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Politik

Krankenhaus­direktoren wünschen sich unabhängige Prüfer für Krankenhaus­abrechnungen

Freitag, 22. März 2019

mrmohock/stock.adobe.com

Berlin – Um die Frage, ob Krankenhausabrechnungen korrekt gestellt wurden oder diese überhöht sind, streiten sich Kliniken und Krankenkassen seit Jahren. Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) hat sich nun für eine unabhängige Prüfins­tanz ausgesprochen.

Der VKD wies darauf hin, dass eine Analyse von kürzlich veröffentlichten Daten des MDK Nordrheins durch Kaysers Consilium ergeben habe, dass nicht jede zweite geprüfte Kran­kenhausrechnung falsch sei, wie vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen behauptet, sondern 3,6 Prozent.

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2018 sind laut VKD 17 Prozent der Krankenhausfälle geprüft worden. Rund die Hälfte davon, genauer: 8,6 Prozent, wurden demnach zugunsten der Krankenkassen gekürzt, wobei von diesen wiederum knapp 60 Prozent, das sind insgesamt fünf Prozent aller Krankenhausfälle, deswe­gen gekürzt wurden, weil der Patient nicht ambulant versorgt wurde oder zu lange im Krankenhaus verblieb. Für diese fünf Prozent lag somit keine Falschabrechnung vor, sondern eine aus Sicht des MDK falsche Versorgungsform, so der VKD.

Insgesamt seien weniger als vier Prozent der stationär behandelten Fälle falsch codiert worden. Und auch diese nicht einmal vier Prozent seien in ihrer Mehrzahl keine bewuss­ten Falsch- sondern Fehlkodierungen gewesen. „Sie beruhten auf unklaren Regelungen und Definitionen. Der Mangel klarer Definitionen und Regelungen öffnet also Tür und Tor für alle möglichen Interpretationen“, erklärte der VKD.

Der verband forderte unter anderem, den Medizinischen Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) aufzulösen und ihm die Abrechnungsüberprüfungen für die Krankenkassen zu entziehen. Darüber hinaus müssten Codier- und Abrechnungsregeln eineindeutig gestaltet und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Es dürfe „möglichst keine Interpre­tationsspiel­räume“ geben. Das DRG-System müsse zudem als Ganzes auf den Prüfstand gestellt werden – eine Forderung, die der VKD angesichts der geplanten Herauslösung der Pflegekosten wiederholt erhebt.

© may/EB/aerzteblatt.de

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