NewsHochschulenForscher wollen mit Gentherapie gegen Taubheit vorgehen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Forscher wollen mit Gentherapie gegen Taubheit vorgehen

Mittwoch, 27. März 2019

/RAM

Hannover – Im Augenblick sind rund 100 Gene bekannt, deren Fehlfunktionen zur Taub­heit führen können. Wissenschaftler um Axel Schambach von der Medizinischen Hoch­schule Hannover (MHH) wollen nun gentherapeutische Ansätze erproben, um Kinder und Erwachsene langfristig vor Taubheit zu schützen. Die Europäische Union (EU) fördert das Vorhaben mit rund zwei Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre.

Das Team des Projektes namens „iHEAR“ konzentriert sich auf Gene, die für die zum Hören notwendigen Haar- und Sinneszellen im Innenohr verantwortlich sind. Dazu wollen sie Genfähren ins Innenohr injizieren, die mit der funktionierenden Version des Gens beladen sind. Die Fähren sind in diesem Fall lentivirale und adenoassoziierte Virus-Vektoren. Sie sollen das Gen in die Haar- und Sinneszellen bringen, damit fehlende Proteine gebildet werden können und die Zellen wieder funktionieren.

Anzeige

Dem Team geht es zudem darum, mit Hilfe der Gentherapie spontaner Ertaubung entge­genzuwirken. Diese kann durch die Behandlung mit Medikamenten, etwa bestimmten Chemotherapeutika, entstehen. Dabei soll die Gentherapie die ungewollte Aufnahme der Medikamente in die Haarzellen verhindern beziehungsweise das Herauspumpen des Medikaments aus diesen empfindlichen Zellen bewirken. Die Studien werden zunächst anhand von Zellversuchen und in Modellsystemen erfolgen.

„Wir hoffen, dass die von uns erzielten Ergebnisse langfristig auch zur Therapie der Altersschwerhörigkeit beitragen“, sagte Schambach. „Die Gentherapie eröffnet grundsätz­lich neue Behandlungsmöglichkeiten der Schwerhörigkeit“, erklärte Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik an der MHH und Sprecher des Exzellenzclusters Hearing4all am Standort Hannover. Sie ermögliche es, die Ursache der Hörstörung zu beseitigen und somit eine Heilung herbeizuführen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. Juli 2020
Cambridge/Massachusetts – Die Behandlung von hohen Cholesterin- und Triglyzerid-Blutwerten könnte in der Zukunft in der einmaligen Infusion von Genom-Editoren bestehen, die 2 Schlüsselproteine des
Genom-Editing soll Cholesterinwert dauerhaft senken
5. Juni 2020
Kiel und Oslo – Genvarianten auf den Chromosomen 3 und 9 erhöhen bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 offenbar das Risiko auf einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung. Dies kam
Genvarianten erhöhen Risiko auf schweren Verlauf von COVID-19
23. April 2020
St. Louis, Missouri − US-Forscher haben den Gendefekt des Wolfram -Syndroms, einer seltenen Erbkrankheit, die unter anderem zu einem Insulinmangel führt, in menschlichen Stammzellen mit dem
Forscher heilen Diabetes bei Mäusen mit genkorrigierten menschlichen Stammzellen
21. April 2020
Mainz – Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und die Masaryk University, die zweitgrößte Universität in der Tschechischen Republik, werden eng bei der Forschung zur Ribonukleinsäure (RNA)
RNA-Forschung von Uni Mainz und Masaryk University gefördert
16. April 2020
Reykjavik − In keinem anderen Land wird die Ausbreitung von SARS-CoV-2 so genau verfolgt wie auf Island. Bereits 6 % der Bevölkerung wurden auf das Virus getestet und in etwa der Hälfte der
SARS-CoV-2: Island ermittelt Kontakte mit Genomanalysen
5. März 2020
Heidelberg – Die Menge an erworbenen Veränderungen im Erbgut im Tumorgewebe wird von Medizinern als Biomarker genutzt, um vorhersagen zu können, welche Patienten von einer Immuntherapie profitieren
Gen-Panel-Tests sagen Tumormutationslast vergleichbar gut wie Exomanalyse vorher
3. März 2020
Berlin – Die nationalen Ethikräte Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens rufen Regierungen und Interessenvertreter in der ganzen Welt gemeinsam dazu auf, bei jeglicher künftigen Diskussion von
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER