NewsÄrzteschaftWer Anbindung an Telematik­infrastruktur fristgerecht bestellt, darf nicht bestraft werden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Wer Anbindung an Telematik­infrastruktur fristgerecht bestellt, darf nicht bestraft werden

Freitag, 22. März 2019

/Panitan, stockadobecom

Berlin – Bis zum 31. März müssen Ärzte und Psychotherapeuten den Anschluss ihrer Praxis an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) bestellen. Bis zum 30. Juni müssen die Praxen dann an die TI angeschlossen sein, sonst drohen den Praxen Sanktionen. Das ist auch der Fall, wenn die Industrie die Arbeiten nicht fristgerecht erledigen kann. Die Kassenärzt­liche Bundes­vereinigung (KBV) mahnt daher, dass Ärzten, die von der Industrie nicht auftrags­gemäß angeschlossen werden, keine Sanktionen drohen dürfen.

„Niedergelassene, die fristgerecht bis 31. März die Technik bestellen, dürfen nicht bestraft werden“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel jetzt. Er betonte, die KBV sei da­rüber bereits mit dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium im Gespräch. „Wir brauchen eine Lösung für den Fall, dass Firmen die bestellten Komponenten nicht bis zum 30. Juni in allen Praxen installieren können“, so Kriedel.

Anzeige

Entscheidend sei, dass Ärzte und Psychotherapeuten bis Ende des Monats die Anbindung an die TI bestellen. „Wer nicht fristgerecht bestellt, wird sich auch nicht auf eine verspä­tete Lieferung berufen können“, sagte Kriedel. Er riet Praxen dazu, sich von den Unterneh­men gegebenenfalls bestätigen zu lassen, dass es zu einem Verzug bei der Lieferung oder Installation kommen könnte, und die zuständige Kassenärztliche Vereinigung darüber zu informieren.

Auch die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KBV hatte am vorigen Freitag eine Strafzahlung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten für Installationsverzögerungen durch die Industrie „kategorisch abgelehnt“. Dieser Vorgang könne „durch die Niedergelassenen weder verschuldet noch beeinflusst werden“, heißt es in dem verabschiedeten Papier. Der Gesetzgeber wird darin aufgefordert, die Strafandrohung der Honorarkürzung um ein Prozent gegen jene aufzuheben, die eine fristgerechte Bestellung der TI bis zum 31. März nachweisen können. © may/EB/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #672734
isnydoc
am Sonntag, 24. März 2019, 22:32

Dem Sinne nach handelt es sich um Nötigung!

§ 240 StGB lautet seit seiner letzten Änderung vom 10. November 2016 wie folgt:
„(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Avatar #110206
kairoprax
am Samstag, 23. März 2019, 08:59

Herr Kriedel versteht den Sinn nicht

Es geht doch nicht darum, die Ärzte zu schützen, bei denen die Lieferfirma mit der Lieferung nicht hinterherkommt.
Die vielen Übel der Telematik-Infrastruktur bestehen darin, daß der Datenschutz nicht gewährleistet ist, daß die Testläufe Pannen aufgezeigt haben, die bislang nicht ausgemerzt werden konnten, und daß die TI sich nicht an weltweite IT-Standards zum Datenaustausch hält, sondern eine hausbackene Lösung darstellt.
Es geht allein darum, daß die KBV sich schützend vor ihre Mitglieder stellt, die wohl informiert Nein sagen zu dieser technologie, die uns zurückwirft und ein Chaos implementiert.
LNS

Nachrichten zum Thema

19. Juni 2019
Berlin – Markus Leyck Dieken soll neuer Chef der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte werden. Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland
Transparency kritisiert Spahns Pläne für gematik-Chefposten
18. Juni 2019
Berlin – Die katholischen Krankenhäuser in Deutschland haben Bund und Ländern zu einem Investitionsprogramm für die Digitalisierung im Krankenhaus aufgerufen. In führenden Wirtschaftsbranchen wie der
Krankenhausverband wünscht sich Investitionsschub für Digitalisierung
18. Juni 2019
Berlin – Ärzte und ihre Verbände müssen bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens „unbedingt“ in die Prozesse mit einbezogen werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass Lösungen etabliert
Hausärzte wollen bei Digitalisierung intensiver beteiligt werden
18. Juni 2019
Berlin – Der Praxissoftwarehersteller Medatixx hat damit begonnen, die elektronische Gesundheitsakte von Vivy in einem Pilotprojekt in seine Software einzubinden. Das haben Vivy und Medatixx heute
Medatixx bindet elektronische Gesundheitsakte von Vivy ein
17. Juni 2019
Berlin – Der Arzt und Pharmamanager Markus Leyck Dieken soll neuer Geschäftsführer der gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte werden. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn
Arzt und Pharmamanager soll neuer gematik-Chef werden
17. Juni 2019
Düsseldorf – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) in ihrer jüngsten Sitzung erstmals Zahlen zur neuen Bedarfsplanungsrichtlinie vorgestellt,
Neue Bedarfsplanungsrichtlinie schafft keine zusätzlichen Ärzte
17. Juni 2019
Düsseldorf – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem Gesetzesmarathon beschäftigt, den die Bundesregierung derzeit im
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER