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Ärztekammer mahnt mehr Schutz vor Gewalt gegen Ärzte und Rettungspersonal an

Montag, 11. März 2019

/dpa

Münster – Ärzte, Pflege- und Praxispersonal, Rettungsdienstmitarbeiter und andere besser vor gewaltsamen Übergriffen zu schützen, fordert die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL). „Diese Übergriffe sind keine Kavaliersdelikte, sondern erhebliche Vergehen gegen das Wohl von Helfern und Heilern. Es sind ganz klare Rechtsbrüche und kriminelle Taten“, sagte ÄKWL-Präsident Theodor Windhorst jetzt in Münster.

Er wies darauf hin, dass die Hemmschwelle für aggressives oder beleidigendes Verhalten sinke und die Gewalt­bereitschaft zunehme. „Und das gerade gegenüber Menschen, die anderen Menschen helfen oder sie sogar aus Notlagen retten wollen. Diese Gewalt, die wachsende Verrohung und Respektlosigkeit sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie bringt Helfer in Not – und darf von uns weder toleriert noch akzeptiert werden. Hier heißt es ‚klare Kante‘ und null Toleranz zeigen“, betonte der Kammerpräsident.

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Die Kammer fordert ein flächendeckendes Meldesystem, worin Fälle von verbaler und körperlicher Gewalt erfasst und daraus weitergehende Erkenntnisse gewonnen werden, wie und mit welchen präventiven Maßnahmen solche Gewaltakte verhindert werden können. Windhorst mahnte darüber hinaus an, Ärzte und weiteres medizinisches Personal in die Regelung des Paragrafen 115 des Strafgesetzbuches aufzunehmen, der Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter mit Strafe belegt.

Er kündigte zudem an, die Kammer werde vermehrt Deeskalationstrainings und Konflikt­ge­sprächskurse anbieten, um Ärzte und andere Berufsgruppen auf kritische Situationen vorzubereiten.

Die ÄKWL weist darauf hin, dass jeder vierte niedergelassene Arzt in seinem bisherigen Berufsleben bereits mindestens einmal körperliche Gewalt erlebt hat. Aber nur jeder vierte körperliche und jeder 14. verbale Angriff würden angezeigt.

Laut einer Studie eine interdisziplinären Forschungsgruppe am Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda ist körperliche Gewalt für das Personal von Notauf­nahmen eine besonders häufige Herausforderung. Knapp 76 Prozent der Befragten aus 51 Notaufnahmen in Hessen gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Form körperlicher Gewalt erlebt zu haben. Die Studie ist im Januar 2019 erschienen. © hil/aerzteblatt.de

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