NewsÄrzteschaftBehandlungsfehler in Sachsen auf niedrigem Niveau
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Behandlungsfehler in Sachsen auf niedrigem Niveau

Dienstag, 12. März 2019

/morganka, stockadobecom

Dresden – Die Zahl der Behandlungsfehler in Sachsen ist auf sehr niedrigem Niveau stabil bis rückläufig. Das berichtet die Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen bei der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer.

Danach sind im vergangenen Jahr 331 Anträge wegen eines vermuteten Behandlungs­fehlers eingegangen. Im Jahr 2017 waren es 356. Die Gutachterstelle leitete 2018 aufgrund der eingereichten Unterlagen bei 197 Fällen eine Begutachtung ein, im Jahr zuvor war dies bei 234 Fällen erfolgt. Einen tatsächlichen Behandlungsfehler stellte die Gutachterstelle im vergangenen Jahr in 46 Fällen fest. 2017 waren es 45.

Anzeige

„Die insgesamt geringe Anzahl an Fehlern bei rund 32 Millionen ambulanten und statio­nären Behandlungsfällen trotz der extremen Arbeitsverdichtung in Krankenhäusern und Praxen ist ein Ergebnis der verantwortungsvollen Tätigkeit der Ärzte, Schwestern und Pflegekräfte“ sagte Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer. Er betonte aber, dass hinter jedem Fehler ein individuelles Patientenschicksal stehe. 

Laut der Gutachterstelle betrafen 80 Anträge die Fachrichtung Chirurgie, 28 die Innere Medizin, 21 die Orthopädie, elf die Gynäkologie/Geburtshilfe, zehn Anträge entfielen auf das Fachgebiet Neurochirurgie und neun Anträge auf die Allgemeinmedizin. Des Weite­ren wurden acht Fälle in der Augenheilkunde und jeweils sechs Anträge in den Fachbe­reichen HNO und Anästhesiologie/Intensivtherapie begutachtet. Fünf Fälle entfielen auf die Kinderheilkunde, vier auf die Neurologie/Psychiatrie und jeweils drei auf die Rehabili­tation und Radiologie. Außerdem gab es zwei Anträge im Bereich der Haut- und Geschlechts­krankheiten und eine im Bereich der Urologie.

Nach Sektoren gegliedert entfielen 125 auf den stationären Bereich, 119 auf Klinik­ambulanzen, 44 auf ambulante Praxen und neun auf Medizinische Versorgungszentren (MVZ).

Die Gutachterstelle ist bestrebt, Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden und eine außerge­richtliche Einigung zu erreichen. Sie kann nur im allseitigen Einverständnis der Parteien tätig werden. Nach eigenen Angaben erreicht sie in 90 bis 95 Prozent der Begutach­tungs­fälle eine abschließende Klärung. „Die Bereitschaft der Ärzte, sich an den Verfahren zu beteiligen und zur Aufklärung beizutragen, ist nach wie vor sehr hoch“, teilte die Stelle mit. 

Die Bundes­ärzte­kammer will die bundesweite Statistik der Gutachterstellen in den kommenden Wochen veröffentlichen, voraussichtlich im April. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. März 2019
Dresden – Der Bundestrend, dass Ärzte in der ambulanten Medizin lieber als Angestellte als in eigener Praxis arbeiten möchten, ist auch in Sachsen zu beobachten. Darauf weist die Ärztekammer des
Immer weniger Ärzte in Sachsen haben eigene Praxis
19. März 2019
Dresden – In Sachsen wird es vorerst offenbar keine Landarztquote für das Medizinstudium geben. Eine Einigung in der Regierung sei an der SPD gescheitert, erklärte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Barbara
Landarztquote für Studienanfänger in Sachsen vorerst vom Tisch
13. März 2019
Berlin – Die Techniker Krankenkasse (TK) hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Beschwerden über mögliche Behandlungsfehler registriert. Knapp 6.000 Versicherte wandten sich deswegen an die Kasse, das
TK stellt mehr Beschwerden wegen möglicher Behandlungsfehler fest
13. März 2019
Dresden – Die Krankenkasse AOK Plus hat 2018 erneut einen Rekord beim Krankenstand in Sachsen registriert. Wie die Kasse heute in Dresden mitteilte, lag der Wert im vergangenen Jahr bei 5,7 Prozent,
AOK Plus verzeichnet erneut Rekord bei Krankenstand in Sachsen
7. März 2019
Dresden – Die Grippe- und Erkältungswelle hat im vergangenen Jahr zu mehr Fehlzeiten der Beschäftigten in Sachsen gesorgt. Das geht aus einer Auswertung der Barmer hervor, die heute veröffentlicht
Grippewelle sorgte für höheren Krankenstand in Sachsen
6. März 2019
Dresden – Patienten in Sachsen müssen im Schnitt acht Wochen auf einen Facharzttermin warten, jede fünfte Praxis (22 Prozent) vergibt an neue Patienten keine Termine mehr. Das haben die sächsische
Viele Patienten in Sachsen bekommen nur schwer Facharzttermine
5. März 2019
Dresden – Sachsens Krankenhäuser werden digitaler. Das sieht die Erweiterung einer Richtlinie zur Digitalisierung im Gesundheitswesen vor, die jetzt vom Kabinett verabschiedet wurde. Demnach stellt
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER