NewsMedizinMenschen in ärmeren Ländern altern um 30 Jahre schneller
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Menschen in ärmeren Ländern altern um 30 Jahre schneller

Mittwoch, 13. März 2019

Eine alte Frau in Heldsbach, Papua-Neuguinea, knüpft eine Matte. /dpa

Seattle – Japaner haben heute im Alter von 76 Jahren die gleichen gesundheitlichen Probleme wie der Durchschnitt aller Menschen im Alter von 65 Jahren. In Papua-Neuguinea erreichen die Einwohner diese altersbedingte Morbidität bereits mit 46 Jahren, wie Berechnungen in Lancet Public Health (2019; doi: 10.1016/S2468-2667(19)30019-2) ergaben.

Im Alter werden viele Krankheiten häufiger. Bei 92 von 293 Krankheiten, deren weltweite Verbreitung Forscher vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in der Global Burden of Disease Study 2017 ermittelt hatten, nimmt die Inzidenz sogar mit dem Quadrat des Alters zu. Angela Chang und Mitarbeiter am IHME in Seattle haben für jedes Land die Summe der DALYs an den 92 Erkrankungen errechnet. Ein DALY oder „disability-adjusted life year“ ist ein durch Krankheit verlorenes Lebensjahr.

Die geringsten DALY, also die am wenigsten verlorenen Lebensjahre, ermittelte Chang für die Schweiz (104,9 DALYs pro 1.000 Erwachsene ab 25 Jahren). Es folgen Singapur (108,3 DALYs), Südkorea (110,1), Japan und Italien (jeweils 110,6).

Deutschland steht mit 144,7 DALYs pro 1.000 Erwachsene an Position 38 zwischen Slowenien und Jordanien. Die USA liegen mit 161,5 an Position 53 zwischen Algerien und dem Iran. Das untere Ende bilden Papua-Neuguinea (506,6 DALYs), die Marshall-Inseln (396,9 DALYs) und Afghanistan (380,2 DALYs).

In einer weiteren Analyse hat Chang die DALYs auf das 65. Lebensjahr bezogen und für jedes Land berechnet, in welchem Alter die Einwohner im Durchschnitt diesen Wert erreichen. Hier führen Japan und die Schweiz mit 76,1 Jahren. Es folgen Frankreich mit 76,0 Jahren, Singapur mit 76,0 Jahren und Kuwait mit 75,3 Jahren, vor Südkorea und Spanien (jeweils 75,1 Jahre), Italien: (74,8 Jahre), Puerto Rico (74,6 Jahre) und Peru (74,3 Jahre).

In Deutschland beträgt das Alter 70,7 Jahre. Die Deutschen bleiben also 5 Jahre länger gesund als der Durchschnitt der Weltbevölkerung. Das untere Ende bilden Papua-Neuguinea mit 45,6 Jahren vor den Marshall-Inseln mit 51,0 Jahren und Afghanistan mit 51,6 Jahren.

© rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. Juni 2020
Wiesbaden – Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat eine schnellere und bessere Erfassung der Sterblichkeit in Deutschland angemahnt. Die Pandemie habe bei der bisherigen Erfassung
Bundesinstitut will bessere Erfassung der Sterblichkeit
13. Mai 2020
Genf – Die Lebenserwartung wächst weltweit dank besserer Gesundheitsversorgung: In Ländern mit niedrigen Einkommen stieg sie zwischen 2000 und 2016 um elf Jahre auf durchschnittlich 62,7 Jahre. Das
Lebenserwartung auch in ärmeren Ländern gestiegen
22. Januar 2020
Toronto – Kanadier, denen regelmäßig das Geld für Nahrungsmittel ausgeht, hatten in einer Kohortenstudie im kanadischen Ärzteblatt CMAJ (2020; 192: E53-60) eine um bis zu 9 Jahre verminderte
Nahrungsmangel verkürzt das Leben – auch in reicheren Ländern
20. Januar 2020
Berlin – Die Bundesregierung lässt demografische Trends bei Familien in Deutschland untersuchen. Dazu wollen das Bundesinnenministerium (BMI) und das Bundesbildungsministerium (BMBF) in einer Studie
Bundesregierung lässt Trends bei Familienmodellen erforschen
20. Januar 2020
London – Die Chancen auf ein langes Leben in Gesundheit werden in den USA und in England stark durch Bildung und Wohlstand beeinflusst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in den Journals of
Reiche Menschen bleiben länger gesund
30. Dezember 2019
Hannover – In der Nacht zum 1. Januar 2020 werden voraussichtlich 7,754 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Diese Schätzzahl legte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) kürzlich in Hannover
Schätzung: Zahl der Erdbewohner zum Jahreswechsel bei rund 7,75 Milliarden
27. November 2019
Richmond – Seit 2014 sinkt in den USA erstmals in Friedenszeiten die Lebenserwartung der Bevölkerung. Die Ursachen dieser „Retrogression“ reichen nach einer umfassenden Analyse im amerikanischen
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER