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Schlafdefizite von Eltern nach Geburt des ersten Kindes dauern bis zu sechs Jahre

Montag, 18. März 2019

/Irina Schmidt, stockadobecom

Berlin – Nach der Geburt des ersten Kindes schlafen Mütter und Väter bis zu sechs Jahre lang schlechter und weniger als vor der Schwangerschaft. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW Berlin) in der Fachzeitschrift Sleep (2019; doi: 10.1093/sleep/zsz015). Basis der Studie sind Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP).

Die Forscher werteten für ihre Studie die Angaben von 2.541 Müttern und 2.118 Vätern aus, die zwischen 2008 und 2015 jährlich befragt worden waren. Unter anderem hatten diese Angaben über ihre Schlafdauer und -zufriedenheit gemacht.

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Das Ergebnis der SOEP-Analysen zeigt: In den ersten 3 Monaten nach der Geburt geht die Schlafdauer von Eltern erwartungsgemäß deutlich zurück. Die Mütter schlafen im Durch­schnitt eine Stunde weniger als vor der Schwangerschaft, während der Schlaf der Väter um etwa 15 Minuten kürzer ist. Weiterhin fehlt Frauen, die ihre Kinder stillen, mehr Schlaf als Frauen, die ihren Kindern die Flasche geben.

Die Veränderung im Schlaf währen laut der Studie über Jahre: Wenn die Kinder in einem Alter zwischen 4 und 6 Jahren sind, schlafen die Mütter im Durchschnitt immer noch etwa 20 Minuten und die Väter etwa 15 Minuten weniger als zuvor. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Angaben, die die Befragten zu ihrer Schlafzufriedenheit machten. 

Die Forscher untersuchten auch, welche Lebensumstände den Schlaf der Eltern ver­bessern können. „Aber weder ein höheres Einkommen, noch die Tatsache, dass sich beide Eltern an der Kindererziehung beteiligen, wirkt sich positiv auf die Schlafdauer und -zufriedenheit von Eltern nach der Geburt aus. Ob reich oder arm, alleinerziehend oder als Paar, Eltern scheinen gleichermaßen unter Schlafdefiziten zu leiden“, sagte David Richter vom SOEP am DIW Berlin.

Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist eine multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP im DIW Berlin wird unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern gefördert. Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut Kantar Public statistische Daten in mehreren Tausend Haushalten erhoben. Zurzeit sind es etwa 30.000 Personen in etwa 15.000 Haushalten. © hil/aerzteblatt.de

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