NewsÄrzteschaftApp ermöglicht fachärztliche Abklärung von Erkrankungen im Intimbereich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

App ermöglicht fachärztliche Abklärung von Erkrankungen im Intimbereich

Mittwoch, 13. März 2019

Erstmalig können Patienten mit der App-Anwendung Intimarzt anonym Auffälligkeiten im Intimbereich fachärztlich überprüfen lassen. /NCT Heidelberg

Heidelberg – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg hat ein telemedizinisches Projekt genehmigt, in dessen Rahmen Patienten anonym Auffälligkeiten im Intimbereich durch einen Facharzt überprüfen lassen können. Die Universitäts-Hautklinik in Heidel­berg, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben das digitale Angebot entwickelt.

„In vielen Fällen möchte der Patient bei einem Problem im Geschlechtsbereich unerkannt bleiben und gleichzeitig aber wissen, ob die von ihm entdeckte Auffälligkeit in der Praxis behandelt werden muss“, erklärte Alexander Enk, Direktor der Hautklinik am Universitäts­klinikum Heidelberg. Die neue App-Anwendung „Intimarzt“ ermögliche dies. Patienten erhielten über die App eine erste Einschätzung, die den meisten Patienten den Gang zum Arzt bereits ersparen könne.

Anzeige

„Allerdings ersetzt die Befundung per Smartphone auch nicht den Arztbesuch. Eine Erstmeinung über eine Telemedizin-Anwendung sollte als ein möglicher Schritt vor einem Arztbesuch gesehen werden. Bei Fällen, die digital nicht eindeutig zu beurteilen sind, werden die Fachärzte die App-Nutzer auch weiterhin in die Praxis einladen“, sagte Titus Brinker, Assistenzarzt an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg und Leiter der App-Entwicklung am NCT Heidelberg und DKFZ.

Die App steht für iPhones und Android Smartphones zum Download zur Verfügung. Patienten müssen für eine Erstmeinung drei Fotos des intimen Problems aufnehmen und einige Fragen zu möglichen Symptomen beantworten. Die Bilder und Informationen werden anschließend über eine verschlüsselte Verbindung an einen Facharzt für Geschlechtserkrankungen aus Baden-Württemberg übermittelt.

Befunden dürfen nur Fachärzte für Geschlechtskrankheiten mit mindestens zehn Jahren Praxiserfahrung. Patienten ohne Smartphone können auch über eine Digitalkamera und die Intimarzt-Webseite die Bilder bereitstellen. Intimarzt verspricht dem Patienten, innerhalb von 48 Stunden eine Ersteinschätzung digital zu übermitteln.

Für die teilnehmenden Fachärzte für Geschlechtskrankheiten aus Baden-Württemberg ist der digitale Service nach der Gebührenordnung für Ärzte abrechenbar. Der Patient bezahlt eine Service-Gebühr in Höhe von 24,95 Euro. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. Mai 2019
Nürnberg/Erlangen – Ärzte und Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wollen Alkoholkranken nach einem Klinikaufenthalt mit einer Kombination aus App und
App und Telefoncoaching sollen Alkoholikern helfen, trocken zu bleiben
6. Mai 2019
Birmingham/England – Wegen der zunehmenden Resistenzen von Neisseria gonorrhoeae werden dringend Alternativen zu Ceftriaxon benötigt. In einer randomisierten Studie im Lancet (2019; doi:
Gonorrhö: Genitale Infektionen können auch durch Gentamicin kuriert werden
29. April 2019
Stockholm – Nachdem die Erkrankungszahlen zwischenzeitig rückläufig waren, ist es in Europa (EU/EAA) wieder zu einer Zunahme der Gonorrhö gekommen, wie der jetzt veröffentlichte Jahresbericht des
Gonorrhö in Europa wieder auf dem Vormarsch
26. April 2019
Berlin – Patienten sollen ab 2020 wie vorgesehen auch über Smartphone-Apps bundesweit an Arzttermine kommen können. „Wir sind sehr weit mit der Entwicklung“, sagte der Vorstandsvorsitzende der
Ab 2020 Arzttermine per Smartphone-App
20. März 2019
Berlin – Digitale Anwendungen wie Gesundheits-Apps können einen großen Nutzen für Patienten haben. Darin waren sich Experten in einem Fachgespräch im Gesundheitsausschuss des Bundestages einig.
Gesundheits-Apps: Mehr Sicherheit und Nutzerkompetenz notwendig
18. März 2019
Hamburg – Gesundheits-Apps werden laut einer Umfrage immer beliebter. Zwölf Prozent der Erwachsenen nutzen inzwischen solche digitalen Anwendungen, wie die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Hamburg
Immer mehr Allergiker nutzen Gesundheits-Apps
5. März 2019
Berlin – Die Kodierhilfe-App des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) ist um neue Funktionen erweitert worden. So wird seit Anfang des Jahres zu seltenen Erkrankungen auch der
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER