NewsÄrzteschaftÄrztekammer Nordrhein wehrt sich gegen Doppelstrukturen beim Entlassmanagement
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer Nordrhein wehrt sich gegen Doppelstrukturen beim Entlassmanagement

Montag, 25. März 2019

/ronstik, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die rheinische Ärzteschaft wehrt sich gegen das geplante Ärzteregister, das für das neue Entlassmanagement aus der Klinik entstehen soll. „Die Führung von Ärzte­ver­zeichnissen ist im deutschen Gesundheitswesen originäre Aufgabe der ärztlichen Selbstverwaltung“, heißt es in einer Entschließung der Kammerversammlung vom ver­gangenen Samstag.

Anlässlich des gesetzlich vorgeschriebenen Entlassmanagements müssen Klinikärzte ab dem 1. Juli 2019 eine persönliche Arztnummer aus dem bundesweiten Verzeichnis ver­wenden. Ab dem 1. September 2019 sind in das Verzeichnis auch alle klinisch tätigen Ärzte in Weiterbildung aufzunehmen, ab Januar 2020 alle übrigen im Krankenhaus täti­gen und approbierten Ärzte.

Anzeige

Es soll also ein umfassendes Register aller Klinikärzte entstehen. Der parallele Aufbau eines weiteren, bundesweiten Verzeichnisses in der Hand von GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft bedeute eine bürokratische Doppelstruktur, kritisierte die Kammerdelegierten. So seien etwa Arztnummern bei den Ärztekammern bereits vorhanden.

Kritik an Landesregierung

Die Kammerversammlung kritisierte zudem die in Nordrhein-Westfalen (NRW) geplante Verwendung von Fördergeldern aus dem Bundesstrukturfonds. Die in den Jahren 2019 bis 2022 für NRW zur Verfügung stehenden rund 105 Millionen Euro sollten nicht nur für Schließungen von Kliniken sowie eine träger- und standortübergreifende Konzentration eingesetzt werden, sondern zum Beispiel auch für eine integrierte Notfallversorgung, telemedizinische Netze oder mehr Ausbildungsplatzkapazitäten. Den geplanten Einsatz der Fördergelder hatte zuvor auch die Ärztekammer Westfalen-Lippe kritisiert.

Voraussetzung für die Bundesförderung ist, dass NRW für jeden Euro aus Berlin einen weiteren Euro aus Landesmitteln bereitstellt, sodass sich die für eine Modernisierung der NRW-Krankenhauslandschaft zur Verfügung stehenden Mittel auf bis zu 210 Millionen Euro summieren könnten. Die Länder können neben den oben genannten Beispielen auch die Bildung von Zentren für seltene, komplexe oder schwerwiegende Erkrankungen, Vor­haben zur Bildung von Krankenhausverbünden oder zur IT-Sicherheit mit Bundesmitteln finanzieren. Die rheinische Ärzteschaft forderte das Land jetzt auf, die Ärztekammern bei den Planungen einzubeziehen.

Die Kammerdelegierten forderten zudem in einer Resolution, dass die Bezeichnung „Psychotherapeut“ auch in Zukunft an eine durch Weiterbildung erworbene Qualifikation in einem spezifischen, wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren geknüpft bleiben müsse. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. März 2020
Düsseldorf – In einer epidemischen Lage von nationaler oder landesweiter Tragweite soll die nordrhein-westfälische Landesregierung künftig medizinisches Personal dienstverpflichten können sowie
Nordrhein-Westfalen will Zugriffsrechte auf Krankenhäuser und medizinisches Personal erweitern
19. November 2019
Düsseldorf – Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNO) hat den Gesetzgeber aufgerufen, konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit
ÄK Nordrhein mahnt Maßnahmen gegen Arzneimittelengpässe an
18. November 2019
Düsseldorf – Die Ärztekammer Nordrhein (ÄKNO) bekommt eine neue Weiter­bildungs­ordnung (WBO). Die Kammerversammlung hat das Regelwerk in ihrer zweiten Sitzung der Amtsperiode einstimmig bei vier
Ärztekammer Nordrhein verabschiedet neue Weiter­bildungs­ordnung
24. Oktober 2019
Berlin – Der langjährige Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Rudolf Henke, mahnt die Ärztinnen und Ärzte, sich der Digitalisierung nicht zu verschließen. „Wir bekommen einen neuen Kollegen an die
MB-Chef Henke: Man muss auch mal Gegenwehr aushalten
9. September 2019
Düsseldorf – Die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNO) hat in ihrer konstituierenden und ersten Sitzung Rudolf Henke für weitere fünf Jahre zum Präsidenten der ÄKNO gewählt. Das Mitglied
Henke bleibt Präsident der Ärztekammer Nordrhein
1. August 2019
Düsseldorf/Münster – Die Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben sich dem Beirat des Netzwerks Organspende NRW angeschlossen. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Selbsthilfeorganisationen
Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen treten Beirat des Netzwerks Organspende bei
28. Mai 2019
Berlin – Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus finden sich manche Patienten im Dschungel des umfangreichen ambulanten Weiterbehandlungsangebotes nur schlecht zurecht. An den Berliner
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER