden eine Uveitis nachgewiesen. Ein weiteres Jahr später war der Anteil auf 33,3 % gestiegen. Die Entzündung der mittleren Augenhaut ist eigentlich eine seltene Erkrankung. Da sich hier die Blutgefäße befinden, tritt die Uveitis häufig bei Autoimmun­erkrankungen auf. Auffällig war nun, dass die Augenärzte auch bei 12,1 % der Kontrollen eine Uveitis diagnostizierten. Auch hier stieg der Anteil nach einem Jahr auf 15,4 % an.

Im Übrigen zeigten die Untersuchungen, dass die Ebolaüberlebenden in vielen Bereichen kränker waren als die Kontrollen. So berichten die Überlebenden häufiger über Störungen der Harnfrequenz, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Gedächtnisverlust und Gelenkschmerzen. Es gab häufiger Befunde in der Untersuchung von Abdomen, Thorax und Nervensystem. Die Überlebenden klagten auch vermehrt über eine vermehrte Muskel­empfindlichkeit. Gelenkschwellungen und Einschränkungen der Beweglichkeit wurden nicht signifikant häufiger als in der Kontrollgruppe beobachtet. Insgesamt besserte sich – mit Ausnahme der Uveitis – der Gesundheitszustand der Ebolaüberlebenden mit der Zeit. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Mai 2019
Paris – Die großen Industriestaaten der G7-Gruppe wollen den Ausbruch und die Verbreitung gefährlicher Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria eindämmen. „Die Bekämpfung und die Ausrottung von
G7-Staaten wollen Infektionskrankheiten eindämmen
13. Mai 2019
Brüssel – Die Europäische Union (EU) stellt weitere fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der Demokratischen Republik Kongo bereit. Der Ebolaausbruch sei nach wie vor eine „ernsthafte
Ebola im Kongo: EU stellt fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereit
10. Mai 2019
Genf/Kinshasa – Wegen anhaltender Angriffe gegen Helfer und Behandlungszentren hat die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) heute vor einer Ausbreitung der Ebolaepidemie im Kongo gewarnt. Sollten die
WHO warnt wegen Angriffen vor Ebolaausbreitung im Kongo
8. Mai 2019
Goma – Bei einem Angriff auf eine Großstadt im Ost-Kongo sind mindestens acht Kämpfer einer örtlichen Miliz und ein Polizist getötet worden. Die Sicherheitskräfte in Butembo hätten Dutzende Angreifer
Neuer Angriff in Ebolagebiet im Kongo
6. Mai 2019
Kinshasa – Nothelfer bekommen die Ebolaepidemie im Osten des Kongo wegen der prekären Sicherheitslage nicht in den Griff. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf mindestens 1.019, wie das
Bereits mehr als 1.000 Ebola-Tote im Kongo
2. Mai 2019
Kinshasa – Rund zehn Monate nach Beginn der Ebolaepidemie im Osten des Kongo ist die Zahl neuer Erkrankungen wegen anhaltender Angriffe auf Helfer stark angestiegen. Ende März zählten die Behörden
Drastischer Anstieg neuer Ebolafälle im Kongo
24. April 2019
Rom – Das Welternährungsprogramm WFP hat vor einer neuerlichen Ausbreitung des Ebolavirus innerhalb der Republik Kongo und in die Nachbarstaaten gewarnt. Derzeit reiche die Nahrungsmittelhilfe in den
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER