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Ausland

Not nach Zyklon in Südostafrika erschütternd

Montag, 25. März 2019

/dpa

Genf/Beira – Zehntausende Menschen warten im Katastrophengebiet in Südostafrika nach Zyklon „Idai“ weiter auf Hilfe. Humanitäre Organisationen sind in der schwer ver­wüsteten Hafenstadt Beira in Mosambik zwar im Einsatz, aber die Bedürfnisse sind überwältigend.

„Das Ausmaß der Krise ist erschütternd“, sagte der Generalsekretär der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Elhadj As Sy, nach einem Besuch in Beira. 1,8 Millio­nen Menschen sind nach UN-Schätzung betroffen. Das deutsche Technische Hilfswerk (THW) hat zwei Anlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser nach Beira geflogen.

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„Die Lage in Beira ist katastrophal, die Notversorgung mit Trinkwasser für die betroffenen Menschen lebenswichtig“, sagte THW-Vizepräsident Gerd Friedsam. Die Anlagen sollen im Idealfall morgen in Betrieb genommen werden. Sie können bis zu 10.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten. Das THW ist eine Bundesbehörde mit 80.000 überwiegend ehrenamtlichen Helfern.

In Beira wird bereits das Essen knapp, wie Journalisten berichteten. Zu den 500.000 Einwohnern kommen Vertriebene aus der Umgebung, die bei dem verheerenden Unwett­er alles verloren haben. Allein in Beira seien 11.000 Häuser völlig zerstört, ebenso wie etliche Schulen und Gesundheitszentren, so das UN-Kinderhilfswerk Unicef.

Kleine Kinder irrten teils allein herum, berichtete die Kinderschutzorganisation „Save the Children“. „Viele unbegleitete Kinder haben traumatische Situationen durchlitten – man­che mussten mit ansehen, wie ihre Mutter oder ihr Vater fortgespült wurden oder haben Geschwister verloren“, berichtete der Einsatzleiter vor Ort, Machiel Pouw.

Insgesamt haben nach Schätzungen mindestens 600.000 Menschen ihre Bleibe verloren. Verteilt wurden in manchen Lagern vor allem Suppe und Kekse. Das UN-Welternährungs­programm (WFP) war dabei, seine Nothilfe stark auszuweiten. Die Dimension der Katas­trophe sprenge die schlimmsten Befürchtungen, hieß es, und der Einsatz rangiere jetzt auf dem Niveau der großen WFP-Programme im Jemen und in Syrien.

Erste Cholerafälle, steigendes Malariarisiko

Ein Problem ist auch, dass sich in den Überschwemmungsgebieten mit wenig Toiletten und Mangel an sauberem Trinkwasser Krankheiten schnell ausbreiten könnten. Es seien schon erste Cholerafälle in Beira gemeldet worden, sagte der Rotkreuz-Generalsekretär. In den überfluteten Gebieten steige die Zahl der Malaria-Kranken.

In stehendem Wasser können sich die Malaria übertragenden Mücken rasend schnell vermehren. „Während die Suche und Rettung von Überlebenden weitergeht, müssen wir alles tun, um zu verhindern, dass durch Wasser übertragbare Krankheiten aus dem Desaster eine noch größere Katastrophe machen“, sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore in Beira.

Die US-Regierung hat als Reaktion auf den verheerenden Zyklon eine Beteiligung des Militärs am Kampf gegen die humanitäre Katastrophe angeordnet. Die Streitkräfte wür­den auf Anfrage der US-Entwicklungsbehörde (USAID) und in Absprache mit Mosambik Hilfe bereitstellen, teilte das US-Oberkommando für Afrika (Africom) mit.

Während die genauen Bedürfnisse noch bewertet würden, bringe das Militär bereits Einsatzmittel – vermutlich zunächst Schiffe und Hubschrauber – in Stellung, erklärte Kommandeur Thomas Waldhauser. Bislang hatten sich an dem Hilfseinsatz nur das in­dische Militär mit drei Schiffen und einigen Hundert Mann Personal sowie die südafri­kanischen Streitkräfte mit mehreren Hubschraubern beteiligt.

Mehr als 600 Todesopfer

Das Katastrophengebiet erstreckt sich über hunderte Kilometer von Mosambik nach Simbabwe und Malawi. Besonders die abgelegenen Regionen seien weiter schwer oder gar nicht zu erreichen, berichten UN-Hilfsorganisationen.

Am 15. März hatte der Zyklon „Idai“ Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit schweren Regenfällen weite Landstriche unter Wasser gesetzt. Mindestens 615 Menschen sind nach Regierungsan­gaben ums Leben gekommen – die wahre Zahl dürfte deutlich höher liegen, glauben Hilfsorganisationen.

Die Versorgung der Opfer wird durch immer neuen Regen und zerstörte Verkehrs­wege erschwert. Seine Regierung habe Drohnen im Einsatz, um sich einen Überblick über die Notlage der Menschen zu verschaffen, sagte Mosambiks Umweltminister Celso Correia. Mitte der Woche drohen neue starke Regenfälle. © dpa/aerzteblatt.de

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