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Ärzteschaft

Mehr ambulante Ärzte in Mecklenburg-Vor­pommern angestellt

Donnerstag, 21. März 2019

/dpa

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern ist mittlerweile jeder fünfte Arzt in der ambu­lanten Versorgung ein Angestellter. „Allein im Zeitraum 2012 bis 2016 wurden circa 180 Arztsitze von niedergelassenen Ärzten in Anstellungen überwiegend in Medizinische Versorgungszentren (MVZ) umgewandelt. Hier wurden im Vergleich zu den übernomme­nen Arztsitzen signifikant weniger Patienten versorgt“, informiert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes.

Diese Entwicklung sei „sehr kritisch“ – nicht nur wegen der reduzierten Versorgungs­kapa­zitäten, sondern auch, weil sich in Mecklenburg-Vorpommern die überwiegende Anzahl der Krankenhäuser in der Hand privater Klinikketten befinde und der Anteil der MVZ in Trägerschaft von Krankenhäusern, Kapitalgesell­schaften, Universitäten oder anderen nichtärztlichen Trägern dement­spre­chend hoch sei, hieß es aus der KV.

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Konkret befänden sich von 67 MVZ mit 374 Ärzten im Land 46 MVZ mit 274 Ärzten in diesen Trägerschaften (Stand: 17. Oktober 2018). Von diesen MVZ befänden sich 26 in der Trägerschaft von Klinikkonzernen wie Helios, Asklepios, Amoes, Sana und weiterer regionaler Krankenhäuser. Weitere zehn seien in der Trägerschaft der Universitäten Rostock und Greifswald. Hinzu kämen zehn weitere MVZ in der Hand von bundes- oder weltweit tätigen Kapitalgesellschaften und anderer nichtärztlicher Träger.

Ein Problem ist laut KV auch die hohe Fluktuation der angestellten MVZ-Ärzte. Für die Patienten, die in einem MVZ behandelt würden, bedeute dies, dass sie nicht mehr kons­tant von ihrem Arzt des Vertrauens wie in der Praxis eines niedergelassenen Arztes, son­dern von zum Teil verschiedenen Ärzten betreut würden.

„Darüber hinaus bleibt nach unseren Beobachtungen die Effizienz hinter der einer inha­bergeführten Praxis zurück. Die Auswirkungen dieser Entwicklungen sind offensichtlich: zunehmende Wartzeiten, Beschwerden von Patienten, Hilferufe von Kommunen und Überlastung der Ärzte bis zum Burnout“, so die KV.

Landesesundheitsminister Harry Glawe (CDU) verteidigte unterdessen die MVZ. Gerade für Berufsanfänger sei es ein Vorteil, kein hohes finanzielles Risiko bei ihrem Start tragen zu müssen, sagte er gestern bei einer Veranstaltung in Parchim. Auch Gemeinden könnten als Arbeitgeber auftreten. Individuelle Lösungen seien gefragt. „Wir müssen als Flächen­land unseren eigenen Weg finden“, sagte Glawe. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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