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Politik

Studie zu Schwangerschafts­abbrüchen teuerste Untersuchung des Ministeriums seit Langem

Montag, 11. März 2019

/Evgeniy Kalinovskiy, stockadobecom

Berlin – Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante und vom Bundeskabinett bewilligte Studie zu den psychischen Folgen von Schwangerschafts­abbrüchen würde mit einem Etat von fünf Millionen Euro der teuerste Forschungsauftrag des Bundesgesundheitsministeriums der vergangenen zehn Jahre.

Das geht aus einer Aufstellung für den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, über die der Spiegel berichtete. Demnach gab das Ministerium seit dem Jahr 2009 121 Studien in Auftrag. Zumeist lagen die Kosten zwischen 50.000 und 400.000 Euro. Lediglich bei zwei großen Studien zu Keimen im Trinkwasser betrugen die Ausgaben jeweils etwas mehr als eine Million Euro.

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Möglicher Erkenntniswert der Studie heftig umstritten

Der mögliche Erkenntniswert der Abtreibungsstudie ist heftig umstritten. Kritiker verweisen auf mehrere bereits existierenden Studien zum Thema. Die haushaltspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Gesine Lötzsch, nennt die Studie einen „Fall für den Bundesrechnungshof“. Offenbar wolle Spahn „fundamentalistische Abtreibungsgegner“ als neue CDU-Wähler gewinnen.

Auch die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulle Schauws, erklärte, die Studie sei völlig unnötig. „Es gibt kein Erkenntnisdefizit und in der Wissenschaft ist die Existenz eines Post-Abortion-Syndroms nicht anerkannt.“ Spahn gehe es offensichtlich darum, Misstrauen gegen Frauen zu schüren und die Interessen der Abtreibungsgegner zu bedienen. Ein Sprecher des Ministeriums widersprach: Es handle sich um ein „sehr komplexes Forschungsvorhaben“, das „höchste methodische Ansprüche erfüllen“ müsse.

Die Studie war Bestandteil des Kompromisses, auf den sich Union und SPD bei der geplanten Reform des Paragrafen 219a, dem Werbeverbot für Abtreibungen, geeinigt hatten. In den Reihen der SPD gibt es allerdings Bedenken wegen der Studie. FDP, Linke und Grüne kritisieren die Studie als überflüssig. Unterdessen unterzeichneten 75.000 Menschen eine Onlinepetition gegen das Vorhaben. © afp/kna/aerzteblatt.de

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