NewsMedizinGlaukom: Laser in der Ersttherapie effektiver und kostengünstiger
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Glaukom: Laser in der Ersttherapie effektiver und kostengünstiger

Mittwoch, 13. März 2019

/luckybusiness, stockadobecom

London – Eine selektive Trabekuloplastik, die durch Beseitigung von Abflussbehinderungen im Kammerwinkel den Augeninnendruck senkt, hat in einer randomisierten Studie in der Ersttherapie 3 Viertel der Patienten die Anwendung von Augentropfen erspart, was laut den am Weltglaukomtag am 12. März im Lancet (2019; doi: 10.1016/S0140-6736(18)32213-X) veröffentlichten Ergebnissen auf Dauer zu deutlichen Kosteneinsparungen führen kann.

Augenärzte sind seit Längerem in der Lage, durch eine Laserkoagulation das Maschenwerk im Kammerwinkel zu weiten und dadurch den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern. Die Behandlung wird heute meist als selektive Lasertrabekuloplastik durchgeführt. Die Behandlung gilt als schonend, und bereits nach einer einzigen Behandlung kommt es häufig zu einer Absenkung des Augeninnendrucks, was Schäden der Netzhaut verhindern kann.

Anzeige

Trotz dieser Vorteile wird die Lasertherapie in der Regel erst dann durchgeführt, wenn es mit Medikamenten nicht gelingt, den Augeninnendruck ausreichend zu senken. Eine längere medikamentöse Behandlung wird jedoch von vielen Patienten als belastend empfunden und für die Krankenkassen ist sie mit ständigen Kosten für die Medikamente verbunden.

Die britische LiGHT-Studie („Laser in Glaucoma and ocular HyperTension“) hat deshalb untersucht, ob die selektive Lasertrabekuloplastik als Ersttherapie bei Patienten durchgeführt werden kann, denen die Augenärzte bisher aufgrund eines erhöhten Augeninnendrucks oder eines Glaukoms bisher zunächst zu einer medikamentösen Therapie raten würden.

In der bisher größten randomisierten Studie zu dieser Frage wurden an 6 britischen Kliniken insgesamt 718 Patienten nach dem Zufallsprinzip auf eine selektive Laser­trabekulo­plastik oder auf eine medikamentöse Behandlung randomisiert. Der primäre Endpunkt der Studie war die Lebensqualität der Patienten, die in dem frühen Stadium der Erkrankung im Vordergrund steht.

Wie Gus Gazzard vom Moorfields Eye Hospital in London berichtet, gab es während der 36-monatigen Nachbeobachtungszeit weder im EQ-5, einem allgemeinen Fragebogen zur Lebensqualität, noch in den spezifischen Instrumenten GUI („Glaukom Utility Index“) GSS („Glaucoma Symptom Scale“) oder GQL-15 („Glaucoma Quality of Life 15“) signifikante Unterschiede, sodass von dieser Seite eine frühzeitige Lasertherapie gerechtfertigt erscheint.

Die frühzeitige Lasertherapie erwies sich als äußerst effektiv. Bei 93,0 % der gelaserten Augen wurde bei den regelmäßigen Kontrollen ein normaler Augeninnendruck gemessen gegenüber 91,3 % der primär medikamentös behandelten Augen.

Insgesamt 74,2 % der Patienten benötigten 36 Monate nach der Lasertherapie keine Augentropfen mehr. Die hohe Erfolgsrate hat günstige Auswirkungen auf die Kosten­effektivität. Die Kosten für die selektive Trabekuloplastik betragen in Großbritannien 205 Pfund. Für die Medikamente muss der National Health Service (NHS) dagegen in den ersten 36 Monaten 465 Pfund aufwenden. Nach Hochrechnungen von Gazzard könnte der NHS jährlich 1,5 Millionen Pfund sparen, wenn alle Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck sofort einer Lasertherapie zugeführt würden. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. März 2019
Los Angeles – US-Ophthalmologen haben ein adhäsives Gel entwickelt, mit dem sich oberflächliche Verletzungen der Cornea versiegeln lassen. Das Gel wird laut einem Bericht in Science Advances (2019; 5:
Augenheilkunde: Klebstoff erlaubt Reparatur der Cornea ohne Operation
19. März 2019
Berkeley/Kalifornien. Die intravitreale Injektion von Adenoviren, die das Gen für ein Opsin in den Ganglienzellen der Retina installierte, hat bei Mäusen mit einer Retinitis pigmentosa ein
Retinitis pigmentosa: Mäuse können nach Gentherapie wieder sehen
13. Februar 2019
Erlangen – Der „Atlas of Ophthalmology“ ist eine umfangreiche webbasierte Referenzbilderdatenbank vorwiegend für Ärzte und Medizinstudierende, aber auch für Laien, die das gesamte augenärztliche
Augenheilkunde: Kommentierte Bilderdatenbank
11. Februar 2019
Düsseldorf – Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) kritisiert die von der Politik geplante verbindliche offene Sprechstunde für Fachärzte. Die Zeit für diese Sprechstunde fehle künftig
Augenärzte befürchten schlechtere Versorgung durch offene Sprechstunden
7. Februar 2019
München – Das Smartphone könnte in Zukunft augenärztliche Untersuchungen ermöglichen. Das ist das Ergebnis einer von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) geförderten Pilotstudie in
Augenscreening per Smartphone möglich
6. Februar 2019
Neu Delhi/Magdeburg – Eine Achtsamkeitsmeditation kann den Augeninnendruck bei Patienten mit grünem Star senken, stressbedingte Biomarker reduzieren und die Lebensqualität deutlich verbessern. Das
Achtsamkeitstraining senkt Augeninnendruck bei Glaukom
30. Januar 2019
Dortmund – Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) organisiert den augenärztlichen Bereitschaftsdienst im Raum Münster neu. Ab Anfang Februar finden Patienten, die in den Abendstunden,
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER