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Medizin

Hitzebedingte Herzinfarkte werden häufiger

Donnerstag, 14. März 2019

/akridiy, stockadobecom

München – Die Zahl der hitzebedingten Herzinfarkte ist seit Anfang des Jahrhunderts gestiegen. Des ergab eine Analyse des Augsburger Herzinfarktregisters im European Heart Journal (2019; doi: 10.1093/eurheartj/ehz116). Die Autoren machen neben dem Klimawandel auch eine steigende Zahl von Diabetikern dafür verantwortlich.

Frühere epidemiologische Studien haben gezeigt, dass an ungewöhnlich heißen, aber auch an sehr kalten Tagen die Zahl der Herzinfarkte steigt. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt, sie sind vermutlich vielfältig. Bei erhöhten Außentemperaturen könnte es infolge des Flüssigkeitsverlustes beim Schwitzen zu einer erhöhten Blutviskosität kommen, die die Neigung zu thrombotischen Ereignissen steigert. Ein Kältereiz kann stressbedingt Blutdruck und Herzfrequenz ansteigen lassen.

Der Epidemiologe Kai Chen vom Helmholtz-Zentrum München und Mitarbeiter haben jetzt den Einfluss der Außentemperaturen auf das Herzinfarktrisiko im Augsburger Herzinfarkt­register untersucht. Das Register war 1984 im Rahmen der MONICA-Studie eingerichtet worden und wird vom Helmholtz-Zentrum München bis heute fortgeführt. 8 Kliniken im Stadtgebiet von Augsburg melden alle Herzinfarkte. Seit 1987 kamen Daten zu 27.310 Patienten im Alter von 25 bis 74 Jahren zusammen.

Die Forscher haben die Zeitpunkte der Herzinfarkte mit den meteorologischen Daten in Beziehung gesetzt. Bis zum Jahr 2000 war kein signifikanter Einfluss der Außentemperatur auf das Herzinfarktrisiko erkennbar. Chan ermittelte ein mit hitzebedingtes relatives Herzinfarktrisiko von 0,93 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,78 bis 1,12. Im Zeitraum von 2001 bis 2014 kam es dagegen an heißen Tagen zu einem Anstieg der Herzinfarkte um 14 % (relatives Risiko 1,14; 1,00-1,29).

Subgruppenanalysen ergaben, dass vor allem Menschen mit einem Diabetes mellitus oder erhöhten Blutfetten empfindlich auf Hitze reagieren. Die Forscher vermuten deshalb, dass nicht allein die Klimaerwärmung für die erhöhte Zahl von Herzinfarkten an warmen Tagen verantwortlich ist. In den letzten Jahren sei auch die Zahl der Patienten mit einem Typ-2-Diabetes gestiegen, die Hitze offenbar schlechter vertragen als andere Menschen.

Für Kältetage konnten die Forscher nur einen tendenziellen Anstieg des Herzinfarktrisikos nachweisen, der jedoch das statistische Signifikanzniveau nicht erreichte. Ein Grund könnte sein, dass sich die Menschen vor der winterlichen Kälte effektiver schützen können als vor den Hitzewellen im Sommer. © rme/aerzteblatt.de

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