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Ausland

Digitale Werbung verlockt Minderjährige zu ungesundem Verhalten

Donnerstag, 14. März 2019

/JackF, stockadobecom

Genf – Kinder und Jugendliche sind immer häufiger online unterwegs und werden dabei mit Werbung bombardiert, die ihre Gesundheit gefährden kann. Davor warnt die Weltge­sundheitsorganisation (WHO). Regierungen brauchten bessere Nutzungsdaten, um diese Werbewelt zum Schutz der Kinder besser zu regulieren, forderte die WHO-Europaregion heute.

Um bei Erwachsenen Herzkrankheiten, Krebs und Fettleibigkeit zu verhindern, sei es wichtig, schon Kinder und Jugendliche vor Werbung für ungesunde Nahrungsmittel zu schützen. Dazu zählen besonders süße, salzige oder fettige Snacks. Es gebe immer mehr Hinweise, dass Kinder und Jugendliche durch digitales Marketing für ungesunde Produkte beeinflusst würden, so die WHO. Nichtansteckende Krankheiten machten 86 Prozent der Todesursachen in der Europaregion aus, so die WHO. Zu der Region gehören 53 Länder, darunter neben der EU auch Russland, die Türkei, Israel, Usbekistan und Aserbaidschan. Die WHO zitiert aus einer Studie in Großbritannien, dass drei Viertel der 13- bis 17-Jährigen in sozialen Medien Marken folgen, die sie mögen, und dass 57 Prozent in Apps und Onlinespielen Käufe tätigen.

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Wenn Unternehmen, die Alkohol produzierten, Nutzer einladen, selbst Inhalte hochzula­den oder zu teilen, könne dies gerade jüngere Menschen ansprechen, warnt die WHO. Junge Leute vertrauten oft Inhalten, die von anderen Nutzern oder Influencern, die für Werbung bezahlt werden, hochgeladen werden. In den meisten Ländern würden inzwi­schen mehr Werbegelder für digitale Medien als für Fernsehwerbung ausgegeben, so die WHO.

Aber es gebe viel zu wenige Nutzerdaten, auch, weil Plattformen wie Facebook, Google und Amazon ihre Informationen für sich behalten wollen. Die WHO drängt Behörden, zu untersuchen, welche Altersgruppen aus welchen sozialen Schichten wann online sind und welche Art digitaler Kommunikation nutzen. Auch über die digitalen Strategien von Werbern wisse man zu wenig. Gewappnet mit diesen Informationen könnten Regierungen die jungen Menschen besser schützen. © dpa/aerzteblatt.de

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