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Japaner gedenken Opfern der Tsunami-Katastrophe vor acht Jahren

Montag, 11. März 2019

/dpa

Tokio – Mit Gebeten und Tränen haben die Japaner heute der Opfer der Tsunami-Katastrophe gedacht, die vor acht Jahren auch die folgenschwere Havarie im Atomkraft­werk Fukushima ausgelöst hatte. Regierungschef Shinzo Abe, Parlamentarier und Angehörige von Opfern versammelten sich in Tokio und beugten um 14.46 Uhr (Ortszeit, 6.46 Uhr MEZ) ihr Haupt. Genau zu dieser Uhrzeit hatte sich am 11. März 2011 das Beben der Stärke 9,0 ereignet, das den zerstörerischen Tsunami im Nordosten Japans auslöste.

Etwa 18.500 Menschen starben oder gelten seitdem als vermisst. Die Katastrophe beschädigte das Atomkraftwerk Fukushima so schwer, dass es in einigen Reaktorblöcken zur Kernschmelze kam und die Umgebung der Anlage radioaktiv verstrahlt wurde. Es war der weltweit schwerste Atomunfall seit dem GAU in Tschernobyl 1986.

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„Wir können nichts anderes fühlen als Schmerz, wenn wir an die Leiden derjenigen denken, die ihre geliebten Familienmitglieder, Verwandten und Freunde verloren haben“, sagte Ministerpräsident Abe. Japans greiser Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko nahmen nicht an der Gedenkzeremonie teil. Sie wurden von ihrem zweitältesten Sohn Prinz Akishino und seiner Frau Kiko vertreten. Auch in den betroffenen Küstenorten legten Einwohner Blumen im Gedenken an die Opfer nieder.

Abe hob hervor, dass der Wiederaufbau in den Katastrophengebieten stetig vorankomme. Die zehntausenden Menschen, die infolge der Zerstörungen weiterhin unter schwierigen Lebensbedingungen litten, werde seine Regierung weiter unterstützen. Nach offiziellen Angaben konnten mehr als 51.000 Katastrophenopfer bis heute nicht in ihre Häuser zurückkehren. Außerdem starben nach offiziellen Angaben infolge des Tsunami und insbesondere des Reaktorunglücks mehr als 3.700 Menschen an Krankheit oder durch Suizid.

Als Konsequenz des Reaktorunglücks wurden in Japan Dutzende Atomkraftwerke abge­schaltet. Die Evakuierungsanordnungen für die Umgebung des Atomkraftwerks Fuku­shima wurden mittlerweile weitgehend aufgehoben, nur ein paar Gebiete mit hohen Strahlungswerten dürfen weiter nicht betreten werden. Die Bevölkerungszahl in der Präfektur Fukushima ist aber heute weniger als halb so groß wie vor dem Unglück.

Wiederaufbauminister Hiromichi Watanabe versicherte, in 97,3 Prozent der Region sei es „möglich, ein normales Leben zu führenNichtregierungsorganisationen wie Greenpeace bezweifeln diese Einschätzung allerdings. © afp/aerzteblatt.de

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