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Feldtest zu Medikamenten- und Notfalldaten startet

Donnerstag, 14. März 2019

/Picture-Factory, stock.adobe.com

Koblenz – Rund 700.000 Versicherte aus den Regionen Bielefeld, Bochum, Ahaus und Münster können ab dem dritten Quartal Informationen über eingenommene Medikamen­te und Notfalldaten auf ihrer Gesundheitskarte speichern lassen. Auf diesen Feldtest hat jetzt die CompuGroup Medical (CGM) hingewiesen.

Neben CGM und dem Unternehmen Lauer-Fischer werden weitere Unternehmen sowie 70 bis 75 niedergelassene Ärzte und 15 Apotheken an dem Feldtest teilnehmen. Außerdem soll mindestens ein Krankenhaus vertreten sein. Versicherte in den Testregionen erhalten dazu von ihrer Krankenkasse eine Geheimzahl für ihre elektronische Gesundheitskarte. 

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Der Not­fall­daten­satz soll Informationen schneller verfügbar machen. Er kann etwa Daten zu Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten oder Implantaten enthalten. Zudem kann der Patient dort angeben, ob er einen Organspenderausweis oder eine Patientenverfügung hat und wo diese zu finden sind. Behandler können so schnell auf diese Daten zugreifen, sofern sie sich als berechtigt ausweisen.

Auch der elektronische Medikationsplan soll die Patientensicherheit verbessern. „Bei jeder Verschreibung muss der Mediziner bislang einen neuen Plan ausdrucken, zentral gespeichert werden die Informationen nicht: Jeder Arzt erfasst in seinem Computer, welche Medikamente er seinem Patienten verschrieben hat“, erläuterte CMG die bisherige Praxis. Vergisst der Patient einmal seinen Medikationsplan, zum Beispiel, wenn er einen Facharzt aufsucht, dann fehlen die wichtigen Daten.

Sind die Medikationspläne aber direkt auf der elektronischen Gesundheitskarte des Patienten gespeichert, hätten niedergelassene Ärzte, Kliniken und Apotheken jederzeit Zugriff auf aktuelle Daten.

Technisch basieren die beiden Dienste auf der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI), die zurzeit deutschlandweit eingeführt wird. Niedergelassene Mediziner, die an der kassenärztlichen Versorgung teilnehmen, sind verpflichtet, sich bis Ende Juni an die Datenautobahn anzu­schließen. Später im Jahr 2019 sollen Krankenhäuser und Apotheken folgen.

Elektronische Medikationspläne und Notfalldaten werden die ersten echten medizini­schen Informationen in der Tele­ma­tik­infra­struk­tur sein, die jeder Versicherte mit sich tragen kann. Die Dienste sind für die Versicherten freiwillig. © hil/aerzteblatt.de

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