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Klinikum Höchst räumt nach TV-Bericht Mängel ein

Donnerstag, 28. März 2019

/dpa

Wiesbaden/Frankfurt am Main – Nach einem TV-Bericht über Missstände in der Psychia­trie des Klinikums Höchst hat das Frankfurter Krankenhaus mögliche Fehler eingeräumt. „Wir sind uns darüber einig, dass es erhebliche Mängel gibt“, sagte Geschäftsführerin Dorothea Dreizehnter nach einem Gespräch mit Vertretern des zuständigen Sozialminis­teriums in Hessen.

In einer Stellungnahme des Klinikums wurde „rückhaltlose Aufklä­rung“ angekündigt. Es sei bekannt, dass die baulichen Bedingungen der psychiatrischen Klinik nicht mehr den modernen Maßstäben genügten, hieß es darin. „Dies hat auch Auswirkungen auf die tägliche Arbeit und die therapeutischen Möglichkeiten.“ Allerdings setze sich das Klini­kum „gegen die pauschale und illegitime Diskreditierung“ der Mitarbeiter „entschieden zur Wehr“.

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In einem Beitrag des Fernsehsenders RTL hatte in der vergangenen Woche eine verdeckt arbeitende Reporterin über Missstände in dem Frankfurter Krankenhaus berichtet.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) kündigte heute in Wiesbaden „regelmäßige fachauf­sicht­liche Gespräche mit dem Klinikum“ an. Als Sofortmaßnahme seien bereits sämtliche Protokolle über Fixierungen aus dem Jahr 2018 angefordert worden. Zudem soll ein externer Gutachter eingeschaltet werden. „Wir klären das auf, prüfen gründlich, fordern und ziehen bereits erste Konsequenzen“, sagte der Minister.

Sozialdemokraten und Liberale im Landtag kritisierten die bisherige Aufklärungsarbeit der Aufsichtsbehörden.

Es sei unverständlich, dass das Sozialministerium „eineinhalb Jahre lang nicht in der Lage gewesen sei, die gesetzlich vorgeschriebene Besuchs­kommission einzusetzen und erst jetzt – durch den massiven Druck der Öffentlichkeit – plötzlich unbürokratische Lösungen“ finde, sagte die Gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Daniela Sommer.

„Der Skandal besteht darin, dass keines der Probleme von heute auf morgen entstanden ist, sondern schon lange vor sich hin schwelte“, formulierte FDP-Amtskollege Yanki Pürsün. © dpa/aerzteblatt.de

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