NewsVermischtesIn Bayern startet ein Modellprojekt gegen Darmkrebs
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

In Bayern startet ein Modellprojekt gegen Darmkrebs

Montag, 18. März 2019

/Robert Przybysz, stockadobecom

München – In Bayern ist ein Modellprojekt gegen Darmkrebs gestartet. Mit „Sprich drü­ber!“ wollen die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zusammen mit der Felix-Burda-Stiftung junge Menschen vor der Erkrankung be­wahren. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versi­cher­ten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese nicht daran erkranken.

Deshalb erhält jeder Einwohner des Freistaates in dieser Altersgruppe die Möglichkeit, durch die Erhebung einer ausführlichen Familienanamnese über eine eventuell in der Familie vorliegende Veranlagung für Darmkrebs informiert zu werden. Deutet die Fami­lienanamnese auf das Vorliegen eines familiären Risikos hin, können diese Betroffenen in Bayern eine kostenfreie Vorsorgedarmspiegelung oder alternativ einen immun­chemi­schen Stuhltest in Anspruch nehmen.

Anzeige

„Dieses Modellprojekt ist einzigartig in Deutschland“, betonte Pedro Schmelz, stellvertre­tender KVB-Vorstandsvorsitzender. Es schließe eine Versorgungslücke in der Darmkrebs­vor­sorge für junge Menschen. „Darauf sind wir sehr stolz, denn bislang hatten unsere bayerischen Ärzte keine Möglichkeit, junge Erwachsene mit familiärem Darmkrebs­risiko zu identifizieren und ihnen Vorsorgemaßnahmen anzubieten“, so Schmelz. Ihm zufolge haben bereits 1.000 Menschen in Bayern das Angebot wahrgenommen.

Um weitere Aufmerksamkeit für das Projekt zu erzielen, wurde auch eine eigene Werbe­kampagne entwickelt. Insgesamt möchten die Initiatoren bis März 2020 in Bayern eine ausreichende Zahl von Teilnehmern – Ärzten und Patienten – rekrutieren, um das Projekt wissenschaftlich evaluieren zu können. „Wenn dieses Projekt in Bayern erfolgreich ist“, so Schmelz, „können das erarbeitete Prinzip und die Prozesse im Anschluss bundesweit in die Regelversorgung übernommen werden.“

Auch die Krankenkassen in Bayern unterstützen die Initiative. Sie schreiben Patienten an, die in den vergangenen 18 Monaten an Darmkrebs erkrankt sind. „Wir klären sie darüber auf, welches Risiko ihre Erkrankung für ihre eigene Familie bedeutet“, sagte Klaus Schwarzer, Direktor der AOK Bayern. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Juni 2020
Alexandria – Beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom ohne Fernmetastasen wird gewöhnlich eine neoadjuvante Chemoradiotherapie mit nachfolgender totaler mesorektaler Exzision und möglichst einer
Lokal fortgeschrittenes Rektumkarzinom: Totale neoadjuvante Therapie mit deutlichem Vorteil
2. Juni 2020
Alexandria - Das Kolorektalkarzinom war einer der ersten malignen Tumoren, bei dem ein Biomarker zur Steuerung der Therapie eingesetzt wurde, nämlich der Mutationsstatus des KRAS- (und später auch des
Kolorektales Karzinom: Bei BRAF-Mutation verlängert ein BRAF-Inhibitor das Gesamtüberleben
2. Juni 2020
Alexandria - Rund jedes 20. Kolorektalkarzinom weist eine genetische Besonderheit auf – eine durch Mutationen bedingte Defizienz der Mismatch-Repair-Systeme der Zellen, die zu einer
Kolorektalkarzinom: Bei hoher Mikrosatelliteninstabilität ist Checkpoint-Inhibition der Chemotherapie deutlich überlegen
2. Mai 2020
Berlin – OP-Kapazitätsbeschränkungen zur Vorhaltung von Intensivkapazitäten für Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion nehmen Einfluss auf die kolorektale Chirurgie in Deutschland – auch bei onkologischen
COVID-19-Pandemie: Folgen für die onkologische kolorektale Chirurgie
3. März 2020
Utrecht – Ein genotoxischer Stamm von Escherichia coli (E. coli), der bei einem von 5 Erwachsenem im Darm vorkommt, hat in einer experimentellen Studie in Organoiden dieselbe genetische Signatur
Darmkrebs: Bakterien erzeugen Krebssignatur in Organoiden
28. Februar 2020
Saarbrücken – Bereits 7 Jahre vor der Diagnose Lungenkrebs kann der Tumor mittels micro-RNAs nachgewiesen werden, die im Blut zirkulieren. Das bestätigt eine Studie, in der spezifische kurze
Biomarker im Blut kündigen Lungenkrebs frühzeitig an
3. Februar 2020
Würzburg – Patienten mit Darmkrebs haben größere Überlebenschancen, wenn sie in Kliniken mit hohen Fallzahlen operiert werden. Das berichten Wissenschaftler um Armin Wiegering, Leiter des
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER