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Politik

Diskussion über Impfraten in Deutschland geht weiter

Donnerstag, 28. März 2019

/dpa

Berlin – Ärzte und Politiker diskutieren weiter darüber, wie mehr Menschen in Deutsch­land dazu gebracht werden können, sich impfen zu lassen. Als ungeeignete Maßnahme dazu hat der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, jetzt einen Vorschlag von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) zurückgewiesen. Dieser hatte erwogen, Apotheker Grippeimpfungen vornehmen zu lassen.

Impfen sei „aus gutem Grund nach den geltenden Gesetzen eine urärztliche Aufgabe“, sagte Montgomery den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung heute. Er wies daraufhin, dass zu den ärztlichen Impfleistungen auch die Impfanamnese, der Aus­schluss akuter Erkrankungen und die Aufklärung zur Impfung gehörten. Wichtig seien zudem Kenntnisse über Impfungen für Schwangere oder chronisch Kranke und das Be­herrschen von möglichen Impfkomplikationen. „In Tagesseminaren lassen sich diese Kenntnisse sicher nicht vermitteln“, kritisierte Montgomery.

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Im Fokus der öffentlichen Diskussion stehen im Augenblick insbesondere die Impfraten gegen Masern. Breite Teile der Ärzteschaft unterstützt mittlerweile eine Impfpflicht. „In den Praxen der niedergelassenen Ärzte häufen sich zurzeit Fälle von Masern. Sowohl aus medizinischer als auch ethischer Sicht ist es zwingend geboten, die Impfraten zu erhöhen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, Anfang der Woche. Es sei „grob fahrlässig und töricht“, Kinder nicht impfen zu lassen.

„Bislang können wir nur immer wieder aufklä­ren und an den gesunden Menschenver­stand der Eltern appellieren. Doch notfalls muss auch eine Impfpflicht her“, betonte der KBV-Chef. So sieht es auch die Deut­sche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Masernerkrankungen seien extrem ansteckend und potenziell tödlich, hieß es von der Fachgesellschaft.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hatte die Vermeidung oder Verzögerung von Impfungen („vaccine hesitancy“) im Januar diesen Jahres zu einer von zehn globalen Gesundheitsbedrohungen erklärt. Laut WHO-Angaben werden heute jährlich durch Impfungen zwei bis drei Millionen Menschenleben gerettet, eine globale Erhöhung der Durchimpfungsraten könnte weitere 1,5 Millionen Menschenleben retten. Darauf hat der Präsident des Paul-Ehrlich-Institutes, Klaus Cichutek, im Editorial des aktuellen Bulletins zur Arzneimittelsicherheit hingewiesen. 

Die Hilfsorganisation Ärzte der Welt fordert die Bundesregierung anlässlich der Diskussi­on um die Impfraten in Deutschland auf, den allgemeinen Zugang zu Gesundheitsversor­gung, inklusive Impfungen, für alle in Deutschland lebenden Menschen sicherzustellen.

„Die Politik schafft selbst eine Impflücke. Hunderttausende Menschen haben hierzulande keinen Zugang zu ausreichenden medizinischen Leistungen. Wir brauchen in Deutschland einen Rechtsanspruch auf medizinische Versorgung, einschließlich Impfungen, für alle Menschen, die in Deutschland leben“, sagte Ärzte der Welt-Grundsatzreferentin Johanna Offe.

Zum Beispiel hätten Menschen, deren Leistungen aufgrund von Beitragsschulden bei der Krankenkasse ruhten, in der Regel keine Möglichkeit, sich kostenfrei impfen zu lassen – es sei denn es gebe Angebote der zuständigen Kommune. Auch diejenigen Menschen in Deutschland, die über keinen Versicherungsschutz verfügten, darunter arbeitssuchende oder prekär beschäftigte Migranten aus anderen EU-Ländern, könnten sich nicht impfen lassen.

Hinzu kämen Menschen, die ohne regulären Aufenthaltsstatus in Deutschland lebten. Sie müssten wegen der Übermittlungspflicht der Sozialämter an die Ausländerbehörde fürch­ten, abgeschoben zu werden, wenn sie sich oder ihre Kinder kostenfrei impfen lassen wollten, kritisierte das Hilfswerk. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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MITDENKER
am Mittwoch, 3. April 2019, 14:19

SINNLOSE HYSTERIE

Man schaue sich erst einmal die nackten Zahlen an:

Im März 2019 warnen die europäischen Gesundheitsbehörden ECDC ausdrücklich vor einer (Wieder-) Zunahme von Masernfällen auch und gerade in Ländern, die die Masern schon eliminiert oder stark eingedämmt hatten - als besonders problematisch werden hier mit den höchsten Fallzahlen im Januar 2019 namentlich genannt:

•Rumänien mit 261 Fällen (Inzidenz 13,3/1.000.000)

•Italien mit 165 Fällen (Inzidenz 2,7/1.000.000)

•Polen mit 133 Fällen (Inzidenz 3,5/1.000.000)

•Frankreich mit 124 Fällen (Inzidenz 1,9/1.000.000)

bis auf Rumänien gilt in allen diesen Ländern (teilweise schon seit vielen Jahren) eine Masernimpfpflicht...

In Deutschland wurden (ohne Masernimpfpflicht) im Januar, geht man von den Kalenderwochen aus, weniger als 100 Fälle gemeldet (SurvStat@RKI), jedoch nicht an die ECDC, so dass hier keine Inzidenz vorliegt - man beachte bei der Interpretation der absoluten Fallzahlen, dass Deutschland verglichen mit den anderen genannten Ländern eine erheblich höhere Einwohnerzahl hat und dennoch wesentlich weniger Masernfälle auftreten...

Eine differenziertere Analyse zur fehlenden Wirksamkeit einer Impfpflicht finden Sie hier (Link zur Seite von Dr. Rabe, www.impf-info.de )

Literatur:
ECDC. 2019. Measles outbreaks in Europe. Abruf 02.04.2019

Ist schon witzig, wie sicher Kaufmann Spahn es schafft sich mit der Ärzteschaft anzulegen. Montgomery hat sicher Betablocker gebraucht, um von seinem Wutanfall wieder herunter zu kommen. Wie kann unser "SuperMACHER" nur so einen Bock schiessen, tssstsss...
LNS

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