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Vermischtes

Ambulante Pflegedienste beim Umgang mit antibiotika­resistenten Erregern oft überfordert

Dienstag, 12. März 2019

/dpa

Berlin – Viele ambulante Pflegedienste sind überfordert, wenn die von ihnen betreuten Menschen Träger antibiotikaresistenter Erreger sind. Das berichtet das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) auf der Basis einer Studie von ZQP und Charité – Univer­sitäts­medizin Berlin. Die Studie ist in der Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen erschienen (ZEFQ; doi: 10.1016/j.zefq.2018.07.001).

Laut ZQP war 2016 deutschlandweit in etwa jedem zweiten nicht spezialisierten Pflege­dienst von mindestens einem Mitarbeiter bekannt, dass dieser in den zurückliegenden zwölf Monaten mit Problemkeimen bei Pflegebedürftigen konfrontiert gewesen war. In 95 Prozent der benannten Fälle handelte es sich um MRSA-Bakterien.

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In der ZEFQ-Publikation kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass in nur etwa 50 Prozent von MRSA-Fällen eine fachgerechte MRSA-Versorgung erfolgen kann. Denn in jeweils fast einem Drittel der an der Studie teilnehmenden Dienste fehlte ein festes MRSA-Sanierungsschema (29,3 Prozent) oder gab es kein Protokoll für MRSA-Sanierung (28,7 Prozent).

In den Diensten, in denen solche Strukturen etabliert waren, fehlte den Mitarbeitenden teilweise die Kenntnis darüber. So waren dort 25,6 Prozent der Befragten das vorhandene Sanierungsschema nicht bekannt – das Sanierungsprotokoll war 26,8 Prozent der Befragten unbekannt.

Die Untersuchung legt darüber hinaus nahe, dass sich regelmäßig durchgeführte Hygieneschulungen positiv auf das Hygienemanagement auswirken. Bei denjenigen Pflegekräften, die an einer entsprechenden Schulung innerhalb der letzten zwölf Monate teilnahmen, waren die Kenntnisse über das Vorhandensein von festen MRSA-Sanierungs­schemata, Sanierungsprotokollierung und Verfahrensanweisungen zum Umgang mit speziellen Erregern besser als bei den anderen Befragten.

„Die fachgerechte Umsetzung von Hygienemaßnahmen in ambulanten Diensten insbe­sondere im Umgang mit pflege­bedürftigen Menschen, die von Problemkeimen betroffen sind, ist ein wichtiger Faktor für deren Sicherheit aber auch für die Sicherheit anderer Patienten im Versorgungsystem“, sagte Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. Er betonte, die Qualität des Hygienemanagements eines Dienstes könne oft erheblich dazu beitragen, dass besiedelte Patienten von diesen Erregern befreit und Keime nicht weiterverbreitet würden. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #8348
dr.mipi
am Montag, 8. April 2019, 22:24

Gesundheit von Pflegebedürftigen und Pflegekräften fahrlässig gefährdet !!

Bitte, lassen Sie uns aufhören, aus jedem MRSA-Nachweis eine Katastrophe zu machen, bitte. Wir unterscheiden zwischen einem Nachweis, einer Besiedelung (keinen Krankheitswert) und Infektionen mit z.B. MRSA. Der Staph. aureus gehört zu unserer normalen Flora. Er hat definitv keinen Krankheitswert. Selbst eine Besiedelung Ihres Körpers mit MRSA macht sie nicht krank. Aber natürlich gilt das nur für Sie. Deshalb besteht zunächst kein Unterlassen in der Fürsorgepflicht gegenüber dem "normalen" Kollegen. Ganz anders sieh es natürlich gegenüber dem immunsuppressiven Patienten oder oder Kollegen aus. Ich frage mich schon lange, warum man in Freizeitkleidung seinen Job im Pflege- und Gesundheitsmanagement beginnt und mit den gleichen Klamotten wieder nach Hause geht. Waschen bei 30, 40 oder 60 Grad lassen die MRG3 und MRG4 in der Waschmaschine bestenfalls eine Party feiern, sich vermehren, aber hygienisch ist das sicher nicht.
Avatar #8348
dr.mipi
am Montag, 8. April 2019, 22:09

Hygiene - normal

Wenn ich meinen Text gerade noch ergänzen darf. Es wird jährlich richtig viel Geld für Schulungen und Weiterbildungen in die Hand genommen. Und das nicht erst seit gestern. Wissen kann man nicht updaten aber man kann sich darum bemühen. Es kann nicht sein sein, dass die Klinikleitung, PDL oder der / die Hygienebeauftragte wöchentlich einen Newsletter für fast selbstverständliches heraus lassen. Es gibt Desinfektionsspender, ja und solche, die eine Chip für die Auswertung tragen. Es gibt aber auch Traditionen, wie der Begrüßungshandschlag, das Stethoskop, den Kittel und die typischen Verdächtigen wie das Geländer, die Türklinken oder die Sorglosigkeit.

Unser Hygienebewußtsein beginnt nicht am Patienten, sondern schon lange davor. Besitzen wir keines, dann schauen wir beispielsweise der Wurstverkäuferin oder der Bäckerin einfach dabei zu, wie sie unsere Ware mit den nackten Händen anpackt und dann unser Kleingeld mit den selbigen entgegen nimmt. Auch so kann man Keime oder Methicillin-resistente Erreger zu sich nehmen und irgendwie weiter geben. Susi Sorglos, halt.

Hygiene beginnt bei uns -
Avatar #8348
dr.mipi
am Montag, 8. April 2019, 21:50

Hygiene - normal

Zwei Zitate: "fehlte ein festes MRSA-Sanierungsschema (29,3 Prozent) oder gab es kein Protokoll für MRSA-Sanierung (28,7 Prozent)."

"So waren dort 25,6 Prozent der Befragten das vorhandene Sanierungsschema nicht bekannt – das Sanierungsprotokoll war 26,8 Prozent der Befragten unbekannt."
Avatar #73846
Titania Vertrieb
am Mittwoch, 13. März 2019, 16:41

Gesundheit von Pflegebedürftigen und Pflegekräften fahrlässig gefährdet !!

wenn die Ergebnisse der ZEF Studie repräsentativ sein sollten so ist dies beschämend und alarmierend. In anderen europäischen Ländern wird bei Aufnahme in Krankenhaus auf MRSA u.a. getestet. Warum ist dies NICHT in Deutschland generell möglich. Durch diese zwingend notwendige Maßnahme allein wären wesentliche Gefahren für zu Pflegende und Pflegekräfte beseitigt. Die Verantwortlichen der Pflegedienste sollten sich mal fragen, inwieweit diese von ihrem sicheren Sessel im Innendienst aus weiterhin die massive Gefährdung der Pflegekräfte so verantworten wollen. Für Schulungen der Pflegekräfte ist gegenwärtig oft angeblich KEINE Zeit und kein Geld zur Verfügung....na ja
LNS

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