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Ärzteschaft

Neues Verfahren soll benötigte Grippeimpfstoffe in Niedersachsen besser erfassen

Mittwoch, 20. März 2019

/dpa

Hannover – Lieferengpässe beim Grippeimpfstoff sollen in Niedersachsen künftig der Vergangenheit angehören. Das wollen die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nieder­sachsen, die Krankenkassen, der Landesapothekerverband Niedersachsen sowie die Impfstoffhersteller mit einem neuen Verfahren erreichen, das den Bedarf künftig genauer erfassen soll.

Dazu haben alle impfenden Arztpraxen in Niedersachsen Mitte März von der KV eine Mitteilung über den voraussichtlichen Impfstoffbedarf für die Saison 2019/2020 erhalten. Die Menge berechnet sich aus dem Mittelwert der verimpften Grippeimpfstoffe der vergangenen drei Impfsaisons. Zunächst sollen Arztpraxen bis zu 90 Prozent dieser Menge bei den Apotheken bestellen. Die restlichen zehn Prozent gelten als Reserve für Nachbestellungen. Ziel ist laut den Beteiligten, künftig alle Impfwilligen mit einem qualitativ hochwertigen Vierfachimpfstoff sicher zu versorgen.

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„Das neue Verfahren trägt den Interessen der Beteiligten Rechnung: Die Impfstoffher­steller erhalten die Sicherheit über die zu produzierenden Einheiten, die Apotheken in Niedersachsen die Sicherheit über die angemessene Bestellung sowie Verteilung, die Arztpraxen die Sicherheit, dass der voraussichtlich benötigte Impfstoff ihnen in ausrei­chender Menge zur Verfügung steht sowie die Krankenkassen die Sicherheit eines wirt­schaftlichen Umgangs bei der Versorgung“, erklärten die vier an dem Konzept beteiligten Partner.

Im vergangenen Herbst hatte verschiedene Bundesländer einen Engpass bei der Versor­gung mit Grippeimpfstoff gemeldet, darunter Niedersachsen, Bremen, Saarland, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 21. März 2019, 08:40

Und den Arzt habt ihr mal wieder vergessen - oder?

Solange ein Arzt für nicht verimpften Impfstoff in Regress genommen wird, hat er keinerlei Interesse mehr zu bevorraten als er "ganz sicher" absetzen kann. Sobald eine Sau mit dem Namen "was sie schon immer über die großen Gefahren der Influenza-Impfung wissen sollten" durchs Dorf getrieben wird, steigt das Regressrisiko des Arztes explosionsartig an. Ist die Anti-Impfkampagne erfolgreich, bleibt der Arzt im ungünstigsten Fall auf der Hälfte der bestellten Impfdosen sitzen. Und die bezahlt er am Ende aus der eigenen Tasche. Selbstverständlich zu Verkaufspreisen.

Die Pharmanindustrie freut es, sie hat die gesamte Produktion abgesetzt und trägt damit kein Absatzrisiko mehr.
Die Apotheker freut es ebenfalls, weil sie die Menge absetzen können, die sie auch einkaufen.
Die Krankenkassen freut es, weil das Mengenrisiko bei den Ärzten liegt.

Die Ärzte haben die Arschkarte.

Jede Dosis, die aus welchen Gründen auch immer am Ende nicht verimpft ist, zahlen sie aus eigener Tasche. Wer sich als Arzt mit dieser Systematik näher befasst hat, der wird dazu neigen, nur ein absolutes Minimum an Impfdosen zu ordern. Alle MFA, die Familie, einige Freunde, einige Stammpatienten mit hohem Risiko - fertig.
Die Laufkundschaft soll sich einen Arzt suchen, dem es egal ist, ob er einen hohen Regress zahlen könnte oder nicht.
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