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Ausland

Wasserbedarf könnte bis 2050 um 30 Prozent steigen

Mittwoch, 20. März 2019

/Riccardo Niels Mayer, stock.adobe.com

Paris – Der weltweite Wasserbedarf wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2050 um 20 bis 30 Prozent steigen. Laut dem heute veröffentlichten jährlichen UN-Weltwasserbericht haben aber schon heute 844 Millionen Menschen keinen verläss­lichen Zugang zu Trinkwasser. Gleichzeitig droht durch den Klimawandel zunehmende Wasserknappheit. Die UN rufen deshalb zu Milliardeninvestitionen in die Wasserver­sor­gung auf.

Besonders betroffen von schlechter Wasserversorgung sind dem Bericht zufolge die Menschen in den ärmsten Regionen der Erde. In den am wenigsten entwickelten Ländern lebten 62 Prozent der Stadtbewohner in Elendsvierteln, erklärte der führende Autor des Berichts, Richard Connor.

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Sie hätten besonders häufig keinen Zugang zur Wasserversorgung und seien auch nicht an die Kanalisation angeschlossen. Wasser erhielten sie meist von Versorgungslastwagen und müssten manchmal „zehn Mal mehr“ dafür zahlen wie ihre wohlhabenderen Lands­leute, bei denen den Wasser aus dem Hahn komme, erklärte Connor. Betroffen sind demnach auch viele Flüchtlinge, die durch Kriege oder Konflikte vertrieben wurden und in Notunterkünften oder Lagern mit miserabler Wasserversorgung lebten.

Um die Wasserversorgung zu verbessern und sie für die Zukunft zu sichern, rufen die Vereinten Nationen Staaten zu Großinvestitionen auf. Wohlhabendere sollten zudem mehr Geld für ihr Wasser zahlen. Schätzungen zufolge sind jährlich 114 Milliarden Dollar (rund 101 Milliarden Euro) nötig - das Dreifache der bisherigen Summe.

Der Mangel an sauberem Trinkwasser und an sicherer Abwasserentsorgung ist nach UN-Angaben jedes Jahr für hunderttausende Tote verantwortlich. Demnach sterben jährlich 780.000 Menschen an Ruhr und Cholera – das sind mehr Opfer als durch Konflikte, Erdbeben und Epidemien.

Die Last, für frisches Trinkwasser zu sorgen, liegt dem Bericht zufolge unverhältnismäßig oft auf den Schultern von Frauen. Vor allem in ländlichen Gebieten sind dafür innerhalb einer Familie häufig Mütter oder Töchter verantwortlich – dem Bericht zufolge eine Arbeit, die „unbezahlt und ungewürdigt“ bleibt. © afp/aerzteblatt.de

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