NewsPolitikBündnis gegen Bluttests auf Downsyndrom als Regeluntersuchung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bündnis gegen Bluttests auf Downsyndrom als Regeluntersuchung

Freitag, 15. März 2019

/Rawpixel.com, stockadobecom

Berlin – Ein Bündnis aus verschiedenen Verbänden hat sich gegen vorgeburtliche Bluttests als Regeluntersuchung in der Schwangerschaft gewandt. Mit dem Test können Downsyndrom und weitere Chromosomenveränderungen festgestellt werden. Mit den neuen Methoden der Pränataldiagnostik gerieten Eltern von Kindern mit Behinderung immer stärker unter Rechtfertigungsdruck, erklärte das Bündnis heute in Berlin.

Zu dem Bündnis haben sich unter anderem die Bundesvereinigung Lebenshilfe, das Deutsches Downsyndrom InfoCenter und das Downsyndrom-Netzwerk Deutschland zusammengeschlossen. Sie äußern sich anlässlich des Welt-Downsyndrom-Tages am 21. März.

Anzeige

Beim Menschen mit Behinderung verstärke sich die Angst, in dieser Gesellschaft nicht gewollt zu sein, so das Bündnis. Sebastian Urbanski, Berliner Schauspieler mit Down­syndrom und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, erklärte dazu, „ich lebe gerne und habe viel Freude am Leben. Ich bin glücklich, weil ich mich als Teil der Gesellschaft fühle und einfach dazu gehöre. Manchmal brauche ich zwar etwas mehr Unterstützung, aber die braucht ja jeder mal. Nur diese Bluttests machen mir und anderen Menschen mit Downsyndrom wirklich große Sorgen“.

Er begrüßte es, dass voraussichtlich im April der Bundestag über die gesellschaftlichen und ethischen Folgen der Bluttests debattieren will, bevor der Gemeinsame Bundesaus­schuss darüber entscheidet, ob diese vorgeburtlichen Untersuchungen Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung werden.

Hintergrund sind Diskussionen über eine Freigabe des nichtinvasiven pränatalen Tests (NIPT) als Krankenkassenleistung. Der Test dient unter anderem zur Bestimmung von Trisomie 21. Kritiker befürchten leichtfertigere Entscheidungen gegen das Kind.

Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses, Josef Hecken, hatte in Bezug auf vorgeburtliche Bluttests zur Erkennung von Trisomie 21 immer wieder betont, dass diese nur unter bestimmten Umständen zu einer Regelleistung der Krankenkassen werden sollen. „Wir versuchen, Evidenz dafür zu generieren, ob es eine Möglichkeit gibt, diesen Test bei Risikoschwanger­schaften als Regelleistungen zu etablieren“, sagte Josef Hecken zuletzt im Februar. Voraussetzung dafür müsse sein, dass die betroffenen Frauen zuerst „bestimmte Voruntersuchungen“ absolviert hätten. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Mai 2020
Berlin – Gravierende wissenschaftlich-fachliche und inhaltliche Mängel bescheinigt der Berufsverband niedergelassener Pränatalmediziner (BVNP) der vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
Pränataldiagnostiker kritisieren Versicherteninformation zum NIPT-Bluttest
6. März 2020
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Informationsmaterialien zu pränatalen Untersuchungen entwickelt. Sie sollen die ärztliche Beratung unterstützen
Versicherteninformation zur Pränataldiagnostik zur Kommentierung im Netz
29. Januar 2020
Köln – Diagnostische Tests sollen Ärzten und Patienten bei der Entscheidungsfindung helfen. Um die Genauigkeit der Tests zu erfassen, werden meist die Spezifität oder die Sensitivität kommuniziert –
Nichtinvasive Pränataltests: Warum diagnostische Tests oft fehlinterpretiert werden
28. Januar 2020
Pittsburgh – Die Vorteile einer pränatalen Chirurgie der Meningomyelozele, einer besonders schweren Variante der Spina bifida, waren bei den Nachuntersuchungen einer wegweisenden randomisierten Studie
Meningomyelozele: Pränatale Chirurgie mit guten Langzeitergebnissen
23. Januar 2020
Hürth/Berlin – Der Berufsverband niedergelassener Pränatalmediziner (BVNP) hat den Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) zur Änderung der Mutterschaftsrichtlinien kritisiert. Die praktische
Pränataldiagnostiker sehen gravierende Mängel im G-BA-Beschluss zum pränatalen Bluttest
22. Januar 2020
Berlin – Die Zahl der in Deutschland vorgenommenen Präimplantationsdiagnostiken (PID) ist mit 319 im Jahr 2018 erneut gestiegen. Das geht aus dem heute in Berlin vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG)
Steigende Zahl an Präimplantationsdiagnostik
7. November 2019
Münster – Für einen verantwortungsvollen Umgang mit den medizinischen Möglichkeiten von pränatalen Gentests hat sich der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) ausgesprochen. Der
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER