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Brandenburger Kinder kränker als Durchschnitt

Freitag, 22. März 2019

/carballo, stockadobecom

Potsdam – Kinder und Jugendliche in Brandenburg werden einer Untersuchung der DAK-Gesundheit zufolge häufiger wegen körperlicher Krankheiten behandelt als der Bundes­durchschnitt. Demnach werden vor allem Atemwegs- und Hauterkrankungen wie Neuro­dermitis in Brandenburger Praxen und Kliniken häufig diagnostiziert.

Mit 127 registrierten Neurodermitisfällen pro 1.000 minderjährigen Brandenburgern liegt das Land Brandenburg 56 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (81 Fälle). Das geht aus dem Kinder- und Jugendreport 2018 hervor, den die DAK-Gesundheit gestern in Potsdam vorstellte.

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Neben der Hauterkrankung sind die Brandenburger Minderjährigen besonders häufig von Heuschnupfen, Darm­er­krank­ungen und Asthma betroffen. „Das sind die Erkrankungen, die den Alltag für Kinder und Eltern erheblich beeinträchtigen können“, sagte die Leiterin der DAK Brandenburg, Anke Grubitz.

Auch von Rückenschmerzen bleibt der Brandenburger Nachwuchs nicht verschont. Nach dem Bericht ist bei fast jedem fünften Kind mindestens einmal im Jahr eine Muskel-Skelett-Erkrankung diagnostiziert worden. Ab dem 12. Lebensjahr treffe es sogar jeden Vierten. Damit liege das Bundesland 13 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Besser als dem Bundesschnitt geht es laut der Studie Brandenburger Kindern im Bezug auf Augen­erkrankungen (minus neun Prozent) sowie Depressionen (minus vier Prozent).

Auch zum Nachbarland Berlin ergeben sich Unterschiede: So wurde beispielsweise Adipo­sitas in 47 Fällen pro 1.000 minderjähriger Brandenburger dokumentiert. Das sei ein Drittel mehr als bei Gleichaltrigen in Berlin. Und während in Brandenburg bei den Null- bis 17-Jährigen eher Entwicklungsstörungen wie Sprach- und Sprechstörungen festge­stellt worden seien, komme es bei den gleichaltrigen Berlinern eher zu Angststörungen und Depressionen.

Die soziale Lage spiele bei der Gesundheit der Kinder durchaus eine Rolle, schreiben die Autoren der Studie. So sei die Karieshäufigkeit bei Kindern studierter Eltern um 74 Pro­zent geringer als bei Kindern von Eltern ohne Bildungsabschluss. „Auch dieser Report stellt fest, dass die soziale Lage ein wichtiger, wenn nicht einer der wichtigsten Einfluss­faktoren auf Gesundheit ist“, teilte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Susanna Karawanskij (Linke) angesichts der Studie mit.

Für den Report wertete die Krankenkasse Abrechnungsdaten von 30.542 versicherten Kindern in Brandenburg aus dem Jahr 2016 aus. Bei rund 383.000 Kindern in Branden­burg entspricht dies einem Anteil von acht Prozent. Aus der Stichprobe dürften keine Verallgemeinerungen für die Gesundheit der Branden­burger Kinder getroffen werden, so Karawanskij. Dennoch sei sie ein Baustein und für die Gesamtanalyse und für die sich daraus ergebenden Schlüsse nützlich. © dpa/aerzteblatt.de

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