NewsPolitikTerminvermittlung: Vergütung für Hausärzte soll weiter erhöht werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Terminvermittlung: Vergütung für Hausärzte soll weiter erhöht werden

Montag, 11. März 2019

/dpa

Berlin – Union und SPD haben, kurz bevor am kommenden Donnerstag das Terminser­vice- und Versorgungsgesetz (TSVG) im Bundestag verabschiedet werden soll, weitere Korrekturen und Ergänzungen an ihren Änderungsanträgen zum Gesetzentwurf vorge­nommen. Das betrifft unter anderem die hausärztliche Vergütung.

Den Änderungsanträgen zufolge, die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegen und die sich nun auf insgesamt 214 Seiten belaufen, sollen Hausärzte nun zehn Euro für jede erfolgreiche Vermittlung eines Behandlungstermins erhalten. Im Ursprungsentwurf des Gesetzes hatte Spahn für diese Leistung zunächst zwei Euro vorgesehen. In der letzten Version der Änderungsanträge von Ende Februar war das Honorar von den Koalitionären dann auf fünf Euro pro erfolgreicher Vermittlung eines Termins erhöht worden. Nun sollen es zehn Euro sein.

Anzeige

Es bleibt dabei, dass Haus- und Fachärzte künftig einen gestaffelten Zuschlag auf die Versichertenpauschale zwischen 20 und 50 Prozent bekommen sollen, wenn sie zügig Patienten behandeln, die durch die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigun­gen vermittelt worden sind. Für eine Versorgung am gleichen Tag soll es einen Zuschlag von 50 Prozent geben, innerhalb einer Woche einen Aufschlag von 30 Prozent und inner­halb von zwei Wochen 20 Prozent des Zuschlages auf die Grundpauschale, wie auch die aktuellen Änderungsanträge zeigen.

Eine weitere Ergänzung haben Union und SPD bei der hausarztzentrierten Versorgung (HzV) vorgesehen. Bereits angedacht war, dass die Krankenkassen verpflichtet werden sollen, Versicherte, die in Wahltarifen für die Teilnahme an einer HzV eingeschrieben sind, an Effizienzgewinnen aus diesen Tarifen zu beteiligen. Dafür sollten die Kassen im Vorhinein berechnen, welche Effizienzsteigerungen und Einsparungen aus der Ein­schreibung ihrer Versicherten in eine HzV zu erwarten sind. Diese Kalkulation sollen die Krankenkassen nun der zuständigen Aufsichtsbehörde vorlegen müssen.

„Da es – neben der Verbesserung der Versorgungsqualität – stets auch Ziel der hausarzt­zentrierten Versorgung ist, Effizienzsteigerungen zu erzielen, bedarf es einer besonderen Begründung, sollte eine Krankenkasse in ihrer Kalkulation zu dem Ergebnis kommen, dass keine Effizienzsteigerungen erwartet werden, die die Aufwendungen übersteigen“, heißt es in der Begründung des Antrags von Union und SPD. © may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #672734
isnydoc
am Dienstag, 12. März 2019, 13:53

Differenzierte Zuschläge nach Wartezeit - wer erhebt all diese Daten?

Der Auszahlmodus erfolgt KV-gesteuert alle 3 Monate, zuvor gibt es Abschlagszahlungen. Nun kommt es darauf an, Neu- von Altpatienten gestaffelt nach Wartezeit zu "identifizieren". Wer soll das machen?
Welche "Marker" erstellen notwendige Zeitmarken?
Soll das die "Telematik-Infrastruktur" ad hoc zuverlässig bewältigen?
Avatar #109621
w.baertl
am Montag, 11. März 2019, 19:10

"Bieterverfahren"

nennt man das in der Wirtschaft. Jetzt also auch bei der Vermittlung und Annahme von Terminen beim Facharzt. Wer bietet mehr? Auf Rang 1: Termin über TSS am gleichen Tag: 50 % auf GP = zwischen 6-15 EUR/Fall und Entbudgetierung des Behandlungsfalles. Dann die übrigen TSS-Fälle, und die Neu- Patienten. Dann kommen ja noch die mit 10 EUR auf Vermittlerseite angetriggerten HA-Überweisungen - auch unbudgetiert. Schlusslicht all die chronisch kranken und in der Regel alten Patienten, die regelmäßig fachärztliche Behandlung brauchen und nicht in die obigen Kriterien passen. Das möchte ich eigentlich nicht mehr mitmachen, da ich es ethisch-medizinisch für unverantwortlich halte..
LNS

Nachrichten zum Thema

2. April 2019
Frankfurt am Main – Die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Hessen hat Anrufer an Psychotherapeuten fristgerecht vermitteln können. Darauf hat die KV Hessen hingewiesen. Ende
Terminservicestelle in Hessen kann alle Anfragen erfüllen
19. März 2019
Düsseldorf – Der ambulanten Versorgung im Rheinland stehen im laufenden Jahr rund 76,5 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Kassenärztliche
KV Nordrhein und Krankenkassen im Rheinland einigen sich auf Vergütung
15. März 2019
Berlin – Einen Tag nach der Verabschiedung des umstrittenen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) hat sich die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) heute
Vertragsärzte fordern weiterhin Wegfall der Budgets und bessere Patientensteuerung
14. März 2019
Berlin – Schnellere Arzttermine für gesetzlich Krankenversicherte, zusätzliche Leistungen sowie mehr Tempo bei der Einführung der elektronischen Patientenakte: So beschrieb Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter
Bundestag verabschiedet Terminservice- und Versorgungsgesetz
14. März 2019
Berlin – Das Terminservice- und Versorgungsgesetz war im Bundestag kaum verabschiedet, da hagelte es bereits Kritik von Akteuren aus dem Gesundheitswesen. Ärzte, Krankenkassen und Verbände sind in
Terminservice- und Versorgungsgesetz ruft deutliche Kritik hervor
13. März 2019
Berlin – Der Gesundheitsausschuss des Bundestages hat gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen den an zahlreichen Stellen geänderten und ergänzten Entwurf für das Terminservice- und
Ausschuss billigt Terminservice- und Versorgungsgesetz mit Änderungen
7. März 2019
Berlin – Vielen Praxen macht es nach Angaben von Ärzten zu schaffen, dass Patienten ohne Absage nicht zu Terminen kommen. Erste Einschätzungen zeigten, dass unentschuldigt nicht wahrgenommene Termine
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER