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Medizin

Augenheilkunde: Klebstoff erlaubt Reparatur der Cornea ohne Operation

Freitag, 22. März 2019

/Pavel Losevsky, stockadobecom

Los Angeles – US-Ophthalmologen haben ein adhäsives Gel entwickelt, mit dem sich oberflächliche Verletzungen der Cornea versiegeln lassen. Das Gel wird laut einem Bericht in Science Advances (2019; 5: eaav1281) dauerhaft in die Cornea eingebettet und könnte vielen Patienten eine Hornhauttransplantation ersparen. Klinische Erfahrungen liegen allerdings noch nicht vor.

Verletzungen der Cornea führen weltweit jedes Jahr zu 1,5 Millionen Erblindungen, da nicht in allen Ländern eine Corneatransplantation möglich ist und die bisher verfügbaren Gewebekleber (auf der Basis von Cyanacrylaten) allein schon wegen der verminderten Transparenz oft zu unbefriedigenden Ergebnissen führen.

Ein von Bioingenieuren und Augenärzten entwickeltes adhäsives Gel hat wesentlich günstigere Eigenschaften. Das von einem Team um Nasim Annabi, Universität Los Angeles, entwickelte GelCORE („gel for corneal regeneration“) besteht aus einer Mischung aus Gelatine und Methacrylsäureanhydrid. Methacrylsäureanhydrid bildet unter Lichteinwirkung chemische Bindungen. Dies hat zur Folge, dass das flüssige Gel, mit dem die Augenärzte den Defekt der Cornea ausfüllen, unter der Einwirkung einer Lampe aushärtet.

Erste Experimente an Kaninchen zeigen, dass das GelCORE vom Körper angenommen wird. Im Laufe der Zeit wachsen die Corneazellen allmählich in das Material ein und integrieren es in die natürliche Hornhaut. Das GelCORE soll eine hohe Transparenz haben. Auf eine spätere Hornhauttransplantation könnte unter Umständen verzichtet werden, hoffen die an der Entwicklung beteiligten Ophthalmologen von Massachusetts Eye and Ear in Boston. Erste klinische Studien sollen in einem Jahr beginnen.

© rme/aerzteblatt.de

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