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Politik

Streitfall Klinikkosten: Kassen beklagen Fehlabrechnungen

Montag, 18. März 2019

/Yutamaru Kido, stockadobecom

Düsseldorf – 15.000 Krankheiten, 30.000 Behandlungsschritte, 1.200 Fallpauschalen mit jeweils sechs Schweregraden: Krankenhausabrechnungen sind in Deutschland nicht nur teuer, sondern auch kompliziert. Jährlich werden im Auftrag der Krankenkassen Hundert­tausende von den Kliniken vorgelegte Rechnungen noch einmal unter die Lupe genomm­en – mit millionenschweren Konsequenzen.

Mehr als eine halbe Million Krankenhausrechnungen wurden im vergangenen Jahr allein in Nordrhein-Westfalen im Auftrag der Krankenkassen noch einmal überprüft. Rund 321.000 davon durch den Medizinischen Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) Nordrhein, 223.000 durch den MDK Westfalen-Lippe. Dabei erwies sich in NRW etwa jede zweite Rechnung aus Sicht des MDK als fehlerhaft.

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Im Bereich Nordrhein sei der Rechnungsbetrag durchschnittlich um etwa 2.000 Euro gekürzt worden – in der Summe machte das 307 Millionen Euro aus. Von den Kranken­kassen werden dabei lediglich besonders auffällige Rechnungen zur Prüfung bei dem medizinischen Dienst eingereicht. Nach wie vor sei jede zweite geprüfte Kranken­hausrechnung fehlerhaft, beklagte der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS), Peter Pick.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, verwies hin­gegen auf das komplexe Abrechnungssystem. „Das Abrechnungswesen ist komplizierter als das Steuerrecht. So wie jede Steuerprüfung Nachzahlungsgründe findet, haben eingeleitete Abrechnungsprüfungen wegen der Komplexität und der Kompliziertheit des Abrech­nungsverfahrens fast immer Chancen für Rechnungsbeanstandungen“, sagte Gaß.

Vor allem die Dauer eines Klinikaufenthalts steht oft im Zentrum der Kritik. Bei mehr als der Hälfte der geprüften Rechnungen (57,8 Prozent) ging es beim MDK Nordrhein etwa um die Verweildauer der Patienten. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Montag, 18. März 2019, 21:48

Die Krankenkassen

sind bei der Frage DRG-Abrechnungen durch ihr Zusammenspiel mit dem MDK sowohl Kläger, Richter als auch Vollstrecker. Eines sind sie aber nicht, und das ist ein neutraler Gutachter. Was die Kassen als Fehlabrechnungen bezeichnen sollte bei einer neutraleren Wortwahl eher als Meinungsverschiedenheit bei der Auslegung eines hochkomplizierten Abrechnungssystems bezeichnet werden.
Avatar #761934
BHolst
am Montag, 18. März 2019, 19:04

Fehlabrechnungen

Tja, wohl auch ein Fehler im System, da der (Kassen-)patient die Rechnung nicht sieht. Als Privatpatient kann ich mich eigentlich an keine korrekte Abrechnung erinnern.
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