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Medizin

Tiefe Hirnstimulation bei schwerer Depression wirksam

Donnerstag, 28. März 2019

MRT eines 30-Jährigen mit implantierten Elektroden für die tiefe Hirnstimulation THS (Krankenhaus Grenoble Universitätskrankenhaus - Michallon Krankenhaus - Abteilung für Neurologie) /RFBSIP stock.adobe.com
MRT eines 30-Jährigen mit implantierten Elektroden für die tiefe Hirnstimulation THS (Krankenhaus Grenoble Universitätskrankenhaus - Michallon Krankenhaus - Abteilung für Neurologie) /RFBSIP stock.adobe.com

Freiburg/Bonn – Menschen mit schwerster, behandlungsresistenter Depression können nicht nur akut sondern auch langfristig von einer tiefen Hirnstimulation profitieren. Das berichten Wissenschaftler der Universitätskliniken Freiburg und Bonn in Neuropsychopharmacology (2019; doi: 10.1038/s41386-019-0369-9).

„Wir konnten erstmals in einer großen Studie zeigen, dass die tiefe Hirnstimulation eine ernsthafte Option für Patienten mit schwerster Depression ist“, sagte Studienleiter Thomas Schläpfer, Leiter der Abteilung für Interventionelle Biologische Psychiatrie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.

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Die 16 Studienteilnehmer der FORSEE-II-Studie litten zwischen 8 und 22 Jahren an einer schwersten Depression und hatten zuvor im Schnitt 18 medikamentöse Therapien, 20 Elektrokrampftherapien und 70 Stunden Psychotherapie erhalten – ohne Erfolg.

Volker Coenen, Erstautor der Studie und Leiter der Abteilung Stereotaktische und Funktionelle Neurochirurgie an der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, implantierte mit seinem Team den Patienten die Elektroden und stimulierten damit das mediale Vorderhirnbündel. Dieser Hirnbereich ist an der Regulation der Wahrnehmung von Freude und Belohnung beteiligt und damit auch für Motivation und Lebensqualität von Bedeutung. Die Wirkung der Therapie bewerteten die Ärzte monatlich mit Hilfe der etablierten Montgomery-Asberg Depression Rating Scale (MADRS).

Jeder zweite dank implantierter Elektroden nicht mehr depressiv

Bereits in der ersten Woche fiel der MADRS-Wert bei 10 Probanden deutlich ab und hielt sich auf niedrigem Niveau. Im Laufe der Studie reagierten alle Probanden auf die Stimulation. Acht der 16 Patienten hatten zu Studienende einen MADRS-Wert von unter 10 Punkten und galten damit als nicht depressiv.

„Unsere Patienten haben jahrelang mit schwersten Depressionen gekämpft und nichts hat Besserung gebracht. Die tiefe Hirnstimulation führte bei den meisten innerhalb von Tagen zu einer deutlichen Linderung, die dann auch durchgehend anhielt“, sagte Schläpfer

Aufbauend auf den Ergebnissen der jetzt publizierten Studie haben die Freiburger Forscher bereits im Oktober 2018 mit ihrer dritten Studie (FORESEE-III) begonnen. Darin sollen 50 schwerstdepressive Patienten behandelt werden. © hil/aerzteblatt.de

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