NewsVermischtesIT soll Erfolgsaussichten einer Knochenmark- oder Blutstammzell­transplantation voraussagen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

IT soll Erfolgsaussichten einer Knochenmark- oder Blutstammzell­transplantation voraussagen

Freitag, 15. März 2019

/dpa

Frankfurt am Main/Sulzbach – Eine IT-Plattform namens „XplOit“ soll Ärzte künftig dabei unterstützen, den Erfolg und die Risiken für eine Transplantation von Knochenmark- oder Blutstammzellen für jeden Patienten individuell besser einzuschätzen. Das XplOit-Konsortium unter der Federführung des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT stellt seine Ergebnisse am 25. März auf dem 45th Annual Meeting of the European Society for Blood and Marrow Transplantation in Frankfurt vor. 

Die Transplantation blutbildender Stammzellen von Spendern wird beispielsweise zur Therapie verschiedener Formen der Leukämie eingesetzt, wenn eine Strahlen- oder chemotherapeutische Behandlung keinen ausreichenden Erfolg bringt. Krankheitsrück­fälle und Komplikationen sind gefürchtet, zum Beispiel durch spontan auftretende Infektionen, Transplantat-gegen-Empfänger-Reaktion und Rezidive.

Anzeige

„Neuartige Vorhersagemodelle für den individuellen Krankheitsverlauf, wie sie im Forschungsprojekt XplOit entwickelt werden, prognostizieren Auftreten und Ausmaß der genannten Risiken und ermöglichen Transplantationsmedizinern so eine frühzeitige, lebenserhaltende Intervention bei gefürchteten Komplikationen“, hieß es aus dem Fraunhofer-Institut.

Laut den Wissenschaftlern sind jetzt erste präzise Vorhersagemodelle verfügbar, die individuell für jeden Patienten mögliche Komplikationen voraussagen. Damit könnten lebensbedrohliche Komplikationen schneller erkannt und frühzeitiger als heute behan­delt werden, zum Beispiel eine Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion. Dafür müssten in großem Umfang unterschiedlichste klinische Patientendaten aus verschiedenen Infor­ma­tions­systemen zusammengetragen, harmonisiert und analysiert werden. XplOit leiste dies und stelle zugleich den Datenschutz sicher, hieß es.

„Die umfangreiche Analyse von Patientendaten schafft erstmals die Option für die Vorhersage des individuellen Krankheitsverlaufs. Mit den Prototypen der Vorhersagemo­delle gehen wir im März in die klinische Validierung und verfeinern unsere Ergebnisse“, erläuterte Projektkoordinator Stephan Kiefer.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es läuft seit März 2016 und soll Ende Februar 2021 abgeschlossen sein. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. April 2020
Tübingen/Dresden – Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) plant eine Stammzellbank, in der überschüssige Blutstammzellen von unverwandten Spendern eingefroren und gelagert werden sollen. Die
Stammzellbank für überschüssige Blutstammzellen geplant
24. April 2020
Freiburg − Der Januskinase(JAK)-1/2-Inhibitor Ruxolitinib, der zur Behandlung von Myelofibrose und Polycythaemia vera zugelassen ist, ermöglicht eine effektive Behandlung einer akuten
Ruxolitinib lindert akute Graft-versus-Host-Reaktion nach Stammzelltransplantation
16. April 2020
Kassel – Eine ordnungsgemäße Patientenaufklärung über Chancen und Risiken einer möglichen Behandlung ist nicht nur aus medizinischen Gründen bedeutsam, sondern auch aus ökonomischen. Das hat das
Patientenaufklärung auch für Vergütung von Krankenhausleistungen bedeutsam
14. April 2020
Dresden/Marseille – Blutstammzellen sorgen nicht nur für die kontinuierliche Erneuerung der Blutzellen und sind Teil unserer Immunabwehr, sondern können sich auch an frühere infektiöse Begegnungen
Blutstammzellen haben ein immunologisches Gedächtnis
4. März 2020
Köln – Ein Stammzellspender für Leukämiepatienten muss auch im Cytomegalievirus (CMV)-Status mit dem Empfänger übereinstimmen. Ein neues Verfahren, das Wissenschaftler des DKMS entwickelt haben,
CMV-Status: Wangenabstrich beschleunigt Suche nach Stammzellspender für Leukämiepatienten
3. März 2020
New York – Die Störung der Darmflora, die bei vielen Patienten vor und nach einer allogenen Stammzellbehandlung nachweisbar ist, beeinflusst das Ergebnis der Behandlung. Nach einer Studie im New
Darmflora beeinflusst Mortalität nach Stammzelltransplantation bei Leukämien und Lymphomen
25. Februar 2020
München – Neurale Stammzellen kommen im Gehirn von erwachsenen Säugetieren nur in speziellen Arealen vor, den sogenannten Stammzellnischen. Wissenschaftler um Magdalena Götz, Leiterin der Abteilung
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER