NewsPolitikNordrhein-Westfalen unterstützt bundesweites Rauchverbot in Autos
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Nordrhein-Westfalen unterstützt bundesweites Rauchverbot in Autos

Mittwoch, 20. März 2019

/Nenov Brothers, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die Front für ein bundesweites Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige oder Schwangere Beifahrer sind, wird größer. Auch Nordrhein-Westfalen (NRW) macht nun Druck auf die Bundesregierung.

In einem gemeinsamen Antrag rufen die CDU/FDP-Regierungs­fraktionen und die Opposition aus SPD und Grünen die Landesregierung auf, über den Bundesrat einen Gesetzentwurf für ein entsprechendes Rauchverbot einzu­bringen. Der gemeinsame Antrag ist morgen Thema im NRW-Landtag.

Anzeige

Weltweit sterben jedes Jahr 166.000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens, heißt es in dem Antrag aus NRW. Das Deutsche Krebsforschungszentrum schätze, dass rund eine Million Minderjährige in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt seien.

Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder hatten schon im vergangenen Herbst die Bundes­regierung aufgefordert, ein bundesweites Rauchverbot in Kraftfahrzeugen mit Minder­jährigen und Schwangeren als Beifahrern einzuführen. Dies war auch auf Zustimmung in der Ärzteschaft gestoßen.

„Zigarettenrauch gehört nicht in Kinderlungen“, sagte Rudolf Henke, Vorstandsmitglied der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), damals. Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter setzten mit ihrer Forderung nach einem Rauchverbot im Auto parteiübergreifend ein wichtiges Signal. Nun sei die Bundesregierung am Zug. Auch der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt hatte sich für ein entsprechendes Rauchverbot in Autos stark gemacht.

Folge des Passivrauchens für Kinder können massive Gesundheitsschäden an der sich noch entwickelnden Lunge und den Atemwegen sein. Asthmaerkrankungen können sich verschlimmern und der Blutdruck kann sich erhöhen. Mediziner diagnostizierten ferner ein erhöhtes Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen, Übergewicht und Diabetes Typ 2, heißt es in dem Antrag. Bei Säuglingen steige das Risiko eines plötzlichen Tods.

Einer Umfrage zufolge befürworten 71 Prozent der Deutschen ein Rauchverbot im Auto. Selbst rund zwei Drittel der der befragten Raucher plädieren dafür. Staaten wie Groß­britannien, Italien, Griechenland oder Frankreich, aber auch Südafrika und Australien haben bereits Rauchverbote in Autos eingeführt, wenn Minderjährige Beifahrer sind. © dpa/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. April 2019
Augsburg – Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) dringt auf einen schnellen neuen Anlauf für ein umfassendes Verbot der Plakatwerbung für Tabakwaren und E-Zigaretten in Deutschland. „Die
Drogenbeauftragte dringt auf Gesetz gegen Tabakwerbung
3. April 2019
Berlin – Die Betreuung von Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland ist unzureichend. Zu diesem Fazit kommt die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs heute bei
Betreuung von Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs unzureichend
2. April 2019
Düsseldorf – Mit einem Beratungszentrum will Nordrhein-Westfalen (NRW) den Kinderschutz im Gesundheitswesen stärken. Ab Mai soll das neue Kompetenzzentrum Ärzten helfen, Verdachtsfälle von
Nordrhein-Westfalen schafft ärztliches Beratungszentrum gegen Kindesmisshandlung
1. April 2019
Vatikanstadt – Im Kampf gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat Papst Franziskus ein Gesetz für den Vatikanstaat erlassen. Es verpflichtet jeden, der von einem
Papst erlässt Gesetz gegen Kindesmissbrauch im Vatikan
26. Februar 2019
Münster – Die Ärztekammer Westfalen-Lippe informiert über Missbrauch und Vernachlässigung bei Kindern und Jugendlichen. Sie hat dazu einen entsprechenden Flyer aktualisiert und neu herausgegeben. „Die
Ärztekammer Westfalen-Lippe informiert über Kindermissbrauch und -vernachlässigung
25. Februar 2019
Berlin – In der Diskussion um Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit ist laut einer Umfrage eine große Mehrheit der Bundesbürger für ein Ende der Tabakwerbung. Ein vollständiges Verbot befürworten 69
Mehrheit der Bevölkerung für völliges Verbot von Tabakwerbung
25. Februar 2019
Köln – Das Leben von Millionen Kindern im Bürgerkriegsland Jemen ist nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef weiterhin bedroht. Trotz des Ende 2018 im schwedischen Stockholm geschlossenen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER