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Ärzteschaft

Frauenärzte protestieren gegen Studium für Hebammen

Montag, 25. März 2019

/dpa

Berlin – Die Pläne der Bundesregierung zur Einführung eines Hebammenstudiengangs stoßen bei Gynäkologen auf Kritik. Als Folge sei zu befürchten, dass Hebammen in den Kreißsälen fehlten, warnten der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in einer gemeinsamen Erklärung. Zudem werde der „hohe Standard“ der Hebammenausbildung in Deutschland gefährdet.

Spahns Vorhaben könnten die „Versorgungssituation im Kreißsaal über Jahre massiv verschärfen“, geben die beiden Organisationen zu bedenken. Es gebe in Deutschland bei Weitem nicht ausreichend Studiengänge, um die Anfängerzahlen in den Hebammen­schulen auszugleichen. Auch mangele es an ausreichend qualifizierten Dozenten an den Hoch­schulen. „Der absehbare resultierende Engpass von qualifizierten Hebammen bei Einführung der Vollakademisierung ist offensichtlich.“

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Ein Gesetzentwurf von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) sieht vor, dass Hebammen künftig studieren müssen. Bislang muss für die Ausbildung eine Schule besucht werden. Ausreichend ist dafür eine zehnjährige Schulausbildung – künftig werden zwölf Jahre erforderlich sein.

Spahn setzt mit der Reform nicht nur ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um, son­dern vor allem auch eine Richtlinie der Europäischen Union (EU). Sie schreibt vor, dass die Ausbildung für das Berufsfeld bis spätestens Anfang 2020 reformiert werden muss. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #731682
nh2305
am Dienstag, 2. April 2019, 13:34

Wurde auch Zeit

Nachdem nun jahrelang verschlafen worden ist endlich die entsprechenden Rahmenbedingungen für ein Hebammenstudium zu schaffen obwohl klar war das die Reform kommen musste wird es nun trotzdem noch kritisiert.
Und außerdem sind ja viele Jahre lang durchaus genug Hebammen ausgebildet worden, nach abgeschlossener Ausbildung war es schwierig eine Anstellung in einer Klinik zu bekommen. Viele Hebammen haben sich entweder selbstständig gemacht oder sich nach beruflichen Alternativen umgeschaut, auch ins Ausland sind einige Hebammen ausgewandert, allen voran nach UK und Irland. Und nun haben wir ein Problem. Nicht erst seit gestern.
Innerhalb der EU ist ein Hebammenstudium der Standard. Und das macht durchaus auch Sinn. Ich selbst arbeite seit Jahren in einem System mit Hebammen die ein Studium absolviert haben und möchte das nicht missen. Im Übrigen sind in vielen Ländern auch Krankenschwestern mit einem Studium ausgebildet... man stelle sich das mal vor!
Es stimmt natürlich das mit einem Studium auch die Gehaltsvorstellungen andere sein werden, aber mal ehrlich, ist denn die Pflege in Deutschland nicht auch wirklich unterbezahlt, überarbeitet und zu wenig wertgeschätzt? So zumindest meine Erfahrung.
Solange wir in Deutschland in einem System arbeiten in dem Krankenhäuser und Arztpraxen gewinnorientierte Unternehmen sind wird allerdings weiter am Personal gespart werden... Traurig. Perfekt ist es sicher nirgendwo, aber es gibt doch durchaus Luft nach oben und mit der Reformierung des Hebammenberufes geht es doch ein Stück in die richtige Richtung.
Avatar #762207
JaninaLou
am Dienstag, 26. März 2019, 19:18

Erst nachdenken bitte

Es gibt viele Horrorszenarien rund um die Akademisierung. Die allermeisten werden nie eintreten.
Im Gegenteil wird es vor allem Vorteile bieten.
Ich bitte alle Menschen, die sich zu Kommentaren dazu hinreißen lassen, in andere Länder zu schauen, in denen es seit Jahrzehnten Pflicht ist, Hebammenkunde zu studieren.
Ich denke, dass einige Ärzte nur Angst davon haben, dass man ein Stück von ihrem Kuchen abhaben will (,der ihnen gar nicht gehört: Stichwort Physiologie, überflüssige Kontrollen).

MfG
Avatar #88767
fjmvw
am Dienstag, 26. März 2019, 12:03

Ohne Studium zu wenig Hebammen, mit Studium noch weniger Hebammen!

Warum man für eine hochspezialisierte Ausbildung in einem sehr, sehr kleinen Kompetenzbereich ein Studium absolvieren muss, ist mir völlig unverständlich.

Was wird passieren, nachdem die ersten Hebammen mit Studium auf den Markt kommen? Sie wollen angemessen bezahlt werden, schließlich haben sie ein Studium absolviert.

Und dann treffen die Hebammen auf Krankenhäuser, die nicht in der Lage sind, die Gehaltsforderungen der Hebammen zu erfüllen. Also werden die Hebammen in andere Tätigkeitsfelder ausweichen, ein Teil wird ein Medizinstudium anschließen.

Der Beruf wird über die Ausbildung aufgewertet, die Gehälter verhindern jedoch die Tätigkeit als Hebamme.
Avatar #731782
astridschulze@massai.dk
am Montag, 25. März 2019, 22:46

Hebammenstudium

Wie schade - da koennen dann wegen Ueberqualifikation keine Hebammen aus Skandinavien mehr in Deutschland arbeiten.


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