NewsÄrzteschaftÄrzte sollten Zugang zur Telematik­infrastruktur bestellen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärzte sollten Zugang zur Telematik­infrastruktur bestellen

Freitag, 15. März 2019

/Proxima Studio, stockadobecom

Berlin – Arzt- und Psychotherapeutenpraxen müssen bis zum 31. März dieses Jahres die Technik für den Anschluss an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) bestellt haben und dies ihrer Kassen­ärztlichen Vereinigung (KV) nachweisen. Bis Ende Juni 2019 muss die Technik installiert sein, ansonsten drohen Sanktionen in Höhe von einem Prozent des Praxisum­satzes. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen. Sie rät den Ärzten, sich bei der Bestellung einen Installationstermin bis zum 30. Juni schriftlich zusichern zu lassen.

„Ärzte und Psychotherapeuten, die noch nicht an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) ange­schlossen sind, sollten in jedem Fall noch in diesem Monat bestellen und das Ergebnis der Bestellung auch an ihre Kassenärztliche Vereinigung (KV) melden“, unterstrich KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel in einem Interview mit KV-on.

Anzeige

Das gelte selbst dann, wenn der Anbieter zurzeit noch nicht in der Lage sei, alle Kompo­nenten zu liefern oder fristgerecht Termine zu benennen. Kriedel betonte: „Nach unserer Auffassung ist in einem solchen Fall der Arzt oder Psychotherapeut definitiv von Sanktio­nen befreit, weil er seine Verpflichtungen aus dem Gesetz erfüllt hat.“

Der KBV zufolge gelten für die TI besonders hohe Sicherheitsanforderungen. Demnach benötigen Praxen neben Konnektor und E-Health-Kartenterminal einen VPN-Zugangs­dienst, ein Update des Praxisverwaltungssystems (PVS) und einen Praxisausweis.

Für die Bestellung der Technik ist der PVS-Anbieter oder der IT-Betreuer der Praxis der Ansprechpartner. Einige Praxen hätten zudem Anspruch auf weitere Geräte. Hierzu können die KVen Auskunft geben. Sie informieren auch darüber, in welcher Form der Nachweis über die Bestellung der TI-Komponenten erfolgen soll. © hil/sb/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #88767
fjmvw
am Samstag, 16. März 2019, 15:27

Nicht zu bestellen könnte billiger werden

Ein Prozent von 100T Umsatz entspricht 1.000 Euro. Eine normale konservative GOUDAH-Praxis setzt vielleicht 160T p. a. mit der KV um, also Kosten p. a. von 1.600€. In drei Jahren summiert sich das auf 4.800€. Bei der Installation legt die Praxis ungefähr 1.000€ drauf, weil die Erstattung nicht kostendeckend ist.

Nach ca. 3 Jahren muss die Hardware ersetzt werden, weil sie maximal 54 Monate Laufzeit hat (ab Herstellungsdatum). Bis sie dann eingebaut ist, vergeht wieder Zeit - also nach 3 Jahren zahlt der Arzt dann ca. 4.000€. Und das alle drei Jahre wieder.

Pro Monat zahlt die Praxis rund 50€ drauf, weil die Kosten und die Erstattung in der Größenordnung auseinander klaffen. Mach pro Jahr 600€, in drei Jahren also 1.800€

Was ein Kartenlesegerät ist, ist bekannt. Ist auch bekannt, dass diese Kartenlesegeräte "einfach so" ihren Dienst quittieren und die Meldung kommt "Sicherheitsalarm"? Nachdem die Meldung Sicherheitsalarm gekommen ist, kann man das Lesegerät gleich entsorgen. Es ist nämlich irreparabel defekt! Eine Hotline dazu: "Haben Sie das Gerät manipuliert?" Blöde Frage, natürlich nicht. Eben ging es noch, jetzt die Fehlermeldung (die man auch nicht quittieren oder überspringen kann). Ob man das Gerät hat fallen lassen? Das war die nächste blöde Frage.

Ein neues Gerät kostet so um die 600€. Alle zwei Jahre Austausch, also 1.000€ in zwei Jahren. Denn nur ein zertifizierter Techniker darf das austauschen und muss dazu persönlich vorbeikommen - und das kostet nun mal (viel) Geld (des Arztes).

Reparaturen, Austausch, Wartung und Service an der Hardware - das zahlt der Arzt.

Schon mal erlebt, dass Chipkarten nicht eingelesen werden können? Schon mal protokolliert, wie lange es dauert, um trotzdem einen Patienten anlegen zu können, um später abrechnen zu können? Kommt nur in 10% aller Fälle vor? Phantastisch, also 100-mal pro Quartal. Ihre MFA kostet Geld und wenn ihre MFA mit der Behebung von TI-induzierten Problemen beseitigt sind, dann sind das direkte Folgekosten der TI!

Haben Sie Spahn gelesen? Der will die Terminvergabe für alle Praxen zentralisieren. Das wiederum geht nur, wenn die Praxis "online" ist. Um online zu sein, muss die Praxis an die TI angebunden sein. Mit anderen Worten: Ohne TI keine Terminvergabe durch die TSS!

Wollen Sie, dass die TSS für Ihre Praxis Termine vergibt? Falls nein, warum wollen Sie dann die dafür erforderlichen Voraussetzungen schaffen?

Ach so, wollen Sie nicht.

Gut, dann lassen Sie die Finger von der TI und zahlen 1% Strafporto. Dürfte unterm Strich weitaus günstiger werden.
Avatar #110206
kairoprax
am Samstag, 16. März 2019, 08:17

Ist Kriedel ein Leihmaul der Industrie, oder noch immer ein Standesvertreter?

Das Verhalten eines KBV-Vorstands kann man allein daran messen, ob er sich für die Belange der Ärzte einsetzt, die er vertreten soll.
Basta!
Wenn Kriedel so tut, als läge es nur noch formal daran, daß man endlich den Antrag stellen soll, ein technisch unausgereiftes Spionagegerät zu bestellen, dann irrt er.
Es ist eine Schande, daß die Kriedels dieser Welt es überhaupt zugelassen haben, daß schon jetzt Milliarden in dieses Phishing-and-Spying-Produkt geflossen sind.
Es ist ein Trauerspiel, daß sich eine Clique, zu der Herr Kriedel wohl zählt, sich nicht um die Einwände der Datenschützer, der IT-Spezialisten, der Techniker und natürlich der Ärzte an der Basis schert.
"Ärzte sollten den Zugang zur Telematik-Infrastruktur bestellen?" - Nein!
Ärzte sollten sich auf ihren ärztlichen Auftrag besinnen.
Das gilt auch für den Arzt Dr.Kriedel.
Avatar #110206
kairoprax
am Samstag, 16. März 2019, 08:15

Ist Kriedel ein Leihmaul der Industrie, oder noch immer ein Standesvertreter?

Das Verhalten eines KBV-Vorstands kann man allein daran messen, ob er sich für die Belange der Ärzte einsetzt, die er vertreten soll.
Basta!
Wenn Kriedel so tut, als läge es nur noch formal daran, daß man endlich den Antrag stellen soll, ein technisch unausgereiftes Spionagegerät zu bestellen, dann irrt er.
Es ist eine Schande, daß die Kriedels dieser Welt es überhaupt zugelassen haben, daß schon jetzt Milliarden in dieses Phishing-and-Spying-Produkt geflossen sind.
Es ist ein Trauerspiel, daß sich eine Clique, zu der Herr Kriedel wohl zählt, sich nicht um die Einwände der Datenschützer, der IT-Spezialisten, der Techniker und natürlich der Ärzte an der Basis schert.
"Ärzte sollten den Zugang zur Telematik-Infrastruktur bestellen?" - Nein!
Ärzte sollten sich auf ihren ärztlichen Auftrag besinnen.
Das gilt auch für den Arzt Dr.Kriedel.
LNS

Nachrichten zum Thema

20. Mai 2019
Hamburg – Die elektronische Gesundheitsakte „TK-Safe“ der Techniker Krankenkasse (TK) ist ab heute bundesweit verfügbar. Zuvor ist sie mit rund 160.000 Nutzern in einem Betatest erprobt worden. „Ich
Gesundheitsakte der Techniker Krankenkasse bundesweit verfügbar
20. Mai 2019
Nürnberg/Erlangen – Ärzte und Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wollen Alkoholkranken nach einem Klinikaufenthalt mit einer Kombination aus App und
App und Telefoncoaching sollen Alkoholikern helfen, trocken zu bleiben
17. Mai 2019
Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat im Zusammenhang mit dem gestern von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) vorgelegten Referentenentwurf „Digitale Versorgung-Gesetz“ (DVG)
Krankenhäuser wollen eine Milliarde Euro pro Jahr für Digitalisierung
17. Mai 2019
Berlin – S3-Leitlinien sollen künftig vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) mit fünf Millionen Euro gefördert werden können, sofern für sie in der Versorgung ein besonderer
Fachgesellschaften erfreut über Unterstützung von S3-Leitlinien
16. Mai 2019
Seattle – US-Forscher haben eine App entwickelt, die es Ärzten, aber auch Eltern ermöglichen könnte, mit einem Smartphone und einem Stück Papier Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr zu
Mittelohrentzündung: Diagnose mit Smartphone und Papiertrichter
15. Mai 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, die Situation beim Anschluss von Vertragsärzten an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) genau zu prüfen und gegebenenfalls Konsequenzen
Spahn deutet Sanktionen für Verweigerer der Tele­ma­tik­infra­struk­tur an
15. Mai 2019
Berlin – Digitalisierung im Krankenhaus soll Ärzte im Idealfall dabei unterstützen, ihre Arbeitsprozesse zu optimieren. Doch wo eine Klinik – auch im Vergleich zu anderen steht – ist kaum zu erkennen.
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER