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Ausland

Hilfsorganisation sorgt sich um sexuelle Übergriffe auf Frauen nach Zyklon

Donnerstag, 28. März 2019

Beira, Mosambik /dpa

Beira – Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Zyklon „Idai“ im Südosten Afrikas wächst nach Angaben von Helfern die Gefahr sexueller Übergriffen auf obdachlos gewor­dene Frauen und Mädchen. Ihre Helferinnen in Mosambik, Malawi und Simbabwe mach­ten sich Sorgen um die Lage von Frauen und Mädchen, teilte die Hilfsorganisation Care heute in Bonn mit.

So habe Mary, eine junge Frau aus Malawi, berichtet, dass sie Lebensmittelversorgung mit Sex habe bezahlen sollen. „Man bot mir Essen an im Tausch für sexuelle Gefälligkei­ten“, wurde sie in der Care-Mitteilung zitiert. Nachts könne sie kaum schlafen, das ihr Zelt nicht geschützt sei. Care beklagte überdies, dass selbst Schwangere unter freiem Himmel schlafen müssten und keinerlei medizinische Unterstützung erhielten. Das immer noch nicht abgeflossene Hochwasser in vielen Gegenden erhöhe außerdem die Seuchengefahr in den Katastro­phengebieten.

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In Mosambik wurde nach der Bestätigung erster Infektionen der Kampf gegen die Cholera verstärkt. Neun Cholera-Behandlungszentren würden in der zentralen Provinz Sofala aufgebaut, sagte David Wightwick von der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) heute in in Beira. Mosambiks Regierung werde zudem kommende Woche eine Impfkampagne zum Schutz gegen die Cholera starten. Das Land wartet derzeit auf die Lieferung von 900.000 Impfdosen. Der Impfschutz hält allerdings nur drei Monate an. „Das verschafft uns etwas Zeit und bedeutet, dass wir wahrscheinlich weitere Impfungen vornehmen müssen“, sagte Wightwick.

„Idai“ war in der Nacht zum 15. März über Mosambik gezogen und sorgte nach heftigem Regen für verheerende Überschwemmungen. Neben Mosambik wurden auch Simbabwe und Malawi getroffen. Insgesamt wurde nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) ein mehr als 3.100 Quadratkilometer großes Gebiet überflutet. Allein in Mosambik und Simbabwe starben mehr als 700 Menschen, hunderte weitere werden noch vermisst.

Insgesamt sind laut WFP fast drei Millionen Menschen im südlichen Afrika von den Fol­gen des Zyklons betroffen. Rund 500.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrie­ben. In Mosambik vernichteten Sturm und Fluten die Ernte auf 400.000 Hektar Land. © afp/aerzteblatt.de

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