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Medizin

Bauchspeicheldrüse hat großen Einfluss auf Bakterienbesiedlung des Darmes

Dienstag, 26. März 2019

Mikrobiom im Darm mit vielen Bakterienarten /Anatomy Insider Darm, adobe.stock.com
Laut den Forschern leben im Darm rund 38 Billionen Bakterien. Sie gehören fast 40.000 verschiedenen Bakterienarten an. /Anatomy Insider Darm, adobe.stock.com

Greifswald – Die Bauchspeicheldrüse bestimmt die Zusammensetzung der Bakterien­besiedlung im Darm wesentlich. Das berichten Wissenschaftler um Markus Lerch von der Inneren Klinik A an der Unimedizin Greifswald in Gastroenterology (doi 10.1053/j.gastro.2018.10.047).

„Was uns sehr überrascht hat, ist die Stärke des Effekts. Die Bauchspeicheldrüse kontrolliert die Artenvielfalt der Bakterien im Darm viel tiefgreifender als alle bisher bekannten Wirtsfaktoren wie Alter, Geschlecht, die Art der Ernährung oder zum Beispiel die Einnahme von Magensäureblockern“, so Lerch. Die Zusammensetzung des Mikrobioms hat bekanntlich großen Einfluss auf die Gesundheit. 

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Eine auf Erkrankungen des Pankreas spezialisierte Arbeitsgruppe der Universitätsmedizin Greifswald um die Klinik für Innere Medizin A und die Abteilung für Funktionelle Genomforschung hat in der vorliegenden Studie untersucht, ob und wie dieses Organ das Mikrobiom beeinflusst. Hierzu haben die Forscher bei 1.800 Probanden der Greifswalder Gesundheitsstudie SHIP die Zusammensetzung des Stuhlmikrobioms mittels Sequenzierung der bakteriellen Erbinformation analysiert.

Verdauungsenzym Elastase beeinflusst Mikrobiom

Neben anderen Faktoren haben die Wissenschaftler die Konzentration von Elastase, einem Verdauungsenzym der Bauchspeicheldrüse, im Stuhl gemessen, sowie die stimulierte Ausscheidung von Pankreassaft in den Dünndarm mittels Kernspintomographie bestimmt. 

Eine verminderte Konzentration der Elastase war mit starken Veränderungen der Zusammensetzung und Artenvielfalt des Mikrobioms verknüpft. Beispielsweise fanden sich ein Anstieg der eher gesundheitsschädlichen Prevotella-Bakterien und eine Abnahme der gesundheitsförderlichen Bacteroides-Arten. Der Einfluss des Volumens des Pankreassaftes auf die Vielfalt der Bakterienstämme war dabei deutlich geringer als die Konzentration des Verdauungsenzyms Elastase.

„Ob dieser Effekt durch Peptid-Antibiotika, die die Bauchspeicheldrüse selbst produziert, oder durch eine Änderung der Verdauungsfunktion verursacht wird, ist noch unbekannt“, erläutern die Erstautoren der Arbeit, Fabian Frost und Tim Kacprowski. 

© hil/aerzteblatt.de

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