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Ärzteschaft

App ermöglicht fachärztliche Abklärung von Erkrankungen im Intimbereich

Mittwoch, 13. März 2019

Erstmalig können Patienten mit der App-Anwendung Intimarzt anonym Auffälligkeiten im Intimbereich fachärztlich überprüfen lassen. /NCT Heidelberg

Heidelberg – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg hat ein telemedizinisches Projekt genehmigt, in dessen Rahmen Patienten anonym Auffälligkeiten im Intimbereich durch einen Facharzt überprüfen lassen können. Die Universitäts-Hautklinik in Heidel­berg, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben das digitale Angebot entwickelt.

„In vielen Fällen möchte der Patient bei einem Problem im Geschlechtsbereich unerkannt bleiben und gleichzeitig aber wissen, ob die von ihm entdeckte Auffälligkeit in der Praxis behandelt werden muss“, erklärte Alexander Enk, Direktor der Hautklinik am Universitäts­klinikum Heidelberg. Die neue App-Anwendung „Intimarzt“ ermögliche dies. Patienten erhielten über die App eine erste Einschätzung, die den meisten Patienten den Gang zum Arzt bereits ersparen könne.

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„Allerdings ersetzt die Befundung per Smartphone auch nicht den Arztbesuch. Eine Erstmeinung über eine Telemedizin-Anwendung sollte als ein möglicher Schritt vor einem Arztbesuch gesehen werden. Bei Fällen, die digital nicht eindeutig zu beurteilen sind, werden die Fachärzte die App-Nutzer auch weiterhin in die Praxis einladen“, sagte Titus Brinker, Assistenzarzt an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg und Leiter der App-Entwicklung am NCT Heidelberg und DKFZ.

Die App steht für iPhones und Android Smartphones zum Download zur Verfügung. Patienten müssen für eine Erstmeinung drei Fotos des intimen Problems aufnehmen und einige Fragen zu möglichen Symptomen beantworten. Die Bilder und Informationen werden anschließend über eine verschlüsselte Verbindung an einen Facharzt für Geschlechtserkrankungen aus Baden-Württemberg übermittelt.

Befunden dürfen nur Fachärzte für Geschlechtskrankheiten mit mindestens zehn Jahren Praxiserfahrung. Patienten ohne Smartphone können auch über eine Digitalkamera und die Intimarzt-Webseite die Bilder bereitstellen. Intimarzt verspricht dem Patienten, innerhalb von 48 Stunden eine Ersteinschätzung digital zu übermitteln.

Für die teilnehmenden Fachärzte für Geschlechtskrankheiten aus Baden-Württemberg ist der digitale Service nach der Gebührenordnung für Ärzte abrechenbar. Der Patient bezahlt eine Service-Gebühr in Höhe von 24,95 Euro. © hil/aerzteblatt.de

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