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Politik

Die Pflege braucht mehr Fortschritte

Montag, 11. März 2019

/dpa

Mainz – In der Debatte über bessere Rahmenbedingungen in der Pflege hat der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (CDU), auf mehr Fortschritte gepocht. Rund 48 Prozent der Pflegekräfte würden in ihren Beruf zurückkehren, wenn sich diese Bedingungen änderten, sagte Westerfellhaus im ZDF-Morgenmagazin.

Er verwies auf das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz. Die Krankenkassen sollen danach ihre Vergütungen für die ambulanten Pflegedienste anheben. Auch sieht das Gesetz die Schaffung von 13.000 neuen Stellen in der Altenpflege und die Finanzierung neuer Pflegestellen in Krankenhäusern vor.

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„Die Politik kann nicht alles machen“, gab Westerfellhaus zu bedenken und nannte als Beispiel flächendeckende Tariflöhne. Insgesamt verschärfe sich die Situation in der Pflege durch einen wachsenden Fachkräftemangel. Die Herausforderungen in der Pflege seien „über viele Jahre“ unterschätzt worden.

Nach den Worten von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) besitzt nur jeder fünfte Beschäftigte in der Pflegebranche einen Tarifvertrag. Insgesamt hat rund die Hälfte aller Angestellten in Deutschland einen Tarifvertrag. Beschäftigte kirchlicher Träger von Pflegeheimen wie etwa Diakonie und Caritas sind dabei laut Ministerium nicht berücksichtigt.

Auch Heil rief dazu auf, Pflegeberufe attraktiver zu machen. Dazu gehörten eine bessere Bezahlung und attraktivere Arbeitsbedingungen. Der Minister forderte auch die Bildung eines Arbeitgeberverbandes, mit dem eine Gewerkschaft einen Tarifvertrag abschließen könne. Den würde Heil nach eigenem Bekunden für die gesamte Branche für verbindlich erklären.

Die Wohlfahrtsverbände müssten „endlich in die Strümpfe" kommen und einen solchen Verband gründen. Der Minister wörtlich: „Man kann nicht über mangelnde Fachkräfte jammern und an dieser Stelle tatsächlich stehen bleiben", sagte Heil dem SWR2. © kna/aerzteblatt.de

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