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Medizin

Kakao könnte Erschöpfungssyndrom bei Multipler Sklerose entgegenwirken

Mittwoch, 13. März 2019

/Leonid, stockadobecom

Oxford – Kakao könnte dabei helfen, ein Erschöpfungssyndrom – Fatigue – einzu­dämm­en, das von einer Multiplen Sklerose (MS) ausgelöst wird. Das berichten Wissenschaftler der Oxford University im Journal of Neurology Neurosurgery & Psychiatry (2019; doi: 10.1136/jnnp-2018-319496).

Sie randomisierten in ihrer Machbarkeitsstudie 40 Erwachsene, bei denen kürzlich die schubförmig remittierende Form von MS und Müdigkeit diagnostiziert wurden. Die eine Gruppe trank jeden Tag eine Tasse warme Reismilch, in der ein Kakaopulver gelöst war, das viele Flavonoide enthielt. Die andere Gruppe trank die Milch mit einem Kakao, der nur wenige Flavonoide enthielt. 

Die Teilnehmer wurden angewiesen, 30 Minuten zu warten, bevor sie irgendwelche ver­schriebenen Medikamente einnahmen oder etwas anderes aßen oder tranken.

Müdigkeit und Ermüdungsfähigkeit – die Geschwindigkeit, mit der die mentale und physische Müdigkeit einsetzten – wurden vor dem Start, zur Mitte und am Ende der Studie formal bewertet. Die Teilnehmer bewerteten ihre Müdigkeit zudem subjektiv auf einer Skala von 1 bis 10, jeden Tag um 10, 15 und 20 Uhr und überwachten ihre Aktivität mit einem Pedometer.

Nach 6 Wochen zeigte sich bei 11 Teilnehmern, die hochflavonoiden Kakao tranken, eine leichte Verbesserung der Müdigkeit im Vergleich zu 8 derjenigen, die die niedrigflavo­noi­de Version tranken.

Es gab laut den Forschern einen moderaten Effekt auf die Ermüdungsfähigkeit, wobei diejenigen, die den Flavonoidkakao tranken, in der Lage waren, während eines 6-minü­tigen Gehversuchs mehr Distanz zu überwinden. Diejenigen, die die Hochflavonoid-Version tranken, zeigten eine 45-prozentige Verbesse­rung der subjektiv bewerteten Müdigkeit und eine 80-prozentige Verbesserung der Geh­ge­schwindigkeit.

„Unsere Studie stellt fest, dass der Einsatz von Ernährungsinterventionen machbar ist und langfristig mögliche Vorteile zur Unterstützung des Fatiguemanagements bieten kann, indem sie Müdigkeit und Gehausdauer verbessert“, schreiben die Forscher. Angesichts der entzündungshemmenden Eigenschaften von Flavonoiden könnten sie zusammen mit anderen Ansätzen wie Bewegung, medikamentöse Behandlung und Physiotherapie zur Behandlung der Fatigue eingesetzt werden, schlagen sie vor. 

Wenn sich die Ergebnisse in größeren Studien bestätigen, könnte dies ein einfacher diätetischen Therapieansatz für ein anhaltendes und schwer zu behandelndes Symptom sein, das 9 von 10 Menschen mit MS betrifft, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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