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Politik

IQWiG sieht Hinweis auf geringen Zusatznutzen von Cabozantinib bei Leberzellkarzinom

Dienstag, 19. März 2019

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Köln – Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC), die zuvor mit Sorafenib behandelt wurden, könnten von einer Therapie mit Cabozantinib profitieren. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen des Präparates gegenüber der zweckmäßigen Vergleichs­therapie „best supportive care“ (BSC). Die Autoren weisen aber auf das Ausmaß der Neben­wirkungen der Therapie hin.

Für die Nutzenbewertung lag dem IQWiG eine relevante Studie vor. Diese randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde und multizentrische Studie schloss erwachsene Patienten mit histologisch oder zytologisch bestätigtem HCC ein, die bereits eine Therapie mit Sorafenib erhalten hatten. Ein kurativer Therapieansatz durfte für diese Patienten nicht mehr infrage kommen. In die Studie wurden 773 Patienten einge­schlossen.

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Als „BSC“ wird die Therapie verstanden, die eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität gewährleistet. Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen zum Vorteil von Cabozantinib plus BSC im Vergleich zu Placebo plus BSC.

Allerdings zeigten sich in der Studie deutliche Nebenwirkungen der Therapie, unter anderem Diarrhö, Erschöpfungssyndrom, Schleimhautentzündungen und andere. Der Unterschied zwischen den Studiengruppen war statistisch signifikant. „Daraus ergibt sich jeweils ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden von Cabozantinib im Vergleich zu BSC“, berichten die IQWiG-Autoren.

In der Gesamtschau zeigen sich laut IQWiG ein positiver und mehrere negative Effekte für Cabozantinib im Vergleich zu BSC. Ein positiver Effekt ergibt sich für den Endpunkt Gesamtüberleben. Dem stehen aber mehrere negative Effekte in der Kategorie der schwerwiegenden und schweren Nebenwirkungen gegenüber. Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen aus der Studie keine Daten vor.

Die Zusammenschau dieser Ergebnisse resultiert in der IQWiG-Bewertung „Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Cabozantinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichs­therapie BSC“. Das Institut weist darauf hin, dass letztlich der Gemeinsame Bundesaus­schuss über den Zusatznutzen befindet. © hil/aerzteblatt.de

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