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Ausland

Ebolazentrum im Kongo niedergebrannt

Freitag, 15. März 2019

/dpa

Goma – Angreifer haben im Ost-Kongo ein Transitzentrum für Ebolapatienten nieder­ge­brannt. Die wütenden Dorfbewohner im Ort Mamboa in der Provinz Nord-Kivu hätten dabei auch mehrere Fahrzeuge der Ebolahelfer in Brand gesteckt, erklärte gestern der leitende Beamte im Bezirk Lubero, Richard Nyembo.

Im Februar war es in Nord-Kivu bereits zu zwei Angriffen auf Ebolazentren gekommen, woraufhin sich die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen aus den betroffenen Orten zurückzog. Die Angriffe und das Misstrauen der Bevölkerung gelten als eines der größten Hindernisse bei der Bekämpfung der tödlichen Epidemie.

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In dem Transitzentrum in Mamboa werden Patienten unter strengen Sicherheitsvorkeh­rungen auf eine mögliche Ebolainfektion hin untersucht. Erkrankte Patienten werden von dort in ein Behandlungszentrum verlegt. Zu dem Angriff kam es Nyembo zufolge, nach­dem ein Verdachtspatient gestorben war und ein Team des Zentrums weitere Proben einholen wollte.

Der Generaldirektor der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, warnte davor, dass die Angriffe auf Ebola-Behandlungszentren im Kongo den bisherigen Erfolg im Kampf gegen die gefährliche Krankheit gefährden könnten.

Die Zahl neuer Fälle sinke, von etwa 50 pro Woche im Januar auf etwa 25 pro Woche im Februar. Wenn die Sicherheitslage sich verschlechterte, drohe aber ein Wiederauf­flammen, sagte Tedros gestern in Genf. „Bis jetzt ist es uns gelungen, einen weitaus größeren Ausbruch zu verhindern.“ Das tödliche Virus habe sich weder in andere Regionen des Kongo noch in Nachbarländer ausgebreitet. Die WHO hoffe weiter, den Ausbruch innerhalb von sechs Monaten komplett zu stoppen.

Tedros zufolge seien in der Regel bewaffnete Gruppen für solche Angriffe verantwortlich, die in der Region seit Jahrzehnten aktiv sind. „Sie kennen nur die Sprache des Schießens“, sagte er. Er äußerte aber Verständnis für Menschen in betroffenen Regionen, die verlangten, dass die Helfer nicht nur Ebola bekämpfen, sondern auch das örtliche Gesundheitswesen stärken. In dem Gebiet sterben Kinder und Erwachsene an Malaria, Masern oder anderen Krankheiten, weil sie nicht behandelt werden.

Die WHO werde mehr Leute vor Ort ausbilden, sagte Tedros. Er rief reichere Länder auf, in die Entwicklung der Regionen zu investieren. „Wir müssen den Kampf gegen Ebola mit einer Entwicklung des Gesundheitsdienstes verbinden“, sagte er. Allein für den Kampf gegen Ebola fehlten in den nächsten sechs Monaten 60 Millionen Dollar (53 Millionen Euro).

Seit Juli haben sich den Behörden zufolge rund 930 Menschen mit dem hoch gefährlichen Virus infiziert, knapp 600 davon starben. Die Epidemie ist inzwischen der zweitschwerste bekannte Ebola-Ausbruch der Geschichte. Bei der bisher folgenschwersten Epidemie in Westafrika kamen 2014/2015 mehr als 11.000 Menschen ums Leben. © dpa/aerzteblatt.de

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