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Zahl der Krankentage wegen psychischer Probleme verdoppelt

Dienstag, 26. März 2019

/shefkate, stockadobecom

Berlin – Die Zahl der Krankentage wegen psychischer Probleme hat sich in den vergan­genen zehn Jahren von rund 48 Millionen (2007) auf 107 Millionen (2017) mehr als verdoppelt. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. Die daraus entstehenden wirtschaftlichen Ausfallkosten stiegen demnach im selben Zeitraum von 12,4 Milliarden Euro auf 33,9 Milliarden Euro an.

Männer kamen den Angaben zufolge auf eine deutlich höhere Zahl an psychisch beding­ten Krankheitstagen als Frauen; ältere Beschäftigte meldeten sich häufiger aus psychi­schen Gründen krank als jüngere. Die meisten Krankentage gab es 2017 bei Männern zwischen 60 und 65 Jahren (434 Ausfalltage auf 100 Versicherte), die wenigsten bei Frauen zwischen 15 und 20 Jahren (21 Ausfalltage auf 100 Versicherte).

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Laut Bundesarbeitsministerium stieg zwischen 2007 und 2017 auch die Zahl der Renten­eintritte wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufgrund psychischer Störungen – von rund 53.900 (2007) auf mehr als 71.300 (2017). 2017 gingen rund 41.200 Frauen vorzei­tig wegen psychischer Diagnosen in Rente – bei den Männern waren es nur rund 30.100.

Die Zahlen basieren auf Sozialversicherungsdaten und Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Angaben für das Jahr 2018 liegen demnach noch nicht vor.

Die Bundesregierung sieht bei der Bekämpfung der Stressfaktoren in erster Linie die Arbeitgeber in der Pflicht: Gegen psychische Belastungen würden keine neuen Arbeits­schutzregeln helfen, heißt es in der Regierungsantwort. „Ziel muss es vielmehr sein, Betriebe und Beschäftigte zu befähigen, das vorhandene Arbeitsschutzinstrumentarium, insbesondere die Gefährdungsbeurteilung, zu nutzen, um Gesundheitsrisiken durch psychische Belastungen frühzeitig erkennen und durch eine menschengerechte Arbeitsgestaltung verhindern zu können.“

Die arbeitspolitische Sprecherin der Linksfraktion kritisierte die Auffassung der Bundes­regierung. Diese Haltung grenze an „vorsätzliches Staatsversagen“, sagte Jutta Krellmann. Viele Arbeitgeber würden auf Verschleiß fahren, Beschäftigte würden über ihre Belas­tungsgrenze getrieben. Auch der ökonomische Schaden werde größer und größer. „Die Bundesregierung jedoch schaut Däumchen drehend zu.“ Dabei sei es offensichtlich, dass die jetzigen Instrumente nicht ausreichten. Die Linke fordert stattdessen eine staatliche Anti-Stress-Verordnung und flächendeckende Arbeitsschutzkontrollen. © kna/aerzteblatt.de

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47berry
am Dienstag, 26. März 2019, 21:36

Boreout nicht burnout

Nicht einmal auf die LINKE ist bei diesem Thema Verlaß. Eine Anti-Stress-Verordnung zu fordern erinnert eher an "Opium für das Volk", als an eine fundierte Kritik der bestehenden Verhältnisse.
LNS

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