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Bern­hard-Nocht-Institut testet neue Malaria-Drei­fachtherapie

Donnerstag, 14. März 2019

/Kateryna_Kon, stockadobecom

Hamburg – Eine umfangreiche Behandlungsstudie mit einer Dreifachkombination der nächsten Generation gegen Malaria hat das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) zusammen mit dem Kumasi Centre for Collaborative Research (KCCR) in Ghana initiiert.

Bei einer Malaria sind heute artemisininbasierte Kombinationstherapien (ACTs) die Behandlungsmethode der ersten Wahl. „In Südostasien jedoch ist ihre Wirksamkeit auf­grund des Auftretens von artemisininresistenten Stämmen bereits deutlich zurückgegan­gen“, warnt Oumou Maiga-Ascofaré, Studienkoordinatorin und Mitarbeiterin am BNITM und KCCR. ACT-resistente Stämme könnten sich auch in Afrika ausbreiten, so die Ein­schätzung der Wissenschaftlerin.

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Noch immer stammt der weitaus größte Anteil aller weltweit erfassten Malariainfektio­nen aus Afrika südlich der Sahara. Vor allem bei Kleinkindern nimmt die Infektion häufig einen tödlichen Verlauf: Von den rund 450.000 Todesfällen jährlich entfallen mehr als zwei Drittel auf Kinder unter fünf Jahren.

„Am häufigsten trifft es die Kinder in Afrika, da sie im Gegensatz zu Erwachsenen noch keine Immunität gegen die Malariaparasiten aufbauen konnten. Wenn dann die vorhan­denen Therapiemöglichkeiten nicht greifen, endet eine schwere Malariainfektion oft tödlich“, erklärt Jürgen May, Leiter der Abteilung Infektionsepidemiologie am BNITM.

Noch greife die Therapie der zweiten Generation in Afrika. „Um jedoch ACTs weiterhin erfolgreich einsetzen zu können, müssen wir dringend Kombinationstherapien mit drei oder mehr Partnersubstanzen entwickeln, um die Entstehung von Resistenzen – ähnlich wie bei HIV und Tuberkulose – herauszuschieben oder bestenfalls zu verhindern“, erläu­tert Michael Ramharter, Leiter der Abteilung Klinische Forschung am BNITM.

Mit der Studie möchten die Gruppen um May und Ramharter in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern in fünf afrikanischen Ländern eine neue Kombinationstherapie erproben und künftig afrikanischen Kindern zugänglich machen. Dabei geht es um eine Dreifach-Kombinationstherapie aus ArteSunate, Amodiaquine (ASAQ) und Atovaquone-Proguanil (AP). „Gerade bei Kindern ist es sehr wichtig, die Ergebnisse klinischer Studien hinsichtlich Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Medikamenten äußerst kritisch zu bewerten“, betont Ramharter.

Das Projekt wird mit 7,6 Millionen Euro durch die European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. © hil/aerzteblatt.de

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