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Ärzteschaft

Arbeitsdruck belastet Ärzte stark

Dienstag, 12. März 2019

/Monika Wisniewska, stockadobecom

Berlin – Der Druck im Beruf belastet die Ärzte in Deutschland stark. Das signalisiert eine Umfrage des Gesundheitsportals Medscape. Das Unternehmen befragte Ärzte in sechs Ländern. In Deutschland nahmen 615 Mediziner an der Onlineumfrage teil. 

Danach berichtet fast jeder zweite Arzt in Deutschland von Gefühlen körperlicher, emo­tionaler und mentaler Erschöpfung. 24 Prozent der Ärzte geben in der Umfrage an, dass sie unter „Depressionen“ und „depressiven Verstimmungen“ leiden. Neun Prozent bezeich­nen ihre Symptome als eine Kombination aus Burnout und Depression. Zwölf Prozent sprechen nur von Burnout. 56 Prozent sagen, dass sie keine dieser Erkrankungen haben oder deren Symptome an sich wahrnehmen.

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Allerdings bezeichnen drei Viertel der Befragten, die angeben, dass sie unter einer „Depression“ leiden, die Symptome als eher leicht. Sie fühlen sich traurig oder „down“, was als depressive Verstimmung definiert wird. In den Kommentaren äußern die Teil­nehmer häufig, dass sie „gereizt sind, schlecht schlafen, sich erschöpft fühlen und zurück­ziehen. Freunde und Familie werden vernachlässigt.“ Nur sechs von 100 Ärzten würden von ihren psychischen Problemen als „klinisch manifeste“ Depression sprechen.

Verwaltungsaufgaben führen zu hoher Belastung

Ärzte in Deutschland, die ihren Zustand als „Burnout“ bezeichnen, empfinden vor allem die Verwaltungsaufgaben (52 Prozent) als große Belastung. Zu viele Arbeitsstunden (50 Prozent), mangelnde Anerkennung im sozialen Umfeld (36 Prozent), die zu starke Gewinnorientierung (32 Prozent), die unzureichende Vergütung (26 Prozent), staatliche Regulierungen (18 Prozent) oder die zunehmende Computerisierung (18 Prozent) sind weitere wichtige Faktoren. Die Symptome eines Burnouts dauern bei 60 Prozent seit mehr als einem Jahr an. Die Mehrheit beschreibt sie als „mittlere Intensität“.

Die Mehrheit der deutschen Ärzte gab an, keine professionelle Hilfe zu suchen (60 Pro­zent). Die Gründe: Die Erkrankung ist nicht schwer genug (46 Prozent), zu wenig Zeit durch die Arbeit (33 Prozent) oder die Einschätzung, die Situation auch ohne professio­nelle Hilfe bewältigen zu können (38 Prozent). 

Außer in Deutschland hat das Gesundheitsportal die gleiche Umfrage auch in fünf weite­ren Ländern – Frankreich, Portugal, Spanien, USA und Großbritannien – durchgeführt. Insgesamt haben 20.000 Ärzte daran teilgenommen. Demnach fühlt sich im internationa­len Durchschnitt mehr als jeder dritte Arzt (37 Prozent) ausgebrannt.

„Viele Ärzte haben keine Unterstützung am Arbeitsplatz und manch einer denkt daran, die Medizin aufzugeben. Der Bericht zeigt daher deutlich, dass sich die Arbeitsbedingungen zum Wohle der Ärzte und ihrer Patienten global deutlich verbessern müssen“, zieht Vero­nique Duqueroy, Redaktionsmitglied von Medscape Global und Mitautorin des Berichts, ein Fazit.

Der kommende 122. Deutsche Ärztetag in Münster vom 28. bis 31. Mai wird das Thema „Arztgesundheit“ als einen Schwerpunkt haben. Es gehe „um den Mensch Arzt“, der Erhalt der eigenen Gesundheit solle einen anderen Stellenwert bekommen, erläuterte Gerald Quitterer, Präsident der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer und Mitglied im Vorstand der Bundes­ärzte­kammer, Anfang des Jahres. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #749369
Ambush
am Dienstag, 12. März 2019, 18:15

Beim Frage nach dem Sinn der Arbeit stellen sich ganz schnell grundsätzliche Fragen

https://www.zeit.de/karriere/beruf/2011-06/interview-sinnsuche-karriere
LNS

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