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Ausland

US-Klinik informiert Patienten über bevorstehenden Tod per Videotelefonie

Montag, 11. März 2019

/Soonthorn, stockadobecom

San Francisco – In den USA hat der Fall eines 78-Jährigen für Empörung gesorgt, der auf der Intensivstation von seinem bevorstehenden Tod per Videotelefonie und nicht persönlich von einem Arzt erfuhr. Ernest Quintana hatte in der vergangenen Woche in einem Krankenhaus in Fremont gerade Besuch von seiner Enkelin Annalisia Wilharm, als ein Roboter mit einem Bildschirm in das Krankenzimmer fuhr.

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Ein darauf zugeschalteter Arzt eröffnete dem schwer kranken Mann, dass seine Lunge versage und er nicht mehr nach Hause zurückkehren werde. Einen Tag später starb Quintana. „Wir wussten, dass das kommen wird und dass er sehr krank ist, aber niemandem sollte diese Nachricht so überbracht werden“, sagte Wilharm dem Sender KTVU. „Ein Mensch hätte kommen müssen.“ Eine Freundin der Familie schrieb auf Facebook, ein „Roboter-Arzt“ könnte in einigen Fällen ausreichen, „aber nicht, um einem Mann zu sagen, dass er sterben wird“.

Das Kaiser Permanente Medical Center, wo Quintana behandelt wurde, sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Klinik wies zugleich darauf hin, dass der Begriff „Roboter“ nicht zutreffend sei, weil es sich bei der Art der Behandlung um ein Live-Gespräch mit einem echten Mediziner handele und immer eine Krankenschwester oder ein anderer Arzt mit im Raum sein sollten. Diese Art der Telemedizin ersetze aber nicht das persönliche Gespräch mit einem Patienten und dessen Angehörigen, erklärte die Klinik weiter. Sie bedauerte das Vorgehen im Fall Quintanas. © afp/aerzteblatt.de

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