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Politik

Krankenkassen in Bayern prüfen mehr Klinikrechnungen

Mittwoch, 13. März 2019

/iamaea, stockadobecom

München – Um fehlerhaften Krankenhausrechnungen auf die Spur zu kommen, hat der Medizinische Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) im vergangenen Jahr deutlich mehr Unterlagen in Bayern geprüft. Im Auftrag der Krankenkassen kontrollierte der MDK mit 409.000 Rechnungen rund zwölf Prozent mehr Fälle als 2017 und 26 Prozent mehr als 2016.

„Das ist extrem viel“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des MDK Bayern, Max Peter Waser, in München. Bei rund der Hälfte der geprüften Fälle seien Fehler gefunden worden. Da die Krankenkassen fehlerhafte Rechnungen im Schnitt um 1.500 Euro kürzen, dürfte sich die Summe der Rückforderungen alleine im Freistaat auf 300 Millionen Euro belaufen.

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Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) wehrt sich aber gegen den Vorwurf, ihre Mitgliedsunternehmen würden bewusst falsche Rechnungen stellen. „Das Hauptproblem ist die absurde Komplexität des Systems“, ärgert sich der BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein. Der OPS-Katalog, in dem Vorschriften für Abläufe festgehalten sind, umfasse inzwischen mehr als 30.000 Posten, die zum Teil mit mehreren Dutzend Seiten an Erläuterungen versehen seien. Dieses Regelwerk sei „nicht mehr überschaubar und extrem interpretationsfähig und fehleranfällig“, beklagte Hasenbein.

Der BKG-Geschäftsführer warf den Krankenkassen vor, sie täten alles, um möglichst viel Geld von den Kliniken zurückzuholen, weil sie auf diese Weise ihre Position im Wettbe­werb um einen günstigen Beitragssatz verbessern können.

Der stellvertretende Geschäftsführer des MDK Bayern, Max Peter Waser, sieht aber auch bei den Kliniken wirtschaftliche Interessen. Es gebe inzwischen zahlreiche Beratungs­unter­nehmen, die Krankenhäusern anbieten, ihre Abrechnungen zu „optimieren“, sagte Waser. Es herrsche ein Druck unter den Kliniken, auf möglichst hohe Erträge hin opti­mierte Rechnungen zu stellen: „Die Krankenhäuser sehen sich einem Wettbewerbssystem ausgesetzt, in dem sie versuchen, sich ökonomisch zu behaupten.“

Damit die Zahl der Rechnungsprüfungen wieder sinkt, müssen nach Einschätzung der Krankenhausgesellschaft vor allem zwei Voraussetzungen erfüllt sein. „Die Misstrauens­kultur gegenüber den Krankenhäusern muss ein Ende haben“, forderte BKG-Geschäfts­führer Hasenbein. Außerdem müsse das Abrechnungssystem drastisch entbürokratisiert werden.

Ein übersichtlicheres Regelwerk für die Klinikabrechnungen wünscht sich auch Max Peter Waser vom MDK. Alleine in Bayern sind beim Medizinischen Dienst der Kranken­ver­sicherung mehr als 160 Mitarbeiter mit der Prüfung von Klinikrechnungen beschäftigt, rund die Hälfte davon sind Ärzte. Waser ist sicher, „dass man die durchaus auch an anderen Stellen sinnvoller einsetzen könnte“. © dpa/aerzteblatt.de

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