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Medizin

Sport hilft auch gegen kognitive Einschränkungen bei Parkinson

Freitag, 22. März 2019

/Deutsche Sporthochschule Köln

Köln/Sippy Downs – Parkinson ist eine chronische, neurodegenerative Erkrankung, die nicht nur die Motorik sondern auch andere Hirnfunktionen betrifft, zum Beispiel die Kognition. Ein deutsch-australisches Wissenschaftlerteam berichtet jetzt, dass Sport nicht nur die motorischen Einschränkungen bei Parkinson verbessern kann, sondern auch die kognitiven Funktionen. Die Arbeit ist im Journal of Parkinson’s Disease erschienen (2019; doi: 10.3233/JPD-181484). 

57 % aller an Parkinson erkrankten Personen entwickeln laut den Forschern eine leichte kognitive Störung innerhalb der ersten 5 Jahre nach der Diagnose. Nach 10 Jahren lebt die Mehrheit der Betroffenen mit einer Demenz.

Die Wissenschaftler des Instituts für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln und der University of the Sunhine Coast hat nun in einer systema­tischen Literaturanalyse überprüft, welche Effekte spezifische Sportformen (Ausdauer-, Koordinations- und Krafttraining) auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Parkinsonbe­troffenen haben.

„Allgemein wird davon ausgegangen, dass Sport die kognitive Leistungsfähigkeit bei älteren Menschen verbessert beziehungsweise aufrechterhält. Aber ob ein ähnlicher Effekt bei Menschen mit Parkinson zu beobachten ist, ist unklar“, erklärte der leitende Forscher der Studie, Tim Stuckenschneider, von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Insgesamt entsprachen 11 Studien, veröffentlicht vor März 2018, den Gütekriterien des Wissenschaftlerteams. In diesen Studien wurde die Effektivität verschiedener Sportarten bei über 500 von der Parkinsonkrankheit betroffenen Personen untersucht. 4 Studien zeigten eine signifikante Verbesserung spezifischer kognitiver Symptome, eine Verschlechterung der kognitiven Funktionen zeigte sich in keiner der Studien. Zudem führten die verschiedenen Bewegungsinterventionen allgemein zu einer Linderung der Krankheitssymptome. 

Auf Basis dieser Ergebnisse fassen die Forscher zusammen, dass Sport grundsätzlich zu einer Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit bei Personen mit einer Parkinson­erkrankung führt. Allerdings sein im Augenblick keine eindeutige Empfehlung möglich, welche Sportform am besten zur Verbesserung der Kognitionsleistung führe. Aufgrund der derzeit noch dünnen Studienlage empfiehlt das Wissenschaftlerteam, Sportformen direkt miteinander zu vergleichen. 

„Die Sporttherapie muss – und ist bereits vielerorts – ein essenzieller Bestandteil der Behandlung der Parkinsonerkrankung. Allerdings wird die Sporttherapie weitestgehend empfohlen, um Motorsymptome zu behandeln. Im Sinne einer ganzheitlichen Therapie sollten auch die Effekte des Sports auf die nichtmotorischen Bereiche wie die Kognition anerkannt werden“, fordert Stuckenschneider. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #760797
TURKAN
am Freitag, 22. März 2019, 18:23

Die Zeiträume sind sehr eng

Mein Bruder ist an Parkinson erkrankt, wie mein Vater. 4% genetisch, er hat es geerbt. Nach über zwanzig Jahren Erkrankung kann man jetzt von beginnender Demenz sprechen.
LNS

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