NewsVermischtesKlinikum Höchst räumt nach TV-Bericht Mängel ein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Klinikum Höchst räumt nach TV-Bericht Mängel ein

Donnerstag, 28. März 2019

/dpa

Wiesbaden/Frankfurt am Main – Nach einem TV-Bericht über Missstände in der Psychia­trie des Klinikums Höchst hat das Frankfurter Krankenhaus mögliche Fehler eingeräumt. „Wir sind uns darüber einig, dass es erhebliche Mängel gibt“, sagte Geschäftsführerin Dorothea Dreizehnter nach einem Gespräch mit Vertretern des zuständigen Sozialminis­teriums in Hessen.

In einer Stellungnahme des Klinikums wurde „rückhaltlose Aufklä­rung“ angekündigt. Es sei bekannt, dass die baulichen Bedingungen der psychiatrischen Klinik nicht mehr den modernen Maßstäben genügten, hieß es darin. „Dies hat auch Auswirkungen auf die tägliche Arbeit und die therapeutischen Möglichkeiten.“ Allerdings setze sich das Klini­kum „gegen die pauschale und illegitime Diskreditierung“ der Mitarbeiter „entschieden zur Wehr“.

Anzeige

In einem Beitrag des Fernsehsenders RTL hatte in der vergangenen Woche eine verdeckt arbeitende Reporterin über Missstände in dem Frankfurter Krankenhaus berichtet.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) kündigte heute in Wiesbaden „regelmäßige fachauf­sicht­liche Gespräche mit dem Klinikum“ an. Als Sofortmaßnahme seien bereits sämtliche Protokolle über Fixierungen aus dem Jahr 2018 angefordert worden. Zudem soll ein externer Gutachter eingeschaltet werden. „Wir klären das auf, prüfen gründlich, fordern und ziehen bereits erste Konsequenzen“, sagte der Minister.

Sozialdemokraten und Liberale im Landtag kritisierten die bisherige Aufklärungsarbeit der Aufsichtsbehörden.

Es sei unverständlich, dass das Sozialministerium „eineinhalb Jahre lang nicht in der Lage gewesen sei, die gesetzlich vorgeschriebene Besuchs­kommission einzusetzen und erst jetzt – durch den massiven Druck der Öffentlichkeit – plötzlich unbürokratische Lösungen“ finde, sagte die Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Daniela Sommer.

„Der Skandal besteht darin, dass keines der Probleme von heute auf morgen entstanden ist, sondern schon lange vor sich hin schwelte“, formulierte FDP-Amtskollege Yanki Pürsün. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Mai 2020
Berlin – Die funktionelle Entwicklungstherapie kann für einen Übergangszeitraum auch per Video erfolgen. Darauf haben sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband verständigt,
Funktionelle Entwicklungstherapie per Video möglich
7. Mai 2020
Stockholm − Der schnell wirkende GnRH-Antagonist Degarelix, der zur Behandlung des Prostatakarzinoms zugelassen ist, hat in einer placebokontrollierten Studie in JAMA Psychiatry (2020; doi:
Pädophile Störungen: GnRH-Antagonist senkt in Studie die Neigung zu sexuellen Übergriffen
11. März 2020
Wiesbaden – Hessens forensische Kliniken, in denen psychisch kranke oder süchtige Straftäter untergebracht werden, sind in den vergangenen Jahren voller geworden. Seit 2016 steigen die
Mehr kranke Straftäter in Kliniken untergebracht
14. Februar 2020
Berlin – Ein „Plattform-Modell zur Bemessung der Personalausstattung in der Psychiatrie“ ist gestern Abend bei einem Fachsymposium mit Experten und Gesundheitspolitikern diskutiert worden. Entwickelt
Verbände stellen Konzept zur Personalbemessung in der Psychiatrie und Psychosomatik vor
30. Januar 2020
Berlin – Der Gebrauch digitaler Medien ist aus dem Leben, auch von Kindern und Jugendlichen, nicht mehr wegzudenken. Sie bieten durch den Zugang zu Informationen und die Möglichkeit des breiten
Kinder- und Jugendpsychiater warnen vor medienbezogenen Störungen
10. Januar 2020
Berlin – Eine Petition für ausreichend Personal in der Psychiatrie hat das notwendige Quorum von 50.000 Unterschriften überschritten. Der Bundestag muss sich nun erneut mit dem Thema
Petition für mehr Personal in der Psychiatrie erfolgreich
23. Dezember 2019
Oxford – Bei Selbstverletzungen ist das Suizidrisiko nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sehr hoch. Eine engmaschige Betreuung ist daher für alle Patienten erforderlich. Zu diesem Schluss kommen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER