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Ärzteschaft

Merkblätter und Kurzfilme zur seelischen Gesundheit von Kindern fördern Beratung

Dienstag, 26. März 2019

/cz, stockadobecom

Berlin – Im Rahmen eines Kooperationsprojekts unter anderem von Ärzten und Kran­ken­kassen sind heute zehn neue Merkblätter und Kurzfilme zum Thema „Seelische Gesund­heit von Kindern“ vorgestellt worden. Sie sollen die Vorsorgeuntersuchungen von der U1 bis zur U9 ergänzen und die Kompetenz von Eltern im Umgang mit Schwierigkei­ten und Herausforderungen stärken.

Bundesweit zeigen rund 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren psychische und psychosomatische Auffälligkeiten. Das zeigen Ergebnisse der aktuellen KiGGS-Studie. „In der Kindheit wird das Fundament gelegt für ein gesundheits­förderndes Veralten im Leben. Dazu gehört auch die seelische Gesundheit“, sagte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbands der Ersatzkassen, heute anlässlich der Vor­stellung der Merkblätter.

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Wichtig war es den Projektpartnern daher, das Thema psychische Gesundheit von kleinen Kindern stärker in den Blick zu nehmen. „Wir wollen, dass Kinder gesund aufwachsen und mental gestärkt durchs Leben gehen können“, so Elsner.

Als „Meilenstein in der vorausschauenden Beratung“ bezeichnete Hermann-Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), den Abschluss des Pro­jektes. „Emotionale Vernachlässigung in früher Kindheit gilt als bedeutendster Risiko­faktor für die Entwicklung psychischer Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter,“ so Kahl. Die Einbindung von Multiplikatoren wie Kinder- und Jugendärzten sei daher not­wendig, Risikofaktoren zu erkennen und die betroffenen Familien auf Unterstützungsan­gebote aufmerksam zu machen.

Inhaltlich orientieren sich die Merkblätter am nationalen Gesundheitsziel „Gesund auf­wachsen“ und ergänzen das Informationsangebots der Merkblätter „Kinderunfälle“. Kinderärzte können die Informationen kostenfrei bei ihrer Kassenärztlichen Vereinigung beziehen und Eltern in der Sprechstunde an die Hand geben.

„Den Kinder- und Jugendärzten kommt beim frühzeitigen Erkennen, Behandeln und im Idealfall Vermeiden seelischer Störungen eine Schlüsselrolle zu“, sagte Sibylle Steiner, Dezernentin im Geschäftsbereich Ärztliche und veranlasste Leistungen bei der Kassen­ärztlichen Bundesvereinigung. Die Merkblätter könnten daher das Arzt-Patienten-Ge­spräch auch im Hinblick auf die Primärprävention unterstützen.

Wichtig bei der Erstellung war den beteiligten Partnern, dass die Broschüren leicht ver­ständlich sind und in verschiedenen Sprachen angeboten werden. „In einem Land, in dem unterschiedliche Kulturen und unterschiedliche Sprachkreise zusammenleben, muss die Möglichkeit für alle Eltern bereitgehalten werden, sich in ihrer Herkunftssprache zu infor­mieren“, betonte Sabine Walper, Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind. Die Merk­blätter sind auf Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Arabisch und Türkisch verfügbar.

Fragen, denen sich die Blätter widmen, sind unter anderem: Warum braucht das Kind meine Nähe? Was soll ich tun, wenn es fremdelt? Wie soll ich mit Ängsten meines Kindes umgehen? Wie lernt mein Kind Empathie und Konfliktfähigkeit? Und auch dem zuneh­mend wichtiger werdenden Thema Medienkonsum widmet sich eines der Informations­hefte.

Dabei geht es auch um das Medienverhalten von Eltern, denn: „Verlässliche und zeitnahe Reaktionen und Zuwendungen auf die Bedürfnisse des jungen Kindes sind sehr wichtig für den Aufbau einer tragenden Eltern-Kind-Beziehung und für eine psychisch gesunde, stabile Entwicklung“, verdeutlichte Peter Lang, Abteilungsleiter Kindergesundheit in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. © kk/aerzteblatt.de

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