NewsMedizinSiponimod für Multiple-Sklerose-Behand­lung in den USA zugelassen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Siponimod für Multiple-Sklerose-Behand­lung in den USA zugelassen

Donnerstag, 28. März 2019

/BestForYou, stockadobecom

Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den selekti­ven S1P-Modulator Siponimod zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen. Zu den Einsatzgebieten gehört neben dem klinisch isolierten Syndrom (KIS) und der schubförmig remittierenden MS (RRMS) auch die sekundär progrediente MS (SPMS), für die es bisher kaum Behandlungsoptionen gibt.

Grundlage der Zulassung bilden die Ergebnisse der EXPAND-Studie, an der 1.651 Patienten mit SPMS teilgenommen hatten. Die SPMS ist eine Spätform der Erkrankung. Die MS beginnt mit einem KIS, dann folgen Jahre der RRMS, bevor es zur SPMS kommt. Die Teilnehmer der EXPAND-Studie litten zu Studienbeginn seit durchschnittlich 16,8 Jahren an einer MS, und der Wechsel zur SPMS lag im Mittel 3,8 Jahre zurück. Mehr als die Hälfte der Patienten benötigte bei Studienbeginn bereits eine Gehhilfe.

In dieser schwierigen Situation senkte Siponimod den Anteil der Patienten, bei denen es innerhalb von 3 Monaten zu einer weiteren Verschlechterung der Behinderungen kam, signifikant von 32 % auf 26 % (Hazard Ratio 0,79; 95-%-Konfidenzintervall 0,65-0,95). Der primäre Endpunkt war ein Anstieg des EDSS um einen Punkt (bei einem Ausgangswert von 3,0–5,0 Punkten) oder um 0,5 Punkte (bei einem Ausgangswert von 5,0–6,5 Punkten).

Siponimod ist der erste Wirkstoff, der in einer großen randomisierten Studie das Fortschreiten der SPMS verlangsamt hat. Das Mittel könnte bei diesen Patienten zu einem bevorzugten Medikament werden, während für KIS und RRMS bereits eine breite Auswahl von Medikamenten zur Verfügung steht.

Siponimod ist eine Weiterentwicklung von Fingolimod, das nur zur Behandlung der RRMS, nicht aber der SPMS, zugelassen ist. Beide Wirkstoffe haben ihren Angriffspunkt an den Sphingosin-1-phosphat-(S1P-)Rezeptoren des Immunsystems. Sie hindern die Abwehrzellen am Verlassen der Lymphozyten, wodurch die Migration ins Gehirn und die dortige Autoimmunreaktion unterbunden wird. Siponimod soll darüber hinaus auch im Zentralnervensystem an Oligodendrozyten und Astrozyten binden und dadurch das Fortschreiten der Zerstörungen verhindern.

Wie andere Immunsuppressiva erhöht Siponimod das Infektionsrisiko. Zu den Kom­plikationen gehört ein Makulaödem, weshalb die FDA vor Behandlungsbeginn eine augenärztliche Untersuchung vorschreibt. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind eine Abnahme der Herzfrequenz und eine Störung der Lungenfunktion. Vorgeschrieben ist zudem eine Überprüfung der Leberenzyme. Der Einsatz bei Frauen ist an eine wirksame Verhütungsmethode gebunden.

Der Hersteller hat auch bei der europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung beantragt. Mit einer Entscheidung wird noch in diesem Jahr gerechnet. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. Juli 2020
Hamburg – Wissenschaftler des Instituts für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose (INIMS) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und
Wissenschaftler suchen nach neuen Ansätzen für MS-Therapie
1. Juli 2020
Dresden – Einen berufsbegleitenden Masterstudiengang „Multiple Sklerose Management“ hat die Dresden International University eingerichtet. „In dem Studiengang wird es um die theoretischen Grundlagen,
Neuer Masterstudiengang zur Multiplen Sklerose in Dresden
30. Juni 2020
Nottingham – Die absichtliche Infektion mit Larven des Hakenwurms Necator americanus hat in einer placebokontrollierten Studie an Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS)
Multiple Sklerose: Hakenwürmer erzielen in randomisierter Studie nur schwache Wirkung
25. Juni 2020
Mailand – Es gibt viele kontrollierte Studien, die sich mit den Auswirkungen diätetischer Interventionen bei Multipler Sklerose (MS) befassen. Laut Wissenschaftlern der Cochrane Gruppe „Multiple
Trotz vieler Studien kaum Evidenz zu Ernährungsinterventionen bei MS
26. Mai 2020
Berlin – Bisherige Therapien der Multiplen Sklerose (MS) haben sich bekanntlich auf die Funktion von T- und B-Lymphozyten konzentriert. Eine Arbeitsgruppe um Alexander Mildner vom Max-Delbrück-Centrum
Multiple Sklerose: Monozyten kommen bei der Therapie in den Fokus
5. Mai 2020
Erlangen − Moderater Genuss von Alkohol hemmt einem Forscherteam der Universität Erlangen zufolge überschießende Immunreaktionen, die zu Autoimmunerkrankungen wie Gelenkrheuma und Multiple
Moderater Alkoholkonsum kann bei Autoimmunerkrankungen helfen
16. April 2020
Research Triangle Park/North Carolina − Die Zahl der US-Amerikaner, die antinukleäre Antikörper im Blut haben, ist in den letzten Jahren weiter angestiegen. Die in Arthritis & Rheumatology
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER