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Rückenschmerzen auch bei Jugendlichen weit verbreitet

Freitag, 15. März 2019

/Photographee.eu, stockadobecom

Berlin – Rückenschmerz ist nicht nur ein Problem Erwachsener, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) anlässlich des heutigen Tages der Rückengesundheit betont. Die Fachgesellschaft weist auf die Kinderstudie KiGGS des Robert-Koch-Instituts hin: Danach gaben mehr als drei Viertel der Elf- bis 17-Jährigen an, in den vergangenen drei Monaten Schmerzen gehabt zu haben. Fast die Hälfte davon klagte dabei über Rückenschmerzen.

Als häufigste Ursache für die enorme Zunahme vermuten Ärzte zu wenig Bewegung. „Ohne ausreichend Bewegung werden die für die Haltung so wichtigen kindlichen Muskeln zu schwach ausgebildet. Das begünstigt Fehlstellungen der Wirbelsäule. Es kann zur Verkümmerung der Muskulatur kommen, sodass die stützende und koordinierende Funktion der Muskeln auf die Körperhaltung unzureichend ist“, erklärte Robert Rödl, erster Vorsitzender der DGOU-Sektion „Vereinigung für Kinderorthopädie“ und Chefarzt der Abteilung für Kinderorthopädie, Deformitätenrekonstruktion und Fußchirurgie am Universitätsklinikum Münster.

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Laut der Fachgesellschaft spielt körperliche Aktivität im täglichen Leben von Kindern und Jugendlichen eine immer geringere Rolle. Nur noch eine Minderheit der Heranwachsen­den sei fast jeden Tag mindestens eine Stunde körperlich aktiv und erfülle damit die aktuelle Empfehlung der Welt­gesund­heits­organi­sation.

Die DGOU empfiehlt, Eltern sollten mit gutem Beispiel vorangehen und sich zusammen mit ihrem Kind in der Freizeit bewegen. Kurze tägliche Wege zur Schule oder zur Kita sollten Kinder nach Möglichkeit mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen. Um Freiräume für Sport und Bewegung zu schaffen, sollten Familien außerdem die Nutzungszeiten von Fernseher, Computer oder Smartphone begrenzen. Sinnvoll sei in diesem Zusammen­hang, einen fernsehfreien Tag in der Woche oder in regelmäßigen Abständen ein fernsehfreies Wochenende einzulegen.

Rückenleiden sind im vergangenen Jahr der Grund für 8,3 Prozent aller Fehl­zeiten der Arbeitnehmer in Deutschland gewesen, wie aus dem aktuellen Gesundheitsre­port der Techniker Krankenkasse (TK) hervorgeht. Im Schnitt ging demnach jeder Versicherte 1,3 Tage lang wegen Rückenleiden nicht zur Arbeit.

Im Vergleich zum Jahr 2017 (8,8 Prozent) war der Anteil rückenbedingter Fehltage damit leicht rückläufig. Trotzdem sind Muskel-Skelett-Erkrankungen laut TK weiterhin nach psychischen Erkrankungen die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen in Deutschland. Der Gesundheitsreport basiert auf den Daten der gut fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbstätigen.

Zum Tag der Rückengesundheit will die Krankenkasse nicht nur Arbeitnehmer zu mehr Bewegung und Stressabbau motivieren. Gefordert seien „auch die Arbeitgeber, mit Gesund­heits­förder­ung im Betrieb dafür zu sorgen, Arbeit gesünder zu gestalten“. © hil/afp/aerzteblatt.de

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Avatar #810651
JonasB.
am Freitag, 24. Januar 2020, 11:47

Schmerzen auch bei viel Bewegung

Danke für den wichtigen Beitrag. Ich bin Trainer in einem Sportverein und habe eine Tochter (11 Jahre), die auch viel Sport macht (Tanzen und Leichtathletik). Trotzdem klagt sie viel über Rücken- bzw. Nackenschmerzen nach der Schule. Ich finde, dass heutzutage Kinder immer noch viel zu viele Bücher zur Schule tragen müssen. E-Books halte ich hier für eine sinnvolle Lösung, um den Rücken zu entlasten. Unsere Schule bietet leider auch keine Schließfächer an. Wir haben uns von einem Kinderarzt beraten und auf verschiedenen Foren informiert, und haben uns dann entschieden meiner Tochter und meinem Jüngsten (5 Jahre) ein Wassermatratze zu holen. Auch der Schule haben wir das Problem geschildert. Mit der Wassermatratze kann sich der Rücken jetzt über Nacht gut erholen. Sehr gut beraten wurden wir von https://www.bellvita.de/ in Sankt Augustin (bei Köln).
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 9. August 2019, 22:14

Rückenschmerzen

sind ein "erlerntes" Symptom, vor allem, um Arbeit aus dem Weg zu gehen - sei es Ausbildung, Schule, Studium oder Job.
In den 1980er-Jahren war bekannt, dass Aussiedler aus Polen innerhalb von ca 3 Jahren von Kopfschmerzen (damals häufigste AU-Diagnose in Polen) auf die hierzulande häufigste Diagnose "Rückenschmerzen" sozusagen "umlernten"!
Ich bezweifle, dass diese Schmerzen mehr als allenfalls lästigen Charakter und (vllt außer Bewegungsmangel) eine fassbare Ursache haben.
"Faulfieber" hieß das früher!
Avatar #783989
FelixLang
am Freitag, 9. August 2019, 10:53

Rückenschmerzen in allen Generationen...

Danke für den aufschlussreichen Beitrag!

Ich selber habe in meiner Kindheit zwar keine Rückenschmerzen gehabt, dafür hatte ich aber seit meinem dreißigsten Lebensjahr immer wieder damit zu kämpfen. Mittlerweile hat sich das aber auch sehr gebessert. Ich glaube aber, dass bei mir die Ursache genau die gleiche war, wie auch bei den heutigen Kindern: „Ohne ausreichend Bewegung werden die für die Haltung so wichtigen kindlichen Muskeln zu schwach ausgebildet. Das begünstigt Fehlstellungen der Wirbelsäule." In meiner Kindheit habe ich mich auch noch viel mehr bewegt, als es heute der Fall ist. Vor drei Jahren hatte ich auch einen Bandscheibenvorfall, was das ganze nicht unbedingt besser gemacht hat. Erst nach vielen Therapien, Übungen und Medikamenten, ist es mit meiner Rückenmuskulatur und Fehlhaltung wieder besser geworden sowie den Rückenschmerzen besser geworden. Ein Fernsehfreier Tag ist da schon eine recht gute Idee, aber meiner Meinung nach noch nicht genug. Ich kann mir denken, dass es auch schon bei Menschen in so jungen Jahren zu Rückenschmerzen kommen kann. Bewegung spielt eben eine wichtige Rolle für einen gesunden Rücken. Nicht nur die HWS muss belastbar sein, auch die Rückenmuskulatur. Ich will mir nicht vorstellen, dass es mit den Jahren besser wird (erhöhter Verschleiß mit den Jahren), wenn man nichts ändert. Man sollte also schon so früh, wie möglich etwas ändern. Wenn man im Jugendalter schon Rückenschmerzen hat, sollte man das als eine ernste Warnung nehmen.
Avatar #615574
G. S. Wedel
am Montag, 18. März 2019, 20:23

Osteomalazie-Ignoranz

Osteomalazie-Ignoranz
Zehn 10 Jahre nach der Publikation weist die DGOU darauf hin, dass laut KiGGS-Studie des RKI drei Viertel der 11-17jährigen in Deutschland angaben, in den vergangenen drei Monaten Schmerzen (fast die Hälfte Rückenschmerzen) gehabt zu haben.
Übersah die DGOU, dass KiGGS einen in Deutschland endemischen Vitamin D-Mangel aufdeckte?:
- 30% der 3-17jährigen mit "Immigrationshintergund" bzw.
- 17% ohne einen solchen,
hatten schweren (25-Hydroxyvitamin D <12,5 nmol/l) bzw. moderaten (<25nmol/L) D-Mangel. HINTZPETER et al 2008
-10% hatten Werte <20 nmol/L (<8ng/ml), d.h. definitiv Rachits-/Osteomalazie-auslösenden Mangel.
(siehe 10er Perzentile in DORTSCHIY R et al 2009)
Klinisch führendes Zeichen: …. unspezifischer, weitgehend analgetikaresistenter Schmerz
DORTSCHY R, MARKERT A u.a. 2009
Bevölkerungsbezogene Verteilungswerte ausgewählter Laborparameter aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) RKI2009
HINTZPETER B, MENSINK G 2008
Higher Prevalence of Vitamin D Deficiency Is Associated with Immigrant Background among Children and Adolescents in Germany
J Nutr2008(138)1482-1490
Avatar #737261
NicoleW
am Freitag, 15. März 2019, 16:23

gerade bei Kindern ist es wichtig...

... dass der wachsende Körper sowie der Muskel- und Skelettapparat nachts korrekt gelagert werden, vor allem die Wirbelsäule. Entscheidend ist dabei die Anpassungsfähigkeit und Stützung durch die Matratze! Unser Sohn (Skoliose) und Tochter (leider noch dazu Gleitwirbel-Problem) schlafen auf einem "Luft-Schlafsystem", das bereits starke Rückenschmerzen gelindert hat. Es kann auch variabel eingestellt werden und wächst quasi mit. Bei Kindern darf man nicht an der Gesundheit sparen, das rächt sich später...
Avatar #737261
NicoleW
am Freitag, 15. März 2019, 16:21

gerade bei Kindern ist es wichtig...

... dass der wachsende Körper sowie der Muskel- und Skelettapparat nachts korrekt gelagert werden, vor allem die Wirbelsäule. Entscheidend ist dabei die Anpassungsfähigkeit und Stützung durch die Matratze! Unser Sohn (Skoliose) und Tochter (leider noch dazu Gleitwirbel-Problem) schlafen auf einem "Luft-Schlafsystem", das bereits starke Rückenschmerzen gelindert hat. Es kann auch variabel eingestellt werden und wächst quasi mit. Bei Kindern darf man nicht an der Gesundheit sparen, das rächt sich später...
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