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Ärzte in Westfalen-Lippe verordnen weniger Reserveantibiotika als der Durchschnitt

Donnerstag, 21. März 2019

/dpa

Dortmund – Die niedergelassenen Ärzte in Westfalen-Lippe haben in den vergangenen Jahren anteilig an allen verschriebenen Antibiotika weniger Reserveantibiotika verordnet als der Bundesdurchschnitt. Das berichtet die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes.

Danach liegt der Anteil der verordneten Reserveantibiotika bei rund 10,4 Prozent, in Westfalen-Lippe sind es hingegen rund 8,7 Prozent. „Das ist natürlich besonders erfreu­lich und zeugt von einem verantwortungsbewussten Einsatz dieser wichtiger Arzneien in unserem Landesteil“, sagte Wolfgang-Axel Dryden, Vorstandsmitglied der KV.

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Die Arzneimittelexperten der KV haben für die Analyse Arzneimitteldaten der Verord­nungsjahre 2014 bis 2018 ausgewertet. Basis sind Daten der Apothekenrechen­zentren, welche die KV über das Arzneiverordnungsdaten-Portal des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) abgerufen hat. „Als Reserveantibiotika wurden die Cephalosporine der dritten und vierten Generation sowie Fluorchinolone definiert“, teilte die KV dem Deutschen Ärzteblatt auf Nachfrage mit. 

Um den Ärzten einen Überblick über die Art und Häufigkeit ihrer verordneten Antibiotika sowie einen Vergleich mit anderen Ärzten in der Region zu ermöglichen, hat die KV im vergangenen November erstmals ein Antibiotikareporting an alle Allgemeinmediziner, Kinder- und Jugendärzte, Gynäkologen, HNO-Fachärzte sowie Urologen in Westfalen-Lippe verschickt. Das Reporting umfasst drei Module: 

  • Die verordneten Antibiotika und die Häufigkeit ihrer Verordnung werden dargestellt.
  • Die Häufigkeit der Antibiotikaverordnungen der eigenen Praxis im Vergleich zu allen Fachkollegen aus dem Bezirksstellenbereich wird dargestellt.
  • Tabellarisch werden die individuellen Antibiotikaverordnungen der Praxis mit den Durchschnitten der Fachkollegen aus dem eigenen Bezirksstellenbereich sowie aus Westfalen-Lippe insgesamt ins Verhältnis gesetzt.

„Mit dem Antibiotikareporting möchten wir unseren Ärzten eine Orientierungshilfe an­bieten und sie dafür sensibilisieren, ihre Antibiotikaverordnungen kritisch zu prüfen“, erläuterte Dryden. Ziel sei aber nicht, die Antibiotikaverordnungen in Westfalen-Lippe pauschal zu senken. „Wer ein Antibiotikum aus medizinischen Gründen benötigt, muss dies auch erhalten“, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

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